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Die Deutschen – aus Sicht von Ausländern

Die Deutschen – aus Sicht von Ausländern

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie Ausländer die Deutschen sehen. Denn sie bemerken Dinge, die einem kaum auffallen dürften, wenn man Deutscher ist. Spannend ist auch, welche Eigenschaften und Gewohnheiten hervorgehoben werden. Ein paar Beispiele aus britischer Sicht.

Trennung von Arbeit und Leben

Offenbar brauchen die Deutschen im Durchschnitt vier Tage, um das zu produzieren, was beispielsweise englische Arbeitnehmer in fünf Tagen schaffen – was nur zeigt, dass Produktivität und kürzere Arbeitszeiten in der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt nicht unvereinbar sind.

Die Deutschen wissen, wann sie aufhören sollten, wann sie sich Zeit für sich selbst nehmen und die Grenze zwischen Arbeit und Leben ziehen müssen.

Es gibt unzählige Anekdoten über Ausländer, die in Deutschland arbeiten und von ihren Kollegen dafür gescholten werden, dass sie ihre Arbeit mit nach Hause nehmen oder nach Feierabend im Büro bleiben. Die Deutschen sind in ganz Europa für ihre strikte Trennung zwischen Arbeitszeiten und den Stunden, in denen sie ihr restliches Leben ungestört mit Familie, Freunden und der Gemeinschaft verbringen, bekannt geworden.

Das Wort „Feierabend“, das sowohl das Ende des Arbeitstages als auch das geistige Abschalten von der Arbeit bedeutet, bringt dies perfekt zum Ausdruck. Es gibt Rituale, die mit dem Feierabend verbunden sind, darunter der beliebte Brauch des Feierabendbiers, das man mit Freunden, Familie oder Kollegen trinkt, um den Feierabend zu begehen.

Auch wenn die Deutschen eine gesunde Work-Life-Balance pflegen, ist ehrenamtliches Engagement ein sehr wichtiger Teil der deutschen Kultur. 44 Prozent der Deutschen im Alter von 14 bis 49 Jahren engagieren sich ehrenamtlich für gemeinnützige Organisationen, im Durchschnitt zehn Stunden pro Monat.

Ein Großteil dieser Freiwilligenarbeit findet in Vereinen statt, die sich mit Sport, Kochen, Musik oder anderen Hobbys und Interessen befassen. Nahezu jeder dritte Einwohner Westdeutschlands ist Mitglied in mindestens einem dieser Vereine, die den sozialen Zusammenhalt fördern und das Zusammenwachsen von Gemeinschaften ermöglichen.

Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten werden bei der Freiwilligen Feuerwehr, in Hilfsorganisationen, in der Kinderbetreuung, in Krankenhäusern und Pflegeheimen ausgeübt.

 

 

 

Wertschätzung der Natur

Die Liebe zur Natur und die Verbindung zwischen der natürlichen Welt und dem eigenen Selbst ist ebenfalls ein zentrales Thema in der deutschen Kultur und Literatur. Die Natur, insbesondere der Wald, gilt als idealer Ort, um mit sich selbst in Kontakt zu kommen und philosophische Überlegungen zu verarbeiten.

Die Faszination der Deutschen für die Natur spiegelt sich auch in ihrem großen Bestand an Märchen wider, die im Wald spielen. Diese Volksmärchen wurden oft von bestimmten Gegenden in Deutschland inspiriert: So soll das Märchen von Hänsel und Gretel im Schwarzwald angesiedelt sein, während Schneewittchens Haus im Dorf Bergfreiheit in den Bergen steht.

Das Wort „Waldeinsamkeit“ ist eine berühmte Ergänzung des großen Wortschatzes an unübersetzbaren deutschen Wörtern, die ein bestimmtes Gefühl beschreiben, das sich in verschiedenen Sprachen nur schwer in Worte fassen lässt. Es beschreibt das Gefühl der Einsamkeit, das man inmitten der Natur, insbesondere in einem Wald, empfindet. Es wird als ein erhabener oder erleuchteter Zustand angesehen und hat nicht die negative Konnotation von „Einsamkeit“.

Die heute bekanntesten Schriften über Natur und Erhabenheit stammen von deutschen Schriftstellern, Philosophen und Dichtern der Romantik wie Ludwig Tieck, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Heinrich Heine und E.T.A. Hoffmann. Es wird angenommen, dass der Begriff „Waldeinsamkeit“ erstmals in Tiecks „Der Blonde Eckbert“ verwendet wurde.

Trinkkultur

Viele von uns werden das deutsche Bier ebenso zu schätzen wissen wie die Einheimischen. Es gilt als das Nationalgetränk des Landes, ist ab 16 Jahren legal und an den meisten öffentlichen Orten erlaubt. Beim Bierkonsum liegen die Deutschen weltweit an dritter Stelle, nach den Österreichern und Tschechen.

Einer der charmantesten Aspekte der deutschen Trinkkultur ist jedoch, wie zwanglos sie ist. Man sieht selten junge Deutsche, die sturzbetrunken auf der verzweifelten Suche nach der nächsten Pommesbude sind. Das liegt nicht nur daran, dass die Toleranz der Deutschen tendenziell höher ist, sondern auch daran, dass das Trinken viel zwangloser gehandhabt wird – es ist völlig normal, nach der Arbeit ein Bier mit Freunden zu trinken und dann nach Hause zu gehen und alles zu erledigen, was man an diesem Tag noch machen wollte.

In Deutschland kann Alkohol auch billiger sein, als man es gewohnt ist – sein Preis im Verhältnis zu den allgemeinen Lebenshaltungskosten gehört zu den niedrigsten in ganz Europa.

Liebe zu Sprachen

Deutschland ist bekannt für seinen Ruf als Land der Sprachschüler, die einen oft umhauen, wenn sie anfangen, in fremden Sprachen zu sprechen.

Manche führen die deutsche Sprachkompetenz auf den Status als Handelsgroßmacht mit Verbindungen in die ganze Welt zurück. Um in vielen Branchen Fuß zu fassen, wird erwartet, dass man zumindest ein paar Fremdsprachen auf hohem Niveau beherrscht, meistens Englisch oder Chinesisch.

Das hängt auch mit der geographischen Lage Deutschlands zusammen: Die Nähe zu Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Italien, Kroatien, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Dänemark und anderen Ländern bedeutet, dass die Deutschen wahrscheinlich von klein auf mit einer Reihe verschiedener Sprachen und Kulturen in Berührung kommen.

Große Gemeinschaften von Einwanderern, die Türkisch, Russisch, Griechisch, Polnisch, Kurdisch und andere Sprachen sprechen, bedeuten auch, dass eine Reihe von Deutschen wahrscheinlich Fremdsprachen sprechen oder zumindest viel damit in Berührung gekommen sind.

Auch die sprachliche Bildung hat in Deutschland einen höheren Stellenwert als in vielen anderen Ländern. Die meisten Deutschen lernen in der Schule Englisch als erste Fremdsprache, einige lernen jedoch zuerst Französisch oder Latein. In vielen Schulen wird ein breites Spektrum an Sprachen angeboten, beispielsweise Russisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Niederländisch und Altgriechisch.

Anders als in vielen englischsprachigen Ländern sind sich die Deutschen bewusst, dass ihre Muttersprache nicht eine „Weltsprache“ ist. Sie sind mit Fernsehen und Büchern aufgewachsen, die oft in Englisch, Französisch oder anderen Sprachen verfasst sind. Dies ist wahrscheinlich ein großer Faktor für ihre beeindruckenden Sprachkenntnisse und erklärt vielleicht auch ihre Bereitschaft, mehr zu lernen.

 

Post source : https://www.thelocal.de/20210812/eight-aspects-of-german-culture-foreigners-should-embrace/

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