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Reha-Tempel: Ein Ort der Folter

Reha-Tempel: Ein Ort der Folter

Ein bekannter Schamane und ein Rechtsanwalt haben die Polizeisondereinheit Crime Suppression Division (CSD) aufgefordert, gegen ein Drogenrehabilitationszentrum in einem Tempel in Kanchanaburi wegen angeblicher Folter und anderer Menschenrechtsverletzungen vorzugehen.

Jeeraphan Phetkhao, bekannt als Mo Pla, und Rechtsanwalt Paisarn Ruangrit erschienen bei der CSD mit zehn von 200 befreiten Männern. Befreit wurden diese von Soldaten aus der Drogenrehabilitationseinrichtung des Wat Tha Phu Rat Bamrung im Bezirk Dan Makhamtia in der Provinz Kanchanaburi.

Die Soldaten betraten das Reha-Zentrum und fanden heraus, dass die Männer der Einrichtung in einem einzigen Raum auf dem Tempelgelände zusammengepfercht waren. Sie waren zur Behandlung in das Reha-Zentrum geschickt worden, einige von ihren Eltern, andere von der Polizei.

Insgesamt 216 Männer wurden von den Soldaten befreit und mit Lastwagen in ein Feldlazarett im Ausbildungslager der Armee im Stadtbezirk Kanchanaburi gebracht.

Jeeraphan sagte, die Lebensbedingungen in der Einrichtung seien grauenhaft gewesen. Es war eher die Hölle auf Erden als ein Drogenrehabilitationszentrum. Der Schamane und der Anwalt nahmen Reporter mit, die die Einrichtung besichtigten.

Der Gouverneur von Kanchanaburi, Jeerakiart Phumsawat, traf im Tempel ein, nachdem Jeeraphan ihn angerufen hatte, um über die Zustände dort zu berichten.

Jeeraphan sagte, er habe zuvor eine Anzeige im zuständigen Polizeirevier erstattet, aber die Beamten dort schienen nicht interessiert zu sein.

Er fühlte sich „unsicher“ und beschloss, das CSD um Hilfe zu bitten, sagte er.

Die Rettungsaktion wurde live auf der Facebook-Seite von Jeeraphan übertragen und löste ein schockiertes Echo aus.

Sie zeigte Hunderte Männer, die in einem verschlossenen Raum mit nur zwei Toiletten unter extrem schlechten und überfüllten Bedingungen lebten.

Medienberichten zufolge waren die Süchtigen sowohl freiwillig als auch als Bedingung für ihre Freilassung durch die Polizei dort.

Einige waren auch von ihrer Familie eingewiesen worden, während andere in dem Reha-Tempel waren, damit sie keine Eintragung ins Strafregister erhielten.

Alle mussten 12.000 Baht pro Person zahlen, sobald sie der Behandlung zustimmten, sowie weitere 2000 Baht pro Monat für Lebensmittel.

Für die Behandlung wurde ein zwölfmonatiger Vertrag abgeschlossen. Weitere 10.000 Baht wurden für eine vorzeitige Entlassung oder einen Vertragsbruch verlangt.

„Meiner Meinung nach handelt es sich um eine organisierte Bande, an der Polizei, Tempel und Rettungskräfte beteiligt sind“, sagte Jeeraphan.

„Es ist ungewöhnlich, dass die Polizei aus den Provinzen Kalasin und Roi Et so viele Menschen, die mit Drogen zu tun haben, zur Rehabilitation in diesen Tempel gebracht hat. Aus einigen Dörfern wurden zehn oder mehr Personen dorthin gefahren.

Ich hoffe, dass der nationale Polizeichef die Fernsehberichterstattung über diese Einrichtung sehen und sie untersuchen wird“, sagte der Schamane. Er hoffe, dass der Fall Konsequenzen haben werde.

Rechtsanwalt Paisarn wiederholte die Bemerkung des Schamanen, dass es sich wohl um eine organisierte Bande handele, die in dem Zentrum operiere.

Der Anwalt sagte, dass das, was er gesehen habe, sich kaum von Menschenhandel unterscheide, der damit beginne, Menschen zu „beschaffen“, sie in die Einrichtung zu schicken, Geld zu verlangen und sie zu foltern und zu schlagen.

Berichten zufolge seien zwei oder drei Menschen während der „Behandlung“ gestorben. Es seien keine Autopsien durchgeführt worden, sagte Paisarn.

Einige der Personen, die in den Tempel geschickt wurden, waren keine Drogenabhängigen, sondern Leute, die wegen anderer Delikte wie Schlägereien und Körperverletzung angeklagt waren. Sie wurden von der Polizei dorthin gebracht, die den Eltern der Straftäter mitteilte, dass die Anklage fallen gelassen würde, wenn sie sich für ein Jahr in das Reha-Zentrum begeben würden. Die Eltern mussten die Kosten dafür übernehmen, sagte Paisarn.

Einer der Geretteten sagte, er sei froh, aus dem Tempel herauszukommen. Er war neun Monate lang in „Rehabilitation“ gewesen.

Das Leben im Reha-Zentrum sei wie ein Gefängnisaufenthalt gewesen, meinte er. So musste er um 3.45 Uhr aufstehen, um zu beten. Wenn seine Gebete nicht laut genug waren oder er die Verantwortlichen auf andere Weise nicht zufrieden stellte, verweigerten sie ihm das Essen.

Er sagte, er habe nur eine Mahlzeit am Tag bekommen, obwohl seine Eltern jeden Monat Geld für seine Verpflegung an den Tempel schickten.

Post source : https://www.bangkokpost.com/thailand/special-reports/2186127/temple-rehab-a-site-for-torture

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