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Irrtum Prohibition

Irrtum Prohibition

Heute betrachten die meisten Menschen Amerikas Experiment mit der Alkoholprohibition als eine nationale Peinlichkeit, die 1933 zu Recht aufgehoben wurde. So wird es auch eines Tages mit den Corona-Maßnahmen von 2020/21 sein.

Im Jahr 1920 brauchte man Mut, um sich gegen die Prohibition zu stellen. Das erinnert an heute, denn da braucht man Mut, die Corona-Maßnahmen öffentlich zu kritisieren.

Man nimmt an, dass die wichtigsten Lobbyisten der Prohibition religiöse Leute waren, die den „dämonischen Rum“ anprangerten, oder vielleicht Möchtegern-Schmuggler, die sich auf dem Schwarzmarkt riesige Gewinne erhofften. Tatsächlich war es die damalige Wissenschaft, die den Verfassungszusatz durchsetzte und so viele Gesetzgeber in Richtung eines vollständigen Verbots der Alkoholproduktion bewegte.

Wenn man damals gegen die Prohibition argumentierte, stellte man sich gegen eine Meinung, die von gefeierten Wissenschaftlern und erhabenen sozialen Denkern vertreten wurde. Was man sagte, stand im Gegensatz zum „Expertenkonsens“.

Es gibt eine offensichtliche Analogie zu Corona-Lockdowns und anderen Zwangsmaßnahmen zur Eindämmung der Infektionsrate.

Da war beispielsweise der damals berühmte Radiopriester James Gillis, der Schriften in den 1920er Jahren verfasste. Er war gegen ein Verbot der Alkoholproduktion und des Verkaufs mit der Begründung, dass die sozialen Kosten die angeblichen Vorteile bei weitem überstiegen.

Überraschend ist, wie sehr er sich bei seinen Äußerungen zurückhielt. Er musste seinen Zuhörern versichern, dass er persönlich für Mäßigung sei, dass Alkohol in der Tat „dämonischer Rum“ sei, dass es wahr sei, dass dieses böse Zeug dem Land schreckliche Dinge angetan habe. Dennoch, so sagte er, seien völlige Verbote zu kostspielig.

Die Parallele zu heute: Wenn Leute die Corona-Maßnahmen als überzogen bezeichnen, fügen sie oftmals hinzu, dass Covid-19 selbstverständlich eine ernstzunehmende Erkrankung sei und man keinesfalls leugnen wolle, dass es Corona gebe.

Warum also war Gillis in seiner Rhetorik so zurückhaltend? Es stellt sich heraus, dass er in den 1920er Jahren eine der wenigen berühmten amerikanischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens war, die es wagten, sich gegen eine Politik auszusprechen, die offensichtlich katastrophal war.

In der Literatur jener Zeit argumentierten viele führende Intellektuelle, dass die Prohibition als notwendiger Schritt zur Säuberung der sozialen Ordnung absolut sinnvoll sei.

Um die „Wissenschaft“ hinter der Prohibition zusammenzufassen: In der Gesellschaft herrschte eine enorme Anzahl von Pathologien, die alle auf eine dominante Variable zurückzuführen waren: Alkohol. Es gab Armut, Kriminalität, vaterlose Haushalte, Analphabetismus, politische Entfremdung, soziale Unbeweglichkeit, das Elend der Städte und so weiter. Wenn man sich die Daten genau ansieht, stellt man fest, dass in all diesen Fällen der Alkohol ein gemeinsames Element ist. Mehr als jeder andere Einzelfaktor sticht dieser als Hauptfaktor und damit als plausibelster Verursacher hervor.

Wenn man in dieser zweidimensionalen Weise denkt, ohne an die unbeabsichtigten Folgen zu denken, liegt es auf der Hand, dass die Beseitigung dieses Faktors den größten Beitrag zur Beseitigung der Ursache leisten würde. Verbieten Sie den Alkohol, und Sie werden einen Schlag gegen Armut, Krankheit, Familienzerfall und Kriminalität führen. Die Beweise waren nach ihrem Verständnis unumstößlich. Tue dieses, dann jenes, und alles wird schön.

Allerdings war die Argumentation nicht immer so eindeutig. Simon Patten (1852-1922) war Lehrstuhlinhaber an der Wharton School of Business. Sein Argument für das Alkoholverbot Ende des 19. Jahrhunderts war ein kompliziertes Argument, das sich auf das Wetter in Amerika bezog. Es wird mal kalt, mal heiß, wieder kalt, und der Alkoholkonsum schien seiner Meinung nach diesen Veränderungen zu folgen und die Menschen dazu zu bringen, immer mehr zu trinken, bis ihr Leben zusammenbrach.

Mark Thornton, der führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Ökonomie der Prohibition und ihrer Geschichte, fasst dies wie folgt zusammen: „Für Patten ist Alkohol ein Produkt, bei dem es kein Gleichgewicht im Konsum gibt. Entweder ist man gut und verzichtet auf Alkohol, oder man wird zum Säufer und zerstört sich selbst.“

Der einflussreichste Wirtschaftswissenschaftler der nächsten Generation, der die Prohibition befürwortete, war der akademische Rockstar und progressive Sozialwissenschaftler Irving Fisher, dessen Beitrag dazu, dass sich die Wirtschaftswissenschaften mehr mit Daten als mit Theorie befassen, legendär ist.

1920 schrieb er im „Journal of the American Medical Association“ über die Alkoholprohibition: „Die meisten von uns sind davon überzeugt, dass es sich um eine der segensreichsten Maßnahmen handelt, die je von einem Gesetzgeber verabschiedet wurden.“

Wenn man all das liest, fühlt man sich an die wissenschaftliche Schlussfolgerung der US-Seuchenbehörde CDC erinnert, wonach die Schließung von Restaurants während einer Pandemie Leben rettet – ein Fazit, das auf einer Studie beruht, die so schwach ist, dass jeder, der sich ein wenig mit Statistik und Kausalität auskennt, sofort erkennen kann, dass sie unzureichend ist. Ein weiterer Fall war die brutale und unwissenschaftliche Schließung von Schulen.

Es stimmt auch, dass die Gegner der Prohibition routinemäßig und öffentlich als heimliche Trunkenbolde denunziert wurden, die für Schwarzbrenner arbeiteten oder einfach nicht wissenschaftlich vorgingen. In unserer Zeit werden die Gegner von Schulschließungen als Oma-Killer, Wissenschaftsfeinde, Sozialschädlinge und Impfverweigerer bezeichnet. Es sind Verleumdungen, die kommen und gehen.

Was die Prohibition schließlich zu einem Ende brachte, war nicht die Ersetzung einer wissenschaftlichen Orthodoxie durch eine andere, sondern die Nichtbefolgung durch den größten Teil der Bevölkerung. Als die Durchsetzung nicht mehr lohnte und Franklin D. Roosevelt den Widerstand gegen die Prohibition als politisch vorteilhaft ansah, wurde das Gesetz schließlich geändert.

Wenn wir auf die amerikanische Geschichte zurückblicken, erweist sich die Prohibition als eines der unglaubwürdigsten, zerstörerischsten und unrentabelsten sozialen und wirtschaftlichen Experimente der Neuzeit. Allein die Vorstellung, dass die Regierung aus eigener Machtvollkommenheit die Herstellung und den Vertrieb von Alkohol aus der Gesellschaft verbannen wollte, erscheint uns heute als mittelalterliches Hirngespinst, das für das ganze Land zum Desaster wurde.

Post source : https://brownstone.org/articles/the-respected-scientists-who-pushed-for-alcohol-prohibition-in-1920/

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