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Weltnaturerbe oder Schatz?

Weltnaturerbe oder Schatz?

[corner-ad id=”1″]Am 26. Juli wurde der Nationalpark Kaeng Krachan und der angrenzende Waldkomplex in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes eingetragen. Der Antrag auf Listung war bereits der vierte Versuch der thailändischen Regierung.

In der letzten Sitzung im Jahr 2019 entschied das Welterbekomitee (WHC) der UNESCO, den Wald nicht als Weltnaturerbe in Betracht zu ziehen mit der Begründung, dass die Informationen über die Grenzen veraltet seien und es an einer Beteiligung der lokalen Gemeinden fehle.

Dieser Nationalpark ist mit berüchtigten Berichten über Konflikte zwischen staatlichen Parkbeamten behaftet, die zu illegalen Maßnahmen griffen, um indigene Karen-Dorfbewohner aus dem Wald zu vertreiben, in dem sie seit mehr als einem Jahrhundert siedelten.

Zum einen leben sie im Einklang mit der Natur, zum anderen lebten sie in diesem Gebiet schon lange bevor es zu einem Nationalpark wurde. Das aber ficht die Parkbeamten nicht an, die mit allen Mitteln versuchen, die Ureinwohner zu vertreiben.

Die thailändischen Delegierten waren trotz allem fest entschlossen zu erreichen, dass der Nationalpark in diesem Jahr von der UNESCO gelistet wird, da Thailand eines der Mitgliedsländer im Beurteilungskomitee ist und die thailändische Regierung Berichten zufolge hoffte, die Zustimmung von China, dem Gastgeberland der UNESCO-Sitzung, zu erhalten.

Zwei Wochen vor der Konferenz machte die Nationale Menschenrechtskommission (NHRC) – ein relativ ruhiges staatliches Gremium – eine seltene öffentliche Ankündigung, in der sie die thailändische Regierung aufforderte, ihre Bewerbung zurückzuziehen, und dabei auf Menschenrechtsfragen anspielte. Bedauerlicherweise stieß die Warnung beim Umweltministerium auf taube Ohren.

Das Umweltministerium, das für die Überwachung der Nationalparks zuständig ist, hat hart daran gearbeitet, zu zeigen, dass Kaeng Krachan der Stolz der Nation ist und zum Weltnaturerbe gehören könnte, da es ein Gebiet ist, das die Koexistenz von Menschen und Waldökologie hervorhebt. Als Kohlenstoffsenke, die erderwärmende Emissionen absorbieren kann, ist das Waldgebiet auch eine Lösung für den Klimawandel.

Nun lag das Bestreben der thailändischen Regierung darin, den Welterbestatus zu erlangen. Der Beurteilungsausschuss der UNESCO ist ein Gremium von 20 Mitgliedern, das geheim abstimmt. Die Sitzungsrunde begann am 16. Juli, und am 26. Juli traf das Beurteilungskomitee die Entscheidung, dass der Nationalpark Kaeng Krachan bei der UNESCO als Weltnaturerbe gelistet wird. Damit hat Thailand eine weitere Welterbestätte bekommen.

Eine Ablehnung hätte dem Land indes besser gedient.

Die thailändische Gesellschaft hat viel von den Debatten um den Nationalpark Kaeng Krachan profitiert und davon, ob dieses Waldgebiet es verdient hat, Weltnaturerbe zu werden. Es wurde auch über die Bedeutung und den Vorteilen eines solchen Status diskutiert. Die Gesellschaft konnte etwas über den Streit der ethnischen Karen-Dorfbewohner mit dem Staat erfahren, die gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

Die politischen Entscheidungsträger waren in den letzten Jahren gezwungen, die starre Waldschutzpolitik zu überarbeiten, die dem Wald und den Menschen Priorität einräumt, nicht nur ersterem. Sowohl das Umweltministerium als auch die Nationalparkbehörde (DNP) müssen sich mehr anstrengen, um mit den lokalen Karen-Gemeinden zu kooperieren und Differenzen beizulegen.

Schließlich bedeutet der Status als Weltnaturerbe, dass der Kaeng-Krachan-Nationalpark als Schatz der Menschheit behandelt werden muss und nicht nur als Tourismusmagnet. Um diesen Status zu erreichen, haben Umweltministerium und DNP eine größere und edlere Aufgabe: einen Weg zu finden, dass dieser Nationalpark allen gehört, angefangen bei den Karen-Dorfbewohnern, die schon länger als alle anderen in diesem Wald leben.

Ob es möglich ist, dass die Parkleitung ihre „Differenzen“ mit den Karen beilegen kann, bleibt abzuwarten. Zumal „Differenzen“ ein äußerst geschöntes Wort ist.

Wenn man vom Nationalpark Kaeng Krachan spricht, sollte man auch immer den Karen-Aktivisten Porlajee „Billy“ Rakchongcharoen erwähnen, der sich immens für die Rechte seiner Gemeinde eingesetzt hat. Kein Wunder, dass er der Parkleitung ein Dorn im Auge war.

Am 17. April 2014 wurde er von Parkmitarbeitern festgenommen, weil er angeblich wilden Honig gesammelt haben soll. An diesem Tag wurde Porlajee das letzte Mal lebend gesehen.

Die Parkleitung teilte mit, Porlajee sei nach der Festnahme wieder freigelassen worden. Bürgerrechtsanwälte wollten das nicht glauben und haben den Verdacht nahe gelegt, dass es sich um einen Fall von „erzwungenem Verschwinden“ handelt.

2019 wurden im Park Knochenreste gefunden. Nach einer DNS-Untersuchung wurde bestätigt, dass es sich bei den sterblichen Überresten um Porlajee handelt. Der Verdacht erhärtet sich, dass er von der Parkleitung nach der Festnahme ermordet wurde und die Täter die Leiche verschwinden ließen.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2153907/national-park-or-treasure-

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