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Mittsommerfest

Mittsommerfest

Am 25. Juni hatte mich ein schwedischer Freund zum Mittsommerfestvorabend eingeladen. Weit weg von der Heimat gedenken die Schweden auch in Thailand einem der wichtigsten Tage in ihrem Land. Mittsommer ist fast genauso wichtig wie Weihnachten oder Silvester.

Der Mittsommer – schwedisch Midsommar – wird in Schweden mit Verwandten, Freunden und Nachbarn gefeiert. Mittsommar markiert zwar die Sonnenwende, also den längsten Tag des Jahres, wird in Schweden laut Gesetz aber immer am Samstag zwischen dem 20. und 26. Juni gefeiert. Der Tag vor diesem Samstag ist ebenfalls wichtig und kann mit Heiligabend vor dem eigentlichen Weihnachtstag verglichen werden. Der Freitag ist kein Feiertag, dennoch sind die meisten Geschäfte geschlossen, die Stadtbewohner fahren aufs Land, um dort zu feiern.

Am Mittsommerabend wird ein Baumstamm aufgerichtet, der mit grünen Blättern geschmückt ist. Dieser Brauch ähnelt sehr der deutschen Tradition des Maibaumaufstellens.

Tatsächlich wird der „Mittsommerbaum“ Maistange (majstång) genannt, auch wenn „maj“ nichts mit dem Monat Mai zu tun hat, sondern von dem Wort „maja“ abstammt, das „mit Blumen schmücken“ bedeutet.

Die Maistange sieht je nach Region unterschiedlich aus, es gibt auch eigene Traditionen. Der mit Blumen und Blättern geschmückte Stamm wird aufgerichtet, dann wird im Kreis um ihn herumgetanzt.

Mein schwedischer Freund erzählte mir auch von dem Brauch, dass unverheiratete Mädchen in der Nacht auf den Mittsommertag auf sieben Wiesen sieben unterschiedliche wilde Blumen pflücken und diese in der Nacht unter ihr Kopfkissen packen. Wenn sie in der Nacht von einem Jungen träumen, werden sie diesen heiraten. Erzählen dürfen sie aber niemandem von diesem Traum.

Als ich meinen Freund daraufhin aufforderte, doch jetzt Blumen auf sieben Wiesen pflücken zu gehen, um in der Nacht von seinem Tirak zu träumen, sagte er, er lege sich lieber sieben Bierflaschen unters Kopfkissen.

Schweden, die nicht viel trinken – so etwas soll es geben – machen am Mittsommerabend eine Ausnahme und langen gut zu.

Mein Freund bereitete leckere Gerichte vor, auch typisch schwedische wie Hering mit Senf oder Kartoffeln mit Dill.

Mit der Zeit stieg die Stimmung, es wurde immer lauter. Wir hörten auch Musik. Die Frau meines Freundes bat uns dann aber, die Musik leiser zu machen. Sie fürchtete, die Polizei könnte auftauchen und das gesellige Beisammensein mehrerer Haushalte beenden.

Wenn der Biervorrat zur Neige ging, beauftragten wir die Nachbarskinder damit, in einem Geschäft Nachschub zu holen. Sie lauerten schon darauf, denn immer gab es für ihre Dienste ein wenig Trinkgeld, und sie brachten sich selbst dann ein Eis mit.

Post source : Gustav Tietz, Pattaya

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