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Zinssenkung ist keine Lösung

Zinssenkung ist keine Lösung

Premierminister General Prayuth Chan-ocha hat kürzlich die Bank of Thailand aufgefordert, die Zinssätze für Kreditkarten und Privatkredite zu überprüfen, um die in die Höhe schießende Verschuldung der Privathaushalte in den Griff zu bekommen.

Außerdem wies der General verschiedene Behörden an, ihre Bemühungen zu beschleunigen, um die Schuldenlast verschiedener Personengruppen innerhalb von sechs Monaten anzugehen.

Die Verschuldung der thailändischen Privathaushalte lag im vergangenen Jahr bei 14 Billionen Baht – das entspricht 89,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – das ist der höchste Stand seit 18 Jahren.

Ökonomen glauben, dass der Wert dieses Jahr über 90 Prozent erreichen könnte. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Verschuldung der thailändischen Haushalte viel höher ist als die Verschuldung der Unternehmen, die 9,5 Billionen Baht beträgt.

Steigende Haushaltsschulden sind eine tickende Zeitbombe für die Wirtschaft. Eine hohe Verschuldung reduziert die Fähigkeit eines Haushalts, Ausgaben zu tätigen und Verpflichtungen zurückzuzahlen, was das Finanzsystem zukünftig beeinträchtigen könnte.

Eine Führungskraft der Zentralbank sagte, auf Wunsch von General Prayuth plane die Bank of Thailand, die Obergrenze der Zinssätze für einige Privatkunden-Kreditarten mit Zinssätzen von über 20 Prozent pro Jahr um ein bis zwei Prozent zu senken, darunter Privatkredite, Autokredite und sogenannte Nano- und Pico-Finanzierungen.

Obwohl General Prayuth es gut meint, geht seine Entscheidung, sich auf Zinssenkungen zu verlassen, um die Schuldenlast der Bevölkerung zu verringern, nicht an die eigentlichen Ursachen heran.

Eine Senkung der Höchstsätze für Privatkredite um ein bis zwei Prozent wird das Problem nicht lösen, da die meisten Kreditgeber derzeit Kredite mit niedrigeren Zinssätzen als dem Höchstsatz anbieten.

Die Zentralbank hat zum Beispiel die Obergrenze für Autokredite auf 24 Prozent festgelegt, aber die Anbieter bieten Kredite zu 18 Prozent an, da der Wettbewerb nach dem Markteintritt der Government Savings Bank (GSB) sehr hoch ist.

Infolgedessen könnte die vom Premierminister geforderte Senkung der Höchstsätze nicht effektiv sein, um Schuldnern zu helfen, die nicht in der Lage sind, die Zinsen für ihre Haushaltsschulden zu bedienen.

In der Tat sollte sich die Regierung die Rolle der GSB bei der Senkung des Zinssatzes für Autokredite auf dem Markt zum Vorbild nehmen.

Die Zentralbank scheint die Einschränkung gut zu verstehen. Ihr geldpolitischer Ausschuss stimmte einstimmig dafür, den Leitzins bei 0,5 Prozent zu belassen.

Das Komitee war der Meinung, dass finanzielle Maßnahmen, insbesondere spezielle Kreditleistungen für Unternehmen und Schuldenumstrukturierungen, die Belastung der betroffenen Unternehmen und Haushalte gezielter reduzieren sollten als eine Senkung des ohnehin schon niedrigen Leitzinses.

Die steigende Verschuldung der Privathaushalte kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden.

Ein Faktor ist, dass Thais gern über ihre Verhältnisse leben und kein Problem damit haben, Schulden zu machen. Wenn sie durch die Politik ermuntert werden, weitere Kredite aufzunehmen, ist es kein Wunder, wenn die Haushaltsschulden immer weiter steigen.

Die schleppende Wirtschaft und die Corona-Krise haben die Arbeitslosigkeit erhöht und die Haushalte dazu gezwungen, mehr Schulden aufzunehmen, um über die Runden zu kommen.

Mittlerweile nehmen Haushalte und Kleinstunternehmen auch Kredite bei informellen Kreditgebern oder Kredithaien auf, da die Finanzinstitute bei der Kreditvergabe strenger sind.

Tatsächlich ist die derzeitige Verschuldung der Haushalte nur die Spitze des Eisbergs, da die offiziellen Zahlen nur die Schulden bei Finanzinstituten umfasst und nicht die informellen Schulden, die woanders aufgenommen wurden.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2139479/rate-cut-not-the-answer

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