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Frischer Wind in der Stadt

Frischer Wind in der Stadt

Anfang Juni gab es eine gute Nachricht in Bezug auf die öffentliche Sicherheit und die städtische Umwelt, schreibt Kolumnistin Sirinya Wattanasukchai. So wurde berichtet, dass das Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning (Onep) eine strengere Regel zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für Hochhaus-Projektentwickler durchsetzen wolle.

Natürlich stieß dieser Schritt auf heftigen Widerstand der Verbände Housing Business Association, Thai Condominium Association und Thai Real Estate Association. Diese Verbände beklagten, dass die vorgeschlagene Regelung es Investoren erschweren würde, Projekte zu entwickeln, und dass sie die Immobilien teurer machte. Unnötig zu sagen, dass die Regierung nach dem Widerstand der Entwickler einen Rückzieher machte.

Im Wesentlichen würde die vorgeschlagene neue Regelung von einem Bauträger verlangen, eine dreidimensionale Projektion vorzulegen, um sicherzustellen, dass das geplante Projekt weder Wind noch Licht blockiert. Das ist eine Reaktion auf Beschwerden von Anwohnern, die durch Hochhausprojekte sowohl die Belüftung als auch das Sonnenlicht beeinträchtigt sehen.

Angesichts des Widerstands von Bauherren bleibt es ungewiss, ob Onep es wagen wird, die neue Regel durchzusetzen, von der man annimmt, dass sie dem Wirtschaftssektor schadet, der bereits unter Corona gelitten hat. Die Zukunft sieht für ein so gutes Umweltschutzgesetz daher düster aus. Während der öffentlichen Anhörung sorgte Onep für Verwirrung, indem gesagt wurde, dass es sich nur um eine „Richtlinie“ und nicht um eine „Verordnung“ handele.

Angesichts einer solch dilettantischen Leistung von Onep, einer wichtigen staatlichen Umweltbehörde, kann ich mir nur vorstellen, wie unbewohnbar die Metropolregion Bangkok in Zukunft werden wird.

Der Einfluss von Hochhäusern auf Wind und Sonnenlicht betrifft nicht nur Hausfrauen, die ihre Wäsche zum Trocknen aufhängen, oder Bewohner, die nach draußen gehen und eine frische Brise genießen wollen. Schlechte Belüftung in großem Maßstab bedeutet, dass die Luft stagniert, was schließlich zu Luftverschmutzung führt. In der Tat wird berichtet, dass das Feinstaubpartikel-Verschmutzungsproblem in Bangkok teilweise das Ergebnis eines Mangels an Wind und Belüftung ist, um Staubpartikel in den oberen Luftschichten zu zerstreuen.

Der lauwarme Ansatz der thailändischen Regierungsbehörde steht in starkem Kontrast zu Japan. Ich erinnere mich, dass ich Anfang des Jahres eine Folge des Bosai-Programms mit dem Titel „Städtischer Sturm“ auf dem NHK World-Kanal gesehen habe.

Die Episode untersuchte den Taifun Jebi, der 2018 über Osaka wütete, Dutzende von Lastwagen und Autos umwehte und das Gebäude eines Kameraladens in Namba zum Einsturz brachte. Die Experten in der Sendung untersuchten, warum die Namba Station, eines der beiden großen Zentren in Osaka, stärkere Schäden erlitt als das andere.

Es wurde eine Simulation durchgeführt, um zu zeigen, wie die Windströmung verstärkt wird, nachdem sie durch Gebäude blockiert wurde. Eine andere Simulation zeigte, wie das Muster der Gebäudestandorte das Windmuster verändern kann – und den Wind stärker oder schwächer macht. Prof. Tetsuya Takemi, Experte am Disaster Prevention Research Institute der Universität Kyoto, stellte in der Sendung fest, dass Stürme wahrscheinlich in Stadtteilen mit dicht an dicht gebauten Gebäuden unterschiedlicher Höhe auftreten – von Flachbauten bis hin zu Wolkenkratzern. Im Fall des Taifuns Jebi wurde die Windintensität und -geschwindigkeit verstärkt, als er im Betondschungel zirkulierte. Schließlich traf er auf das Gebäude des Kameraladens in der Nähe der Namba Station und brachte es zum Einsturz.

Nachdem ich die Sendung gesehen hatte, musste ich an das Bild eines Bangkoker Hochhauses mit 9000 Eigentumswohnungen denken, das sich letztes Jahr in den sozialen Medien verbreitete. Auf dem Bild war eine Reihe von vier gigantischen Eigentumswohnungstürmen zu sehen, jeder etwa 400 Meter lang. Sie stehen auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik, die sich in der Gegend von Bang Son nahe der Purple Line befindet. Sich ein solches Bild machen zu können, kann einerseits als große Entwicklung für Bangkok angesehen werden, andererseits aber es zeigt auch, wie ignorant Beamte sein können, weil sie die Auswirkungen eines derartigen Bauwerkes auf die Belüftung der Stadt und mögliche Überschwemmungen nicht in Betracht ziehen.

Wenn man die Kommentare liest, kann man sich leicht vorstellen, welche Nachteile riesige Projekte wie dieses – eines von Dutzenden in Bangkok – für die Anwohner haben könnten. Eine Userin, der angab, in der Nähe eines der Gebäude zu wohnen, sagte, dass es in ihrem Haus früher viel Sonnenlicht und Belüftung gegeben habe. Nun liege es im Schatten des Hochhauses.

Eine andere Frau, die in einem Haus neben dem Projekt wohnt, sagte, dass der Wind viel stärker geworden sei und sie Angst habe, dass das Dach ihres Hauses weggeblasen werden würde.

Ein User, der sagte, er lebe seit über 30 Jahren in der Nachbarschaft, habe erlebt, dass sich die Windströmung veränderten und die Luftqualität schlechter geworden sei, nachdem viele Eigentumswohnungsprojekte in dem Viertel aus dem Boden gestampft worden waren.

Ich bin mir sicher, dass das kolossale Projekt in der Gegend Bang Son nicht das erste ist und auch nicht das letzte sein wird. Bangkok wird wahrscheinlich noch mehr von Menschen verursachte Katastrophen erleben, die aussehen, als wären sie natürlichen Ursprungs. Und es wäre eine Schande, wenn Onep die Chance verspielt, Hochhäuser sicherer und umweltfreundlicher zu machen, indem die Behörde einen Rückzieher bei dieser wertvollen UVP-Vorschrift macht.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2138783/high-rise-rule-would-be-wind-of-change-for-city

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