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Dem Staat kann man nicht vertrauen

Dem Staat kann man nicht vertrauen

Der Skandal um den Getränkehersteller ThaiBev zeigt, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung auf einem Tiefststand angelangt ist.

Der Skandal legte offen, wie die Regierung an einem der größten Konglomerate Thailands, ThaiBev, beteiligt ist bzw. dieses bevorzugt behandelt. Neben mangelnder Transparenz behindert die Vetternwirtschaft das öffentliche Vertrauen in die Regierung.

Was war passiert? Der Staatssekretär des Innenministeriums, Chatchai Phromlert, hatte ein „dringendes“ Schreiben an die Gouverneure aller Provinzen des Landes gesandt und diese aufgefordert, Corona-Impfstoffe an die Betriebe von ThaiBev in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich auszuliefern.

In dem Schreiben heißt es auch, dass das Zentrum für Covid-19-Situationsverwaltung das Ministerium für öffentliche Gesundheit angewiesen habe, ThaiBev entsprechend zu berücksichtigen.

Als Grund wurde angegeben, dass ThaiBev mehr als 43.000 Angestellte mit mehr als 28.000 Familienmitgliedern in allen 77 Provinzen habe. Da es sich um ein großes Unternehmen handele, müssten die Mitarbeiter alle geimpft werden, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern.

Chatchai sagte, dass das Ministerium gemäß dem nationalen Impfstoffplan gehandelt habe, um potentielle Cluster zu verhindern.

„Wir tun das nicht nur für ThaiBev. Jede Organisation kann basierend auf den Vorschriften den gleichen Antrag stellen“, sagte er.

Um bei der Berichterstattung fair zu bleiben, ist die Forderung nach Priorisierung von Arbeiterunterkünften und Fabriken, in denen räumliche Nähe zu anderen Personen nicht umgangen werden kann, sicherlich keine ganz schlechte Idee.

Die Öffentlichkeit griff jedoch die durchgesickerte Ankündigung auf und kritisierte die Regierung wegen Vetternwirtschaft. Schließlich ist ThaiBev einer der größten Mischkonzerne des Landes mit engen Verbindungen zur Regierung. Die Führung ist zwar gegenüber der Öffentlichkeit unpolitisch, wird aber beschuldigt, die Regierungspartei im Vorfeld der Wahlen finanziert zu haben.

Es muss hier irgendeine Art von Korruption geben, hieß es in den Social-Media-Posts, nachdem die Sache bekannt wurde.

Kritiker fügten hinzu, dass dies ein weiterer Fall sei, in dem die Regierung ein Unternehmen mit engen Verbindungen zu den an der Macht befindlichen Generälen unterstützt. ThaiBev gehört wie die anderen Multi-Milliarden-Baht-Unternehmen zu den Konglomeraten, die den „20 Familien“ gehören, die das politische System finanzieren.

Ungeachtet der Argumente für die öffentliche Gesundheit, die dafür sprechen, dass große Unternehmen mit Impfstoffen versorgt werden, war der Aufschrei in den sozialen Medien so groß, dass das Innenministerium sein Schreiben zurückzog.

ThaiBev dürfte sicher nur die Spitze des Eisberges sein. Es gibt bestimmt andere Unternehmen wie beispielsweise CP oder Thai Union, die bei der Impfstoffvergabe einen Vorteil erhalten, nur wird das nicht öffentlich bekannt.

Das kann wie gesagt auch eine gute Idee sein. Aber weil das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung so gering ist und in die Erwartungshaltung besteht, dass es Absprachen zwischen der Regierung und den Großunternehmen zum Nachteil der Öffentlichkeit geben muss (und dies oft der Fall ist), würde auch in diesem Fall dieser Logik zufolge der Öffentlichkeit ein Schaden entstehen.

Die Regierung ist ein Opfer ihres eigenen Versagens, und wenn sie nicht transparenter und kommunikativer wird, werden Situationen wie diese weiterhin vorkommen.

 

Post source : https://www.thaienquirer.com/28774/opinion-weekend-thaibev-saga-shows-public-trust-in-government-at-all-time-low/

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