Header Banner
Header Banner

Schwieriges Leben für Bargirls

Schwieriges Leben für Bargirls

Kürzlich machte eine Meldung Schlagzeilen, wonach in Pattaya 29 arbeitslose Bargirls und ein Ausländer von der Polizei festgenommen, weil sie mutmaßlich gegen die Anti-Corona-Vorschriften verstoßen hatten.

Der Vorwurf lautete, dass sich viele Menschen an einem engen Ort versammelt hatten, um Online-Live-Streams für Kunden im Ausland durchzuführen.

Das ist illegal, denn aufgrund der Anti-Corona-Maßnahmen und damit verbundenen Einschränkungen wurden alle Unterhaltungsbetriebe in ganz Thailand vor rund drei Monatem geschlossen.

Der Sprecher einer Polizei-Spezialeinheit leitete die Razzia kurz vor Sonnenuntergang in einem gemieteten Zimmer in Pattaya.

Der Polizeisprecher erklärte, die Polizei verstehe, dass Menschen arbeitslos sind und versuchen, ein Einkommen zu erzielen. Doch das Gesamtproblem bestehe in diesem Fall darin, dass sich viele Menschen auf engem Raum versammelten und keine angemessene soziale Distanzierung vornahm.

Die 29 Frauen und der Ausländer, der laut Polizei bei der Technik für die Live-Übertragung half, wurden festgenommen und zu einem Polizeirevier gebracht. Die Live-Streaming-Geräte wurden beschlagnahmt und als Beweismittel mitgenommen.

Bar-Live-Streaming hatte schon während des Lockdowns im letzten Jahr an Popularität zugenommen, wie der HALLO bereits berichtet hatte.

Offenbar hat niemand darüber nachgedacht, was das für Auswirkungen auf Betreiber und Mitarbeiter dieser Betriebe hat. Allein in Pattaya dürften wegen dieser Zwangsschließung Zehntausende Menschen arbeitslos geworden sein, ohne dass die Regierung diesem Sektor finanzielle Hilfe gewährt.

Da Pattaya so stark vom Tourismus und dem Unterhaltungssektor abhängig ist und Schätzungen zufolge bis zu 80 Prozent des gesamten BIP der Region aus dem Tourismus stammen, haben die Schließungen ohne finanzielle Unterstützung viele Menschen dazu veranlasst, Einkommen aus alternativen Einnahmequellen zu suchen. Wenn sie das nicht machten, würden sie verhungern.

Laut Polizei hat das Live-Streaming daher in der ganzen Stadt zugenommen.

Die Live-Streams reichen von kleinen Einzelproduktionen von arbeitslosen Bargirls bis hin zu größeren mit Gruppen aus verschiedenen Bars und Nachtclubs. Hauptsächlich tanzen die Frauen und interagieren online mit Zuschauern. Dafür bekommen sie von diesen „Zaungästen“ virtuelle Getränke, wovon sie wie im echten Barbetrieb eine Provision erhalten.

Die Anzahl ehemaliger Bargirls, die ihre eigenen Facebook-, Youtube- und Onlyfans-Feeds betreiben, hat deutlich zugenommen. Sie versuchen, mit oder auch ohne Wissen ihres Unternehmens, das vom Staat zwangsweise geschlossen wurde, ein Einkommen zu erzielen.

Die Polizei hatte bis vor kurzem größtenteils ein Auge zugedrückt und kaum etwas gegen die vielen Live-Streams unternommen. Jetzt erklärte sie jedoch, das Hauptproblem sei nicht das Streaming selbst, sondern ein Verstoß gegen die Anti-Corona-Vorschriften durch Ansammlungen von Personengruppen.

Die Verhaftung der Bargirls erfolgte zu einem Zeitpunkt, als der Unterhaltungssektor sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene die Regierung um finanzielle Unterstützung anflehte, damit die Branche die Zwangsschließung überstehen kann, zumal kein Ende in Sicht ist.

So wurde beispielsweise den Betreibern der Unterhaltungsbetriebe in Phuket, das seit 1. Juli für ausländische Touristen wieder geöffnet ist, mitgeteilt, dass sie ihre Bars und Clubs vorerst nicht öffnen dürften. Außerdem sei nicht genügend Impfstoff vorhanden und daher könnten die Mitarbeiter der Unterhaltungsbetriebe nicht alle geimpft werden.

Auf nationaler Ebene haben auch viele große Unterhaltungsverbände sowie Musiker die Regierung um finanzielle Hilfe gebeten oder um die Erlaubnis, ihre Veranstaltungsorte und Betriebe wieder öffnen zu dürfen.

Das Zentrum für Covid-19-Situationsverwaltung (CCSA) erklärte, dass man die Leute verstehe, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, aber dass es fast unmöglich sei, die Regeln für den Unterhaltungssektor zu lockern, da Menschen sich nicht an die Anti-Corona-Vorschriften halten, wenn sie betrunken sind.

Vorerst bleibt der Unterhaltungssektor in Pattaya geschlossen, fast ohne finanzielle Hilfsprogramme und ohne einen Zeitrahmen, was wahrscheinlich dazu führen wird, dass viele Mitarbeiter in dieser Branche weiterhin potentielle alternative Einnahmequellen suchen, um über die Runden zu kommen.

Inzwischen ist auch bewiesen, dass Bars und Clubs mit der Verbreitung von Corona offenbar doch nicht so viel zu tun haben. Denn trotz der Schließung der Branche stiegen die Chonburi die Fälle sprunghaft an. Hauptsächlich erfolgte die Ansteckung auf Märkten, in Fabriken und auf Baustellen bzw. in den Wohnheimen der Arbeiter, in denen beengte Verhältnisse herrschen.

Post source : https://thepattayanews.com/2021/06/24/29-unemployed-bargirls-in-pattaya-arrested-for-doing-online-livestreaming-alleged-violation-of-covid-19-rules/

Beiträge