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Quasi-Lockdown geht zu weit

Quasi-Lockdown geht zu weit

In Bangkok und neun anderen Provinzen, teils an Bangkok angrenzend, teils im Süden an der malaysischen Grenze – wurde buchstäblich von heute auf morgen – mitten in der Nacht – der Notstand ausgerufen.

Es handelt sich um einen Quasi-Lockdown, der vor allem wieder einmal die Hauptstädter trifft. Mit diesem verzweifelten Versuch soll die dritte Corona-Welle aufgehalten werden, die einfach nicht verschwinden will.

Die verhängten restriktiven Maßnahmen sind weit reichend. Zunächst hatte Premierminister General Prayuth Chan-ocha die Schließung bzw. Absperrung aller Camps befohlen, in denen Bauarbeiter leben. Unglaublich aber wahr: Alle Baustellen in Bangkok bleiben damit einen Monat lang verwaist.

Vor allem ausländische Bauarbeiter haben ihre Camps verlassen, bevor sie eingesperrt werden konnten. Es wurde von einem Exodus Richtung Isan und Kambodscha berichtet.

Der 30-tägige Lockdown aller Baustellen und Arbeiter-Camps im Großraum Bangkok kostet 140 Milliarden Baht und löst einen Welleneffekt auf alle Lieferketten im Bau- und Immobiliensektor mit unvorhersehbaren Verlusten aus.

Das sagte Sarun Rojlertjanya, stellvertretender Generalsekretär des thailändischen Bauunternehmerverbandes. Die Verluste durch die abrupte Schließungsanordnung im Bausektor seien größer als der Wert, den der Sektor zum Bruttoinlandsproduktion beiträgt.

„Die Lieferketten des Bausektors sind groß“, sagte er. „Viele Hersteller von Baumaterialien, Subunternehmer und Transportdienste sind betroffen.“

Jedes Jahr trägt der Bausektor acht Prozent zum BIP bei. Das einmonatige Einfrieren macht etwa 0,66 Prozent des BIP aus oder rund 100 Milliarden bei einem Gesamt-BIP von etwa 15,7 Billionen, bezogen auf die Zahl von 2020.

Weitere Maßnahmen betreffen die Gastronomen. Der Verzehr von Speisen in Restaurants ist verboten. Ebenso verboten ist der Verzehr von Speisen innerhalb und außerhalb von Einkaufszentren, Hotels, Bus- und Bahnhöfen, Supermärkten und Flughäfen. Nur Speisen außer Haus sind erlaubt.

Man muss sich einmal vorstellen, wie verschaukelt sich die Betreiber von Restaurants, Garküchen oder Cafés vorkommen müssen. Ebenso wie ihre deutschen Kollegen können sie sich nicht auf die Regierung verlassen. Erst dürfen sie öffnen und schon ein paar Tage später sind sie wieder im Lockdown.

Die deutschen Gastronomen hielten sich an jede Maßnahme, bauten ihre Gaststätten um, damit sie den gesetzlichen Hygienevorschriften Genüge leisten. Dann wurde der zweite Lockdown wurde ausgerufen, die Lokale mussten schließen.

Ähnliches jetzt in Bangkok. Die Gastronomen haben sogar versucht, ihre Mitarbeiter alle impfen zu lassen, damit sie auf der sicheren Seite sind. Der Staat belohnte dies, indem sie keine Gäste mehr haben dürfen.

Wie viele werden durch diese plötzliche Kehrtwende der Behörden aus dem Geschäft gedrängt? Ob die von der Regierung versprochene Finanzspritze an die Gastronomen hieran etwas ändert, bleibt die große Frage.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2139463/quasi-lockdown-may-be-a-step-too-far https://www.bangkokpost.com/business/2140011/quasi-lockdown-in-capital-to-cost-b140bn

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