Header Banner
Header Banner

Junge Leute haben psychische Probleme

Junge Leute haben psychische Probleme

Die Auswirkungen von Corona und dem nicht endend wollenden Quasi-Lockdown auf die psychische Gesundheit der Menschen in Thailand können weder bezweifelt noch ignoriert werden. Aber wer interessiert sich für die Kinder und Jugendlichen, die besonders leiden?

Eltern aus Haushalten mit niedrigem Einkommen, bangen um ihren täglichen Mindestlohn von mickrigen 300 Baht, weil ihnen Arbeitslosigkeit droht, wenn sie ihren Job nicht bereits verloren haben. Kleinen und mittelständischen Unternehmern droht Geschäftsaufgabe und damit die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage.

Da darf man sich fragen, wie bei diesem drohenden Zusammenbruch die Erwachsenen noch Zeit finden sollen, sich um die Bedürfnisse ihrer Kinder zu kümmern.

UNICEF veröffentlichte bereits im April 2020 die Ergebnisse einer in Thailand durchgeführten Umfrage, in der mehr als sieben von zehn Kindern und Jugendlichen angaben, dass Corona ihre psychische Gesundheit beeinträchtige und zu erhöhtem Stress, mehr Sorgen und Ängsten führe. Die Umfrage zeigte, was sie am meisten beunruhigt: die Unsicherheit über die finanzielle Situation ihrer Familie.

An dieser Stelle sollte noch einmal betont werden, dass diese Umfrage über ein Jahr alt ist. Man mag sich kaum ausmalen, wie das jetzt, 14 oder 15 Monate später aussieht.

Ein kürzlich geführtes Gespräch des Call Centers Childline Foundation mit einem thailändischen Teenager über soziale Medien zeigt die Verzweiflung von Kindern, die den Zustand ihrer Familie miterleben.

„Gestern Abend sagte mein Vater, wir sollten uns umbringen. Wir haben keine Unterstützung erhalten. Die Bank ruft jeden Tag an. Wir mussten alle Besitztümer in unserem Haus verkaufen, wir sind auf der untersten Stufe angekommen. Wir haben nichts mehr.“

Werden die Selbstmordraten der unter 20-Jährigen während Corona steigen? Noch lässt sich das nicht abschätzen.

Ende Mai ertränkte sich der 19 Jahre alte Anuchit Imjai im Nan River, nachdem er aus Bangkok in seine Heimatstadt in der Provinz Phichit zurückgekehrt war. Wegen der vielen Corona-Fälle in Bangkok hatte ihn seine Familie zur Quarantäne aufgefordert. Das war wohl zu viel für den sensiblen jungen Mann. Einen Tag nach dem Selbstmord gelang es den Rettern, seine Leiche zu bergen. Anuchits 40 Jahre alte Mutter Udomsri stand am Flussufer und wusste nicht, was sie tun sollte.

Eine vorläufige polizeiliche Untersuchung verbindet Anuchits Tod mit psychischem Stress, der durch die Corona-Quarantäne verursacht wurde. Der Teenager hatte mit seiner Mutter und Großmutter gestritten. Er wollte seine Familie besuchen, und die wollte ihn zwingen, 14 Tage lang das Haus nicht zu verlassen.

Seit Beginn von Home Schooling haben Eltern, die angesichts des Corona-Ausbruchs mit erhöhtem finanziellen Druck oder höheren Arbeitsanforderungen zu kämpfen haben, verständlicherweise keine andere Wahl, als ihr Kind hinter einem Bildschirm zu platzieren.

Eine im April 2021 von der Thai Health Promotion Foundation durchgeführte Umfrage ergab, dass Kinder bereits ab einem Alter von drei Jahren das Internet für ihr Home Schooling und andere Zwecke nutzen.

Eine andere Umfrage unter 945 Grund- und Sekundarschülern ergab, dass einige im Alter zwischen sechs und neun Jahren pro Tag sechs bis acht Stunden online verbringen, was mindestens 30 bis 40 Stunden pro Woche ist, wenn man die Wochenenden nicht mitrechnet.

Welchen Tribut werden unsere Kinder dafür in Zukunft zahlen müssen? Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Kindern, ihre Bildschirmzeit auf 16 Stunden pro Woche zu beschränken.

Doch anscheinend gelten alte Regeln nicht mehr, wie wir in der letzten HALLO-Ausgabe bereits ausgeführt haben. Da hatten wir berichtet, dass man doch eigentlich Sport treiben soll, um das Immunsystem zu stärken und gesund zu bleiben. Jetzt werden wir aber zu Hause eingesperrt. Kinder sollen eigentlich nicht zu lange vor dem Bildschirm setzen. Jetzt aber setzt man die Kinder wegen geschlossener Schulen vor den Bildschirm. Jahrzehntelange Lebensweisheiten werden für Corona geopfert.

Die Auswirkungen des Starrens auf einen Bildschirm, des Konsums von gewalttätigen Filmen und Online-Spielen, von Social-Media-Inhalten, die mit der Realität häufig nichts gemein haben, sowie des monotonen Lernens, sind für ein Kind weit reichend und werden es leider langfristig belasten.

Es gibt viele medizinische Berichte, in denen Kinder, die zu viel Zeit online verbracht haben, mit psychischen Auswirkungen wie Stimmungsschwankungen, Kurzsichtigkeit, Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS), impulsivem Verhalten, Depressionen und Gewaltausbrüchen in Verbindung gebracht werden.

Wie wird die Zukunft unserer Kinder nach Corona aussehen? Diese Frage sollte sich nicht nur Thailand stellen, sondern die ganze Welt.

Wie werden Kinder das Trauma überwinden, wenn ihnen ständig gesagt wird, dass sie als potentielle „Virusüberträger“ gefährlich sind und ihre Oma und ihren Opa töten könnten. Was soll aus Kindern werden, die kaum laufen können und dann schon gezwungen werden, eine Maske zu tragen? Was soll aus Kindern werden, die den ganzen Tag zu Hause sitzen, sich nicht amüsieren, nicht ihre Freunde treffen können?

Jeder Kampf mit der psychischen Gesundheit ist für jeden einzelnen eine Herausforderung. Psychische Probleme sind nicht verschwunden, und nun kommt Corona noch hinzu. Stellen Sie sich vor, ein Kind ist schon labil, und nun lasten auch noch Corona bzw. die Anti-Corona-Maßnahmen auf dessen Schultern. Wie geht das Kind damit um?

Schlimmer noch, es gibt Berichte über einen Anstieg von häuslicher Gewalt und Kindesmissbrauch, wenn Eltern an die Grenzen ihrer Geduld stoßen. Und wie ist die Situation von obdachlosen Kindern, die auf der Straße leben müssen?

In Bezug auf das Wohlergehen von Kindern sind mehrere Probleme zu lösen. Im nächsten Haushaltsjahr bekommt das Gesundheitsministerium 30 Milliarden Baht. Ein Großteil dieses Budgets wird für die Corona-Bekämpfung ausgegeben werden.

Die Regierung zahlte letztes Jahr Hilfsgelder von einer Billion Baht aus, jetzt kommen weitere 500 Milliarden Baht hinzu. Mit diesem Geld soll Unternehmen geholfen werden, aber hat die Regierung dabei überhaupt Kinder berücksichtigt?

In allen „Strategien“ der Regierung gibt es nur wenige Pläne, die es jungen Menschen ermöglichen sollen, mit Corona und den Auswirkungen umzugehen.

Es wird der Tag kommen, an dem die Gesellschaft erntet, was sie sät. Denn eine Gesellschaft, die sich nicht um ihre Kinder kümmert, ist eine Gesellschaft, die sich zukünftige Probleme schafft.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2123855/young-need-help-with-covid-blues

Beiträge