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Der Traum eines Filmemachers

Der Traum eines Filmemachers

Filmproduktionen kommen wegen der speziellen Architektur alter Gebäude und der exotischen Natur nach Thailand, darunter auch die Produzenten der Serie „Die Schlange“ (The Serpent).

„The Serpent“ ist eine Co-Produktion von BBC One und Netflix. Die Serie basiert auf der wahren Geschichte des gnadenlosen Serienmörders Charles Sobhraj (gespielt von Tahar Rahim), der als Sohn einer vietnamesischen Mutter und eines indischen Vaters in Vietnam geboren wurde. Er zog mit seiner Mutter und seinem Stiefvater, einem französischen Soldaten, nach Frankreich. Als Jugendlicher war der zukünftige Serienmörder ein Schläger und Dieb.

Er wird „Die Schlange“ genannt, weil er seine Opfer mit Drogen betäubte, bevor er sie beraubte oder tötete. Er bereiste viele Länder, während er in Bangkok seinen Lebensmittelpunkt hatte. Seine Partnerin Marie-Andrée Leclerc (in der Serie verkörpert durch Jenna Coleman), liebte ihn und tat alles, was er von ihr verlangte – wie ihm dabei zu helfen, die Verbrechen zu begehen.

Die Opfer waren westliche Rucksacktouristen. Es wird angenommen, dass Sobhraj mindestens 20 Touristen in Süd- und Südostasien getötet hat, davon 14 in Thailand.

Sobhraj ist jetzt 77 Jahre alt und sitzt seit 2004 in einem Gefängnis im nepalesischen Katmandu, nachdem er dort wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde.

Die achtteilige Thrillerserie, die seit April auf Netflix läuft, ist brillant gemacht, vor allem das Drehbuch überzeugt. Jede einzelne Folge zieht das Publikum in ihren Bann, und der Zuschauer dürfte sich fragen, wo die Serie, die hauptsächlich in Thailand spielt, gedreht worden ist.

Sehr beeindruckend ist das Retro-Ambiente, denn die Serie spielt in den 1970er Jahren. Wo also sind die Drehorte?

Die Serie wurde hauptsächlich in Thailand gedreht, obwohl Sobhraj in viele asiatische Länder wie Hongkong, Indien und Nepal reiste. Das Produktionsteam musste nach Großbritannien zurückkehren, bevor Thailand im März letzten Jahres die Grenzen schloss. Daher wurden die fehlenden Szenen in Hertfordshire in Großbritannien gedreht.

Tom Shankland, der Hauptregisseur von „The Serpent“, sprach über die Hauptherausforderungen, die Serie authentisch und nuanciert aussehen zu lassen.

„Wir hatten eine erstaunlich gute Besetzung und eine wundervolle internationale Crew“, sagte er. Trotz des wahnsinnigen Verkehrs in Bangkok, der Dreharbeiten in der Regenzeit, eine Szene wurde wohl viermal neu gedreht, wöchentlichen Katastrophen und der Kleinigkeit einer globalen Pandemie, gab nie einen Tag, an dem ich nicht das Vertrauen oder die Leidenschaft verlor für das, was wir taten.

Das Produktionsteam arbeitete 2018 und 2020 mit Living Films, einem der Top-Produktionshäuser in Thailand, zusammen. Laut Oliver Ackermann, Produzent bei Living Films, wurde etwa zehn Monate lang gedreht.

Die Serie entstand in neun Provinzen: Bangkok, Pathum Thani, Ayutthaya, Suphan Buri, Samut Sakhon, Ratchaburi, Phetchaburi, Prachuap Khiri Khan und Kanchanaburi.

„Fast alles, was Sie in der Serie sehen, außer den französischen Szenen, wurde in Thailand gedreht“, sagte Ackermann.

„Wir, Living Films, existieren seit 25 Jahren und suchen seit über zwei Jahrzehnten nach Drehorten in ganz Thailand. Ich selbst bin Ende der 70er Jahre nach Thailand gekommen, also erinnere ich mich, wie Bangkok damals ausgesehen hat. So konnten wir tatsächlich einige meiner alten persönlichen Fotoalben als Referenz benutzen.

Wir haben mit zwei sehr erfahrenen thailändischen Location-Managern in Bangkok zusammengearbeitet, die jeden Ort im Großraum Bangkok kennen, an dem Aufnahmen möglich sind. Trotz alledem haben wir viel gesucht. Es war besonders schwierig, in Thailand die anderen Länder zu finden, die wir für die Dreharbeiten brauchten. Ich denke, das Publikum muss beurteilen, wie gut wir das gemacht haben.“

Die Meinung der Schauspieler

Tim McInnerny, der den verstorbenen Paul Siemons spielt, kam im September 2019 nach Thailand. Als erstes bemerkte er, wie heiß es war.

„Dann wurde es heißer“, sagte er. „Die Luftfeuchtigkeit war unglaublich. Im Grunde hat man die ganze Zeit Wasser getrunken. Ein erstaunliches Land. Ich weiß, dass es wie ein Klischee klingt, aber die Leute sind wirklich unglaublich nett und großzügig mit ihrer Zeit und Hilfe. Es ist ein Land des permanenten Lächelns.

Dieser Aspekt hat die Geschichte, die wir verfilmten, noch ernster aussehen lassen. Das Essen war natürlich fabelhaft. Es war seltsam, diese Arbeit an einem so schönen Ort voller Widersprüche von extremem Reichtum und extremer Armut zu machen. Es ließ das Ganze manchmal wie einen Traum erscheinen.“

Jenna Coleman, die Marie-Andrée Leclerc, alias Monique, spielt, sagte, Bangkok sei „auf die erstaunlichste Weise verrückt. Die Landschaft ist unglaublich und Bangkok hat eine solche Schnelligkeit und Energie, dass es wirklich in die Serie eindringt. Es gibt einfach so viel Leben und Kultur. Die Stadt ist jedoch der denkbar heißeste Ort für Dreharbeiten. Es ist wirklich sehr heiß, wenn man eine 70er-Jahre-Perücke in Bangkok trägt.“

Die französische Schauspielerin Mathilde Warnier, die Nadine Gires, die reizende Nachbarin von Sobhraj und Monique, spielt, sagte ebenfalls, dass das Filmen in Thailand ihr gut gefallen habe. „Mein Gott, ich vermisse das so sehr“, sagte sie.

Wo stand das Kanit House?

Das Schild „Kanit House“ mit der Adresse „77/5 Saladaeng“ ließ die Zuschauer fragen, ob die Wohnung, in der Charles Sobhraj in Bangkok lebte, echt war oder nachgebildet wurde.

Ein Interview mit dem Serien-Co-Produzenten Paul Testar ergab, dass das Gebäude abgerissen wurde.

In dem Buch „Das Leben und die Verbrechen von Charles Sobhraj“ von Richard Neville und Julie Clarke befindet sich ein Foto vom Kanit House in der Soi Sala Daeng. Sobhraj mietete in einer oberen Etage eine Drei-Zimmer-Wohnung mit Blick auf ein anderes Gebäude. Dazwischen befand sich ein Swimmingpool.

Da das Gebäude abgerissen worden war, mussten sich die Produzenten anderweitig umsehen. Sie fanden mit Ban Bellawin fast am Ende von Sukhumvit 4 den perfekten Ort für die Dreharbeiten.

„Wir mussten uns damit auseinandersetzen, dass der Ort baufällig, heruntergekommen und nicht so sauber war“, sagte Produktionsdesigner François-Renaud Labarthe. „Aber mit besseren Möbeln, mehr Details aus den 70er Jahren und dem Auffüllen des Schwimmbades mit Wasser waren wir fürs Drehen bereit.“

Gibt es das Santa Cruz Hotel?

Das beliebte Backpacker-Hotel, in dem Sobhraj Menschen aufgegabelt hat, um sie zu töten, existiert nach wie vor. In „The Serpent“ war der Drehort jedoch das Miami Hotel in der Bangkoker Sukhumvit 13.

Die Crew musste beim Filmen nicht viel ändern. Die Lobby des Miami strahlt das Retro-Ambiente von vor mehr als 50 Jahren aus. Ein Vintage-Sofa befindet sich neben einer Jukebox. Eine hölzerne Rezeptionstheke steht trotz jahrzehntelanger Nutzung nach wie vor in der Lobby. Darüber hinaus ist eine Sammlung amerikanischer Erinnerungsstücke ausgestellt.

„Wir haben seit dem Bau weder das Gebäude noch das Ambiente des Hotels verändert, weil wir es so erhalten wollen“, sagte Suphol Tansirichaiya, der Eigentümer in dritter Generation.

Das 1965 eröffnete Hotel wurde Miami genannt, weil sich während des Vietnamkrieges viele amerikanische Soldaten in Bangkok befanden. Hotels, die während dieser Zeit eröffnet wurden, benutzten US-Städtenamen wie Miami, Atlanta oder Florida. Die amerikanischen Soldaten sollten sich nicht nur wie zu Hause fühlen, sondern sich an die Namen problemlos erinnern können.

„Mein Großvater nannte das Hotel Miami, weil Apasra Hongsakula 1965 die erste thailändische Schönheitskönigin war, die in Miami Beach als Miss Universe gekrönt wurde“, sagte Suphol. Das Logo des Hotels sieht aus wie die Krone von Miss Universe.

Zu dieser Zeit hatte das vierstöckige L-förmige Gebäude über 80 Zimmer, bevor es auf die heutigen 112 Zimmer erweitert wurde. Es verfügt über einen Pool und Platz für Liegen. Dank des originalen Vintage-Designs ist das Hotel ein beliebter Ort für Film- und Modedreharbeiten.

Doch der Besitzer wollte nicht, dass bestimmte Szenen zu „The Serpent“ in seinem Hotel gedreht werden.

„Das Produktionsteam bat darum, die Mordszenen in unserem Hotel zu filmen und unseren Hotelnamen in der Serie zu verwenden. Das haben wir nicht zugelassen“, sagte er. „Meistens hat das Team in der Lobby und draußen gefilmt. Außerdem haben sie im zweiten Stock vor dem Aufzug eine Bar eingerichtet.“

Derzeit wird das Hotel renoviert, einschließlich des Austauschs alter Stromkabel und Wasserleitungen sowie der Erhöhung des Erdgeschosses auf das Straßenniveau, um Überschwemmungen während der Regenzeit zu vermeiden. Es ist geplant, die Renovierung bis Juli abzuschließen. Doch wegen Corona bestehe kein Grund zur Eile, sagte Suphol.

Das Atlanta Hotel war ebenfalls einer der Drehorte. Das Hotel wurde 1952 in der Sukhumvit Soi 2 gebaut. Wer das Atlanta kennt, wird sich an die schöne Lobby und den Schachbrettboden erinnern – beides in der Serie zu sehen.

Wo ist Knippenbergs Haus?

Herman Knippenberg war 1976 der dritte Sekretär und amtierende Leiter der Konsularabteilung der niederländischen Botschaft. Er begann, nach einem vermissten niederländischen Pärchen zu suchen. Die Aktion führte später zur Enthüllung anderer von Sobharj begangener Morde.

Sein schönes zweistöckiges Holzhaus im Film ist ein altes Teakholzhaus namens Reun Manila. Es befindet sich am Ufer des Phraya-Banlue-Kanals im Bezirk Bang Sai in der Provinz Ayutthaya. Das Haus gehört der Familie Attanawanich.

Suthiruk Attanawanich sagte, seine Familie habe das Haus vor mehr als einem Jahrzehnt von der Eigentümerin in Ang Thong gekauft. Das Haus befand sich ursprünglich am Ufer des Flusses Noi im Bezirk Wiset Chai Chan. Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit teilweise beschädigt. Zunächst wollte die Vorbesitzerin, eine ältere Frau in den Achtzigern, nicht das ganze Haus verkaufen, sondern nur die zerstörten Teile.

„Wir haben mit ihr überlegt, dass wir das alte Haus erhalten wollen, daher hat sie schließlich zugestimmt“, sagte er.

Das Haus wurde während der Regentschaft von König Rama VI. im Stil von Ban Khanompang Khing oder der Zuckerbäckerarchitektur aus der viktorianischen Periode erbaut.

Suthiruks Team begann damit, das Teakhaus in Ang Thong zu zerlegen und es auf seinem Land in Ayutthaya wieder zusammenzubauen und zu renovieren. Er hat das Haus von der natürlichen braunen Farbe bis zum Seeschaumgrün neu gestrichen, damit sein Ferienhaus lebendiger aussieht. Die drei Jahre dauernden Renovierungsarbeiten inspirierten ihn auch dazu, seine jetzige Firma für die Renovierung und Erhaltung traditioneller Holzhäuser zu gründen.

2012 gewann das Reun Manila den Best Architectural Conservation Award der Association of Siamese Architects unter königlicher Schirmherrschaft.

Das elegante klassische Haus spricht diejenigen an, die nach guten Orten für Dreharbeiten suchen. Ins Reun Manila kommen ungefähr sieben lokale und internationale Filmteams pro Jahr.

Ist Knippenbergs Büro in Bangkok?

Die niederländische Botschaft befand sich in der Witthayu Road, als Knippenberg in Bangkok seinen Dienst antrat, bevor sie an den heutigen Standort in der Soi Ton Son umzog. Knippenbergs Büro in der Serie wurde im Kolonialhaus Ban Bang Yang in Samut Sakhon gedreht.

Das zweistöckige Gebäude im Kolonialstil in L-Form befindet sich auf einem drei Rai großen Grundstück im Tambon Bang Yang im Bezirk Krathum Ban.

Sanya Varanyu, der Hausbesitzer, sagte, er habe das Haus vor sechs Jahren nach seiner Pensionierung gekauft. Seitdem stellt er das Anwesen für Film- oder Vorhochzeitsaufnahmen zur Verfügung.

„Dieses Haus ist kein altes Haus, sondern wurde wie ein altes gebaut“, sagte Sanya.

Das von einem Mitarbeiter der Abteilung für Bildende Kunst entworfene Haus im Kolonialstil wurde vor 15 Jahren als Einfamilienhaus gebaut. Es verfügt über fünf Zimmer im Obergeschoss und drei Zimmer im Erdgeschoss, darunter eine Bibliothek. Die Gesamtfläche beträgt 1000 Quadratmeter. Auf demselben Gelände gibt es zwei weitere Gebäude.

Die Vorbesitzerin fand das Haus zu groß für sie und ihre beiden Töchter. Nach neun Jahren verkaufte die Familie das Gebäude an Sanya.

„Ich mag den Stil des Hauses. Als ich erfuhr, dass das Haus als Drehort für Filme benut wird, wurde ich ziemlich hellhörig, weil ich glaubte, dass das ein ziemlich gutes Geschäft ist. Ich habe das Anwesen gekauft und das Geschäft am Laufen gehalten“, sagte Sanya.

Das Ban Bang Yang Colonial House ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Es gibt weitere Orte, an denen „The Serpent“ gedreht wurde. Dazu gehören die Erawan-Wasserfälle und der Vajiralongkorn-Damm in Kanchanaburi, der Strand in Khao Takiab und der Nationalpark Khao Sam Roi Yot in Prachuap Khiri Khan sowie die beiden Bangkoker Tempel Wat Pho und Wat Intharawihan.

Post source : https://www.bangkokpost.com/travel/2111083/filmmakers-dream

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