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Die Abwärtsspirale

Die Abwärtsspirale

Wenn die „Spirale“ als Metapher verwendet wird, dann handelt es sich um einen Zustand, der immer schlechter wird. So gibt es beispielsweise das Wort „Abwärtsspirale“, doch von einer „Aufwärtsspirale“ habe ich noch nie gehört. Ein anderer häufig bekannter Ausdruck ist die „Spirale der Gewalt“. Da wird die Lage auch nicht besser, ganz im Gegenteil.

Die bekannte deutsche Politikwissenschaftlerin Elisabeth Noelle-Neumann sprach von einer „Schweigespirale“, als sie Menschen beschrieb, die nicht mehr wagen, ihre eigene Meinung zu äußern, wenn diese nicht der öffentlichen Meinung entspricht.

Für den letzten Rundgang durch Pattaya würde ich auch gern die Metapher der „Abwärtsspirale“ benutzen.

Bei jedem Rundgang denke ich immer, schlimmer kann es nicht mehr werden, und dann wird es doch schlimmer.

Third Road. Ich schätze, dass hier jetzt etwa neun von zehn Geschäften nicht mehr existieren. Irgendwie habe ich so viele leere und verlassene Läden fotografiert, dass ich langsam die Motivation verliere, noch mehr solche Bilder zu machen. Mehr ist über die Third Road beim besten Willen nicht zu erzählen.

Auf der Central Road Richtung Strand ist es etwas besser. Aber nur ein wenig. Viel ist nicht los. Hotels sind geschlossen, Geschäfte sind weg.

Besonders beunruhigend ist nach wie der der Abschnitt zwischen Second Road und Beach Road. Hier ist nach wie vor gar nichts mehr. Und wie in dem HALLO-Artikel „Karthago“ beschrieben, steht hier teils auch kein Stein mehr auf dem anderen. Ein 7-Eleven ist geschlossen, die Scheiben mit Zeitungspapier abgeklebt. Daneben ist eine Freifläche, auf der einst ein Barcenter stand. Da jetzt auch die Massagesalons geschlossen sind, ist auf der Straße so gut wie niemand mehr unterwegs.

Beach Road. Die Strände waren offiziell gesperrt. Auf einigen in den Medien verbreiteten Fotos waren Absperrbänder zu sehen. Ich habe keine gesehen. Das war auch gar nicht nötig. Da war niemand. Einen Hund hab ich gesehen.

Die Strände dürfen zwar wieder betreten werden, aber das ändert nicht viel. Ob man den Film „The Beach“ von Danny Boyle über diesen versteckten, einsamen, menschenleeren Strand sieht oder sich am Strand von Pattaya aufhält: da ist kein Unterschied. Weit und breit kein Mensch am Strand und alle Strandabschnittsbesitzer stehen so gut wie ohne Einkommen da.

Zwischen Soi 6 und Soi 6/1 gibt es ein kleines preisgünstiges Lokal. Das hat tatsächlich noch geöffnet. Die haben eine Tapferkeitsmedaille verdient!

Die Pattaya North Road sieht aus wie ein Spiegelbild der Third Road. Zum Abschluss des Rundgangs geht es via einer kleinen Soi wieder Richtung Central Road.

Da das Wetter nicht gerade prächtig war, rauschte der Wind in meinen Ohren. Wie jetzt? Mitten in Pattaya rauscht der Wind in meinen Ohren? Keine Autos oder Motorräder, keine Menschen, kein Stimmengewirr … in anderen Worten: keine Geräusche? Nein, nichts.

Ich habe mich am helllichten Tag wirklich gegruselt! Ich habe das Gefühl, dass in Pattaya inzwischen ganze Stadtviertel wie ausgestorben sind.

Post source : Axel Schönberger

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