Header Banner
Header Banner
Header Banner

Filmproduktionen in Thailand

Filmproduktionen in Thailand

Jedes Jahr werden Hunderte ausländischer Filmproduktionen, darunter Filme, Dokumentationen, Fernsehsendungen, Musikvideos und Werbespots in Thailand gedreht.

Laut dem Generaldirektor der Tourismusbehörde, Anant Wongbenjarat, haben 740 internationale Filmteams im Jahr 2019 fast fünf Milliarden Baht für die thailändische Wirtschaft generiert. In der Corona-Krise gingen diese Zahlen jedoch dramatisch zurück. Letztes Jahr kamen nur 176 ausländische Filmproduktionen nach Thailand, die 1,73 Milliarden Baht einbrachten.

Trotz der Probleme des Coronavirus und der zunehmenden Konkurrenz aus den Nachbarländern ist Thailand in Südostasien nach wie vor ein Top-Reiseziel für internationale Filmproduktionen. Ein australischer Regisseur und ausführender Produzent berichtet über seine Erfahrungen und die Vor- und Nachteile von Dreharbeiten in Thailand.

Bis Ende der 1990er Jahre reisten die meisten internationalen Filmteams nach Singapur, da es damals das regionale Drehkreuz für die Filmproduktion war. Damals flog der freiberufliche Werberegisseur Adrian Van de Velde zwischen Singapur und seiner Heimatstadt Sydney hin und her. Er erinnert sich daran, dass er kurze Zeit später immer mehr Zeit in Thailand verbrachte, weil die Produktionen von Singapur nach Thailand verlegt wurden. Van de Velde hatte mit dem Drehen von Werbespots gut zu tun. Schließlich beschloss er, die Vorteile Thailands zu nutzen und gründete eine eigene Produktionsfirma.

Hochqualifizierte Leute, niedrige Kosten

Auf die Frage, welche Vorteile die Zusammenarbeit mit thailändischen Filmcrews habe, antwortete er: „Aus Sicht der Industrie sind Thais für ihre Kunst, ihre Kultur und ihre Liebe zum Detail bekannt. Die künstlerischen Leiter sind außerordentlich talentiert. Die Kameramänner zählen zu den besten der Welt. Aus der Sicht der Ausrüstung ist die Qualität, zu der wir Zugang haben, auf dem neuesten Stand der Technik. Grundsätzlich haben wir die neueste Ausrüstung mit den besten Studios, das weiß jeder. Ich meine, deshalb kommt man nach Thailand, um zu filmen. Weil man eine sehr schnelle Crew hat, die sehr effizient und sehr gut ausgebildet ist … und Englisch spricht.“

Ein weiterer entscheidender Faktor, der Thailand so wettbewerbsfähig macht, ist die Kosteneffizienz.

„Falls wir europäische oder amerikanische Kunden haben, kommen sie hierher, weil in ihren Ländern Winter ist. Hier gibt es einzigartige Orte, man kann draußen filmen. In Europa geht das im Winter nicht. Außerdem haben die Kunden festgestellt, dass die Produktionsqualität selbst bei Aufnahmen in einem Studio unglaublich makellos ist. Die Crews sind sehr schnell und effizient und die Kosten sind niedriger als beim Drehen im Westen. Wenn man also ein Studio in Los Angeles oder in London mieten möchte, wird man feststellen, dass der Preis hier mindestens ein Drittel günstiger ist. Aus diesem Grund kommen Kunden immer wieder zurück, um in Bangkok zu drehen“, so Van de Velde.

Die Nachteile

Interessanterweise könnte das, was als Thailands größte Stärke angesehen wird, auch sein Nachteil sein. Weil die Lebenshaltungskosten im Laufe der Zeit gestiegen sind, sind auch die Kosten für die Crews gestiegen.

„Die Löhne sind erheblich höher, seit wir hier angekommen sind“, sagte er.

Dennoch wies er darauf hin, dass die Lebenshaltungskosten auch in anderen Ländern gestiegen sind, aber der Trick bestünde darin, zu versuchen, diesen Umstand mit der Forderung der aufstrebenden Mittelschicht nach höheren Gehältern in Einklang zu bringen. Thailand müsse sich mäßigen. Er schlug vor, den Wettbewerbsvorteil gegenüber den Ländern beizubehalten, gegen die Thailand um internationale Filmproduktionen konkurriert.

Regionale Wettbewerber

In den letzten paar Jahren hat die thailändische Regierung ihre Strategie, ausländische Filmproduktionen ins Land zu holen, proaktiv umgesetzt. Sie bot einen Rabatt von 15 bis 20 Prozent für Koproduktionen, wenn diese ein Budget von über 50 Millionen Baht haben. Malaysia, das eine wichtige Drehscheibe für die ausländische Filmproduktion werden soll, gewährt 30 Prozent Rabatt auf alle qualifizierten Produktionsausgaben. Die Regierung in Kuala Lumpur schuf die Sonderwirtschaftszone Iskandar, um die Filmproduktionsindustrie zu unterstützen. Sie half auch bei der Finanzierung von riesigen Studioproduktionen mit einem Budget von 150 Millionen US-Dollar, bekannt als Iskandar Malaysia Studios.

Bei kleinen Produktionen hat Vietnam gute Arbeit geleistet. Das Land könnte für Thailand bald ein großer Kurrent werden.

So wie Van de Velde es sieht, hat Vietnam eine schnell wachsende Wirtschaft. In den 1980er und 1990er Jahren investierte das Land stark in sein Bildungssystem. Infolgedessen befinden sich die ehemaligen Schüler jetzt im mittleren Management. Es gibt viele Unternehmer. Vietnam ist für Van de Velde eine Erfolgsgeschichte der Modernisierung in der Region.

„Als ich nach Vietnam kam, gab es drei oder vier große Produktionsfirmen, mit denen man arbeiten konnte“, sagte Van de Velde. „Das kann definitiv auch über Thailand gesagt werden, aber der Markt in Vietnam ist mit Wettbewerbern überfüllt, daher gibt es dort viele Unternehmen, die einen exzellenten Service anbieten. Man erkennt in Vietnam langsam den Wert der internationalen Zusammenarbeit. Um in der Filmindustrie gegen Vietnam anzutreten, muss man den dortigen Markt im Auge behalten, weil er schnell expandiert.“

 

Post source : https://forum.thaivisa.com/topic/1214729-the-director%E2%80%99s-perspective-on-film-production-in-thailand/

Beiträge