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Corona-Meldungen am Rande

Corona-Meldungen am Rande

Keine HALLO-Ausgabe ohne Corona. Leider komme ich in meiner Kolumne um das Thema meist auch nicht herum – aber man kann ja auch über Meldungen sprechen, die nicht überall auftauchen.

Besonders interessant fand ich eine Meldung über die Seychellen. Das Land hat mehr als jede andere Nation die Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Pro Kopf der Bevölkerung umgerechnet liegen die Seychellen im Impfen auf Rang 1 noch vor Israel (Stand Anfang Mai).

Und was ist passiert? Die Schulen wurden geschlossen und die sportlichen Aktivitäten für zwei Wochen abgesagt, da die Corona-Infektionen zunehmen, meldete „Bloomberg“.

Die Maßnahmen, zu denen Kontaktbeschränkungen unterschiedlicher Haushalte und auch die vorzeitige Schließung von Bars gehören, wurden eingeführt, obwohl das Land mehr als 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit zwei Dosen Corona-Impfstoffen vollständig geimpft hat. Die Maßnahmen, die jetzt wieder gelten, ähneln denen, die zuletzt Ende 2020 verhängt wurden.

Trotz all der außergewöhnlichen Anstrengungen, die man unternehme, sei die Corona-Situation im Land derzeit kritisch, sagte die Gesundheitsministerin Peggy Vidot. Jeden Tag seien viele neue Fälle gemeldet worden.

Diese Meldung ist allein deshalb schon interessant, weil auch Thailand auf Impfung setzt, um das Land endlich wieder für den Tourismus öffnen zu können. Die Seychellen sind ebenfalls vom Tourismus abhängig. Die Inselgruppe im Indischen Ozean mit knapp 100.000 Einwohnern nimmt einen Großteil seiner Devisen durch den Tourismus ein und hat im Januar mit einer Spende des chinesischen Impfstoffes Sinovac aus den Vereinigten Arabischen Emiraten rasch mit den Impfungen begonnen. Es hat seitdem auch andere Impfstoffe beschafft. Wieder eine Parallele mit Thailand, denn auch hier wird Sinovac verwendet – anfangs fast ausschließlich.

Bis Mitte April kam auf den Seychellen dann Sinopharm und Covishield hinzu, Versionen des in Indien in Lizenz hergestellten Impfstoffes von AstraZeneca.

Anfang Mai waren auf den Seychellen über 62 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Noch mehr als in Israel, dort waren es Anfang Mai 55,9 Prozent.

Dann kam die böse Überraschung: Die Zahl der aktiven Fälle auf den Seychellen stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums von 612 am 28. April auf 1.068 am 3. Mai.

Von diesen Fällen sind 84 Prozent Einheimische, die übrigen Ausländer, sagte Daniel Lucey, klinischer Professor für Medizin an der Dartmouth Geisel School of Medicine. Knapp zwei Drittel seien entweder nicht geimpft oder hätten eine Dosis erhalten. Doch über ein Drittel der Personen sei infiziert, obwohl sie zwei Dosen erhalten haben.

Eine zweite Meldung löste bei mir eher Heiterkeit aus, auch wenn die Betroffenen das überhaupt nicht witzig finden dürften.

„Unilad“ berichtete, dass auf der indonesischen Ferieninsel Bali zwei Ausländerinnen keine Masken getragen, sondern sich diese aufs Gesicht gemalt hatten. Dann gingen sie einkaufen und filmten sich dabei. Die Aktion endete damit, dass die indonesische Immigration die Pässe der beiden Frauen beschlagnahmte und nun die Abschiebung droht.

Die beiden hatten ein Video gedreht, das sie in einem Geschäft auf Bali zeigte, wie sie durch die Regalreihen wandern.

Beide Frauen, eine aus Taiwan, die andere aus Russland, hatten ihre Gesichter bemalt, so dass es auf den ersten Blick so aussah, als würde sie eine blaue Chirurgen-Gesichtsmaske tragen. Sogar die weißen Linien, die zu den Ohren führen, hatten die „Trägerinnen“ nicht vergessen. Doch die Aktion ging nach hinten los.

Das Video ging viral, und dann kam die Polizei. Die indonesische Einwanderungsbeörde bestätigte, dass sie die Pässe der Frauen beschlagnahmt hatte und dass man eine Abschiebung in Betracht ziehe.

Ein Sprecher des Regionalbüros des Ministeriums für Recht und Menschenrechte, sagte, dass man die Frauen verhören werde. Danach werde zusammen mit der Immigration darüber befunden, ob sie abgeschoben werden sollen oder nicht.

Für die Polizei von Bali ist der Fall klar. Ein Sprecher sagte, man werde sich für die Abschiebung stark machen. Die beiden hätten mit ihrem Verhalten nicht nur Vorschriften verletzt, sondern die Öffentlichkeit absichtlich provoziert. Es sei daher angebracht, solches Verhalten nicht nur mit einer Geldstrafe zu sanktionieren, sondern mit der Ausweisung.

Ausländer werden mit einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 70 US-Dollar belegt, wenn sie zum ersten Mal ohne Maske gemäß der verbindlichen Maskenregel von Bali erwischt werden. Bei einem zweiten Verstoß können sie abgeschoben werden.

Da ist im Vergleich die thailändische Regelungen geradezu lasch, wenn man bedenkt, dass bei einem ersten Verstoß 6000 Baht, bei einem zweiten 12.000 Baht und bei dem dritten Verstoß 20.000 Baht Geldstrafe drohen, von Ausweisung indes nicht die Rede ist.

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