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Zwangs-Quarantäne in eigener Wohnung

Zwangs-Quarantäne in eigener Wohnung

Ein Amerikaner, der seit Jahren in Bangkok lebt, wurde positiv auf Corona getestet. Er kam ins Krankenhaus, wo er ca. zwei Wochen lang behandelt wurde. Seine Symptome waren mild, er überstand Covid-19 ohne Komplikationen. Das Krankenhaus stellte die Behandlung mit 160.000 Baht in Rechnung, die die Versicherung des Amerikaners übernahm die Kosten.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fuhr er nach Hause in seine Bangkoker Eigentumswohnung. Dort erwartete den gerade Genesenen ein blaues Wunder. In deutlichen Worten berichtete er, was er erlebte.

„Okay, solange ich noch ein bisschen wütend bin, werde ich mit den ‚Bad News’ beginnen. Ich dachte, die Dinge seien in Ordnung. Aber der erste Anruf heute Morgen war ziemlich seltsam. Eine der Krankenschwestern rief mich an und fragte, ob sie meine Daten bezüglich meiner Entlassung an meine Condo-Verwaltung weiterleiten dürfe oder nicht.

Warum rief die Verwaltung mein Krankenhaus und meinen Arzt an? Das ergab überhaupt keinen Sinn. Der zweite Anruf war von der Versicherung, bei der nach Einzelheiten gefragt wurde (das ist natürlich in Ordnung). Es gab noch einen dritten Anruf, in dem mir mitgeteilt wird, dass ich seitens des Hospitals nun offiziell entlassen sei und nach Hause gehen dürfe.

Es war mir ein Rätsel, warum meine Condoverwaltung meinen Arzt wegen meiner persönlichen Daten anrief. Das war mir ein Rätsel, aber ich dachte nicht weiter darüber nach. Nicht einmal mein Versicherungsvertreter, der alles bearbeitet, hat Zugang zu meiner Krankengeschichte. Wie auch immer. Los geht’s.

Ich komme nach Hause zu meinem Condo-Gebäude. Ein Freund hat mich abgeholt und gefahren. (Er hatte bereits Covid-19, daher konnte er sich nicht infizieren). Andernfalls wird man hier mit dem Krankenwagen nach Hause gefahren. Man darf keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Als ich an der Tür ankomme, werde ich schnell vom Manager meines Gebäudes aufgehalten. Er erklärt ruhig, dass ich die Räumlichkeiten nicht durch den Haupteingang betreten darf, sondern den Hintereingang nehmen muss. Gut, hier gibt es keine Probleme – aber was er dann sagte, ließ bei mir die „Alarmglocken“ läuten.

Wir werden Ihren Wohnungsschlüssel für sieben Tage beschlagnahmen. Dann erhielte ich ‚neue’ Schlüssel für meine Wohnung.

Zunächst einmal wurde mir von meinem Arzt nie gesagt, dass ich vollständig eingesperrt werden müsse, ebenso wenig stand das in meinen Entlassungspapieren.

Aber gut, ich hatte sowieso nicht die Absicht, in den nächsten sieben Tagen jemanden zu treffen. Aber gleich meine Schlüssel beschlagnahmen? Was zum Teufel sollte das? Da ich jedoch ein ruhiger, gesetzestreuer Bürger bin, habe ich meine Schlüssel übergeben. Aber ich bin entsetzt über die Datenschutzverletzungen, die sie trotz meiner Kooperation seitdem begangen haben.

Sie behaupteten auch, sie hätten mit meinem Arzt/Krankenhaus darüber gesprochen. Haben sie? Meine Krankenschwestern/Ärzte sagten mir nicht, dass ich mit dieser „Heimkehr“ rechnen müsste oder gaben mir Anweisungen, dass meine Wohnung vorübergehend mein neuer Dauer-Aufenthaltsort sein würde. Jetzt bin ich ein Gefangener in meiner eigenen Wohnung.

Mir wurde eine Frist gesetzt, bis um 12.00 Uhr den Müll vor der Tür abzustellen. Gleichzeitig werden offenbar alle Lebensmittel, die ich bestelle oder Pakete, die an mich geliefert werden, vor meiner Tür abgestellt. Okay, ich denke, das ist gut. Aber ich habe das Gefühl, damit wird eine Grenze überschritten.

Ich möchte an dieser Stelle etwas weiter ausholen. Als ich Corona-positiv getestet wurde, arbeitete ich mit allen Parteien zusammen. Allen, die ich getroffen hatte, allen Orten, wo ich gewesen war. Ich habe überall angerufen. Ich habe natürlich auch mit meiner Condo-Verwaltung zusammengearbeitet.

Es war am Anfang sogar komisch. Sie haben nicht nur nach meiner genauen 14-Tage-Zeitachse gefragt. Wo ich überall war, mit wem ich zusammen war, meine genaue Chronik. Sie fragten auch nach allen meinen Freunden (die mich besucht hatten). Das war bereits ein Schritt über die Grenze, da ich doch schon alle Betroffenen einschließlich der Condo-Verwaltung kontaktiert hatte.

Trotzdem habe ich ihnen meine Zeitachse zur Verfügung gestellt, obwohl ich denke, dass das eine Verletzung der Privatsphäre darstellt. Außerdem fragten sie nach meinen Corona-Testergebnissen, die ich auch übergab. Danach fragten sie nach dem Gesundheitszustand meiner Besucher, und ich musste auch deren Testergebnisse übergeben.

Ich verstehe, dass das eine Pandemie ist, ich verstehe, dass sie „in Panik geraten“ könnten. Aber meiner Meinung nach überschreiten sie eine Grenze. Ich werde den Namen meines Condos nicht veröffentlichen. Aber ich bin sehr enttäuscht.“

Nachdem die Angelegenheit publik wurde, erhielt der Amerikaner seinen Schlüssel zurück. So konnte er sich freiwillig und ohne Zwang in eine siebentägige Selbst-Quarantäne begeben.

Dass es sich bei ihm um keinen Einzelfall handelt, beweist ein Rundschreiben an die Wohnungseigentümer einer anderen Bangkoker Condo-Anlage, das seine Runde in den sozialen Netzwerken machte.

In manchmal schwierig zu dechiffrierendem Englisch wird in diesem Rundschreiben mitgeteilt, dass die Eigentümerin der Wohnung Nr. X in Gebäude Y der Condo-Anlage positiv auf Corona getestet wurde, weil sie in der Unterhaltungsszene in der Soi Thonglor arbeitet. Dann ist die Zeitachse aufgeführt mit dem Hinweis, dass sich die Frau nach wie vor in ihrem Condo befindet und auf einen Krankenwagen wartet.

Man werde nach ihrer Abholung alles „absprühen“, heißt es abschließend in der Mitteilung.

Post source : https://twitter.com/Bzlapped/status/1384447533758353408

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