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Tod einer Hausangestellten

Tod einer Hausangestellten

Die Frau eines Polizisten hat in Singapur ein burmesisches Dienstmädchen hungern lassen und zu Tode gefoltert. Der Fall ist ein Zeugnis menschlicher Abgründe.

Während des Prozesses wurde vor Gericht erschreckendes Bildmaterial einer abgemagerten Hausangestellten gezeigt, die an den Haaren gepackt und wie eine Puppe geschüttelt wurde.

Angestellt war sie im Haushalt eines Polizisten. Seine Ehefrau gab zu, dass sie die 24-jährige Burmesin hungern ließ, gefoltert und letztendlich getötet hat.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine lebenslange Haftstrafe für die 40-jährige Gaiyathiri M., nachdem sie sich zu 28 Anklagepunkten schuldig bekannt hatte.

Fast zehn Monate lang wurde die Hausangestellte Piang Ngaih Don, fast täglich körperlich angegriffen. Sie durfte nicht essen und musste bei geöffneter Badezimmertür duschen und ihre Notdurft verrichten.

In den letzten zwölf Tagen ihres Lebens war sie nachts an ein Fenstergitter gefesselt, während sie auf dem Boden schlief.

Die burmesische Staatsbürgerin wog nur noch 24 Kilo, als sie am 26. Juli 2016 an den Folgen des letzten Angriffs starb. Sie hatte fast 40 Prozent ihres Körpergewichts verloren, seit sie am 28. Mai 2015 bei der Familie mit der Arbeit begonnen hatte. Demnach wurde sie etwa ein Jahr nach Arbeitsbeginn getötet.

Die Torturen, die sie im letzten Monat ihres Lebens erlitten hatte, wurden mit Überwachungskameras festgehalten, die Gaiyathiri und ihr Ehemann Kevin C. (41) in verschiedenen Teilen ihrer Wohnung installiert hatten, um das Dienstmädchen und die beiden Kinder zu überwachen.

In einem Fall konnte man den einjährigen Sohn des Paares herumtollen sehen, während seine Mutter das Dienstmädchen angriff.

Gaiyathiris Mutter, Prema N. (61), die sich oft in der Wohnung aufhielt, ist ebenfalls auf diesem Filmmaterial zu sehen.

Sowohl Prema als auch Chelvam wurden angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, die Burmesin öfter physisch angegriffen zu haben.

Die Verteidigung strebt eine Gefängnisstrafe von 14 Jahren für Gaiyathiri an und stellte fest, dass sie während ihrer Schwangerschaft mit ihrem Sohn eine schwere depressive Störung entwickelt hat, was zu einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung führte.

Die Staatsanwaltschaft argumentierte jedoch, dass ihr psychischer Zustand bereits berücksichtigt worden sei, als die Anklage wegen des Todes von Frau Piang von Mord auf Totschlag reduziert wurde.

Piang, Mutter eines Sohnes, arbeitete das erste Mal außerhalb ihres Heimatlandes. Sie hatte kein Handy und konnte offenbar aus diesem Grund niemanden um Hilfe rufen. Einen freien Tag hatte sie nicht.

Gaiyathiri war mit ihrer Leistung unzufrieden. Sie meinte, das Dienstmädchen arbeite zu langsam, mache nicht gut genug sauber und esse zu viel. Sie stellte daher eine Reihe von Regeln auf, die Hygiene und Ordnung beinhalteten. Sie schrie, wenn sie das Gefühl hatte, dass Piang ungehorsam war. Das eskalierte im Oktober 2015 zu der ersten körperlichen Misshandlung.

Überwachungsaufnahmen zeigen, wie Gaiyathiri Piang mit kaltem Wasser übergoss, sie schlug, würgte, wieder schlug, trat und auf ihr trampelte, als diese schon auf dem Boden lag. Sie schlug Piang auch mit Gegenständen wie einer Plastikflasche oder einer Metallkelle, zog sie an den Haaren, verbrannte sie mit einem erhitzten Eisen und würgte sie erneut.

Die Mahlzeiten des Dienstmädchens bestanden oft aus in Wasser getränktem Brot, kaltem Essen direkt aus dem Kühlschrank oder etwas Reis am Abend.

Sie durfte nur etwa fünf Stunden pro Nacht schlafen und erledigte ihre Aufgaben mit mehreren Schichten Gesichtsmasken, weil Gaiyathiri sie für unhygienisch hielt.

Am 25. Juli zwischen 23.40 Uhr und 23.55 Uhr griff Gaiyathiri Piang an, weil sie angeblich zu langsam arbeitete. Gaiyathiri und ihre Mutter Prema wechselten sich ab, Wasser auf Piang zu gießen, griffen sie zusammen an und fesselten sie an ein Fenstergitter. Zu Essen gab es an diesem Tag für Prema nicht.

Zwischen 4.55 Uhr und fünf Uhr morgens trat und trampelte Gaiyathiri wiederholt auf Piangs Kopf- und Nackenbereich, packte sie an den Haaren und zog ihren Kopf zurück und würgte sie wiederholt.

Um 7.30 Uhr lag Piang regungslos da. Gaiyathiris Ehemann Chelvam ging zur Arbeit.

Nachdem Prema die Burmesin nicht wiederbeleben konnte, schlug sie vor, einen Arzt aufzusuchen. Gaiyathiri rief zwischen 9.30 und 9.45 Uhr in einer nahe gelegenen Klinik an und bat die dort arbeitende Ärztin um einen Hausbesuch. Sie belog die Krankenschwester und behauptete, Piang auf dem Küchenboden gefunden zu haben.

Die Krankenschwester wollte einen Krankenwagen rufen, doch Gaiyathiri bestand darauf, auf die Ärztin zu warten.

Während des Wartens zogen Gaiyathiri und Prema der Burmesin neue Kleidung an und trugen sie zum Sofa im Wohnzimmer.

Als die Ärztin gegen 10.50 Uhr ankam, sagten beide Frauen, das Dienstmädchen sei tot. Sie täuschten einen Schock vor und logen, dass sich Piang nur wenige Minuten zuvor noch bewegt hätte.

Die Ärztin bestand darauf, die Polizei rufen, aber Gaiyathiri bat darum zunächst ihren Ehemann anzurufen zu dürfen.

Als die Ärztin Gaiyathiri fragte, ob sie das Opfer geschlagen habe, bestritt sie dies.

Nach ein paar Minuten rief die Ärztin einen Krankenwagen. Die Sanitäter kamen gegen 11.30 Uhr an und erklärten Piang für tot.

Ein Autopsiebericht ergab, dass Piang insgesamt 31 Narben und 47 äußere Verletzungen am ganzen Körper hatte.

Es stellte sich heraus, dass das wiederholte Würgen des Opfers einen Sauerstoffmangel im Gehirn ausgelöst hatte, der zum Tod führte.

Post source : https://www.straitstimes.com/singapore/courts-crime/cops-wife-who-tortured-maid-to-death-pleads-guilty-to-culpable-homicide

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