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Wer möchte in diesen Zeiten ein Kind?

Wer möchte in diesen Zeiten ein Kind?

Vor einigen Wochen begann das Gesundheitsministerium ein Programm mit dem Slogan „Ausgeglichenes Leben, kluge Familie“. Damit sollen Singles einen Partner finden und verheiratete Paare beim Kinderkriegen unterstützt werden, berichtet Thana Boonlert.

Das Programm wurde aufgelegt, nachdem festgestellt wurde, dass Thailand die niedrigste Geburtenrate in seiner Geschichte aufweist. Letztes Jahr wurden zum ersten Mal weniger als 600.000 Geburten registriert. Das hat die Geburtenrate auf 1,51 Kinder pro Frau gedrückt, was weit unter der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von 2,1 Kindern pro Frau liegt. Wenn Thais so weitermachen, werden sie aussterben.

Der stellvertretende Gesundheitsminister Sathit Pitutecha äußerte sich besorgt darüber, dass das Land zu einer sogenannten „alternden Gesellschaft“ wird. Er sagte, die sinkende Geburtenrate sei das Ergebnis der wachsenden Zahl alleinstehender Erwachsener, aber auch von Pärchen, die beschließen, die Ehe zu verschieben oder auf diese ganz zu verzichten. Damit geht offenbar einher, keine unehelichen Kinder zur Welt zu bringen. Wenn die Leute dann doch Kinder haben wollen, leiden sie an Unfruchtbarkeit, weil sie nicht mehr die Jüngsten sind.

Meiner Meinung nach trifft das Programm nicht ins Schwarze, weil es weder wirtschaftliche noch politische Faktoren berücksichtigt. Paare im gebärfähigen Alter haben keine Kinder, weil sie sich aufgrund des Fehlens eines Unterstützungssystems unsicher fühlen.

Paare sollten stabile Arbeitsplätze haben, die eine gute Kindererziehung gewährleisten. Doch mit Corona wurden die Leute durch Massenarbeitslosigkeit und Freistellungen ins Chaos gestürzt. Im Januar teilte die Weltbank mit, Corona habe etwa 1,5 Millionen Thais in die Armut gezwungen. Es wird geschätzt, dass die Zahl der Armen von 3,7 Millionen im Jahr 2019 auf 5,2 Millionen im Jahr 2020 stieg. Aufgrund einer leichten wirtschaftlichen Erholung wird in diesem Jahr mit fünf Millionen Armen gerechnet.

Wer will angesichts der wirtschaftlichen Umwälzungen zusätzliche Belastungen tragen, wenn er nicht über finanzielle Stabilität verfügt? Die Steuerermäßigung für diejenigen, die Kinder haben, ist nichts anderes als eine minimale Hilfe, da für die Kindererziehung enorme Kosten anfallen.

Neben Schwangerschaft und Entbindung werden die Schul- und Studiengebühren über einen Zeitraum von 20 Jahren (Kindergarten bis Bachelor-Abschluss) je nach Art und Qualität der Schulen auf 240.000 bis 15 Millionen Baht geschätzt.

Darüber hinaus haben Paare Schwierigkeiten, sich um ihre Eltern zu kümmern. Thailand ist bereits jetzt eine alternde Gesellschaft mit 13,1 Millionen Senioren. Sie machen rund ein Fünftel der Bevölkerung aus.

Normalerweise geben die Kinder einen Teil ihres Einkommens an ihre Eltern ab – eine Art private Rente für die Senioren. Man muss nichts dagegen haben, aber sollte es nicht Aufgabe des Staates sein, die Rentner mit Sozialleistungen abzusichern?

Zurzeit bekommen Rentner je nach Alter zwischen 600 und 1000 Baht monatlich vom Staat. Wie soll man denn davon leben?

Im Januar kündigte der Haushaltsausschuss für staatliche Sozialleistungen an, einen Gesetzesentwurf vorzulegen, wonach Rentenzahlungen zumindest auf die zurzeit geltende Armutsgrenze von 2763 Baht pro Monat angehoben werden sollen.

Das ist auch nicht gerade viel. Daher gilt weiterhin: Wenn die Kinder ihre Eltern unterstützen müssen, stellt sich die Frage, wer es in diesem Szenario wagen wird, Kinder zu haben. Die Jobs sind unsicher, sofern die Leute noch Arbeit haben, sie müssen sich um ihre Eltern kümmern – und dann sollen sie noch Kinder bekommen?

Eine weitere grundlegende Frage ist, in welcher Gesellschaft unsere Kinder leben sollen. Thailand ist angeblich eine Demokratie, doch immer wieder gibt es politische Unruhen, oft auch blutig. Seit der Siamesischen Revolution von 1932 gab es mehr als 20 Staatsstreiche, durchschnittlich einen alle vier Jahre.

So wurde 2014 wieder vom Militär geputscht, und die Generäle übernahmen die Macht unter dem Vorwand, Thailand zu einen und die Korruption auszumerzen. Sieben Jahre sind vergangen, aber wir sind nirgendwo angekommen.

Das Militär bremst das konjunkturelle Wachstum, die Demokratie, die Gleichheit und Freiheit aus. Nur durch eine demokratisch gewählte Regierung können unsere Kinder von einer guten Politik profitieren und von einer besseren Welt träumen.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2076067/who-wants-a-child-amid-such-instability-

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