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Die Moos-Krise im Mekong

Die Moos-Krise im Mekong

Im Netz kursieren Bilder mit Felsen und Steinen im Mekong River, die mit Moos bedeckt sind. Das ist nicht nur ein neues Phänomen, sondern ein durch Staudämme ausgelöstes Umweltproblem.

Die Dämme machen dem Mekong River gleich in dreifacher Hinsicht zu schaffen: Erstens blockieren elf Staudämme in China den Oberlauf des Mekong River, dazu gehören auch die Staudämme an den Nebenflüssen. Zweitens gibt es den Xayaburi-Damm am Unterlauf des Mekong in Laos, der von thailändischen Investoren gebaut wurde. Der dort erzeugte Strom wird nach Thailand verkauft. Drittens blockieren Hunderte von Dämmen Nebenflüsse des Mekong River in Laos, Thailand und Vietnam.

Wenn der Wasserstand des Mekong in der Provinz Chiang Rai steigt oder sinkt, liegt das an den Dämmen in China. Für den nordöstlichen Teil Thailands von Loei bis Ubon Ratchathani wird die Farbe aufgrund des Zustandes des „hungrigen Wassers“ zu einem meerähnlichen Blau – wenn das Wasser schnell steigt oder sinkt. Dieses Phänomen ist teilweise auf die Staudämme in China zurückzuführen, hauptsächlich jedoch auf den Xayaburi-Staudamm.

Bei einer Krisenlage werden oft die NGOs beschuldigt, aber die Wahrheit ist, dass sie mehr als 20 Jahre gegen die Staudämme in China und über zehn Jahre gegen den Xayaburi-Staudamm gekämpft haben. Es gab Forschungen, die von Umweltschützern in den Gemeinden durchgeführt wurden, aber Regierungen und Investoren ignorierten die Ergebnisse.

In der Zwischenzeit hat Thailand nicht an die durch die Dämme verursachten Folgen gedacht und stattdessen nur versucht, die Vorteile des Mekong und des aus den Dämmen erzeugten Stroms zu nutzen. 60 Millionen Menschen leben im Einzugsgebiet des Mekong River und sind von dem Fluss abhängig. Nun kommt es zu negativen ökologischen Auswirkungen, die auch soziale Folgen haben.

In dieser anhaltenden Krise forderten einige Menschen mehr Dämme in den Nebenflüssen des Mekong, auf die sie als Lösung hinweisen. Dämme bringen jedoch keine Abhilfe, sondern verschärfen die Krise. Beispielsweise ist genau das mit dem Pak-Mun-Damm passiert ist, der seit seinem Bau umstritten ist.

In dieser Situation gibt es nicht viele Lösungen, aber es gibt immer noch Hoffnung.

Erstens müssen Regierungen aus dem unteren Mekong-Einzugsgebiet verlangen, dass China die Auswirkungen der Dämme auf den Unterlauf des Mekong River berücksichtigt. So wurden diese Forderungen der Regierungen bereits über den Umweg der Mekong-Kommission an China gestellt. Das ist ein guter Anfang, aber es genügt nicht. Man sollte deutlicher werden und Chinas Rolle kritischer sehen und sich dafür einsetzen, dass die Belange der Mekong-Anrainer besser berücksichtigt werden.

Zweitens müssen die Regierungen, insbesondere in Thailand, Laos und Vietnam, Maßnahmen gegen thailändische Investoren ergreifen, denen der Xayaburi-Staudamm gehört, um die Probleme zu lösen, die unterhalb des Staudamms entstehen. Dazu gehören auch weitere Dämme sowie die geplanten Staudämme in den Mekong-Nebenflüssen.

Drittens müssen die Länder geschlossen China kritisieren. Da China ein wichtiger Akteur im geschäftlichen und politischen Bereich ist, erfordert die Kritik an chinesischen Investitionen am Mekong einen Schulterschluss der Anrainerstaaten.

Viertens sollten thailändische Investoren sowie die Regierungen von Thailand und Laos der Verantwortung für die durch den Xayaburi-Damm am Mekong River verursachten Schäden nicht entgehen dürfen.

Fünftens sollte die Arbeit der Anwohner, NGOs und Wissenschaftler unterstütz werden, die sich für den Schutz des Mekong River und seiner Nebenflüsse einsetzen.

Sechstens ist der Bau von Dämmen Teil der Energieindustrie. Dieser Sektor hat die Folgen seiner Aktivitäten für den Mekong River, der das Erbe von 60 Millionen Menschen ist, nicht berücksichtigt. Es muss Druck auf die die beteiligten Staaten ausgeübt werden, um mit den Maßnahmen zur Regulierung dieser Branche Schritt zu halten und die Anerkennung der Menschenrechte sicherzustellen.

Siebtens sollten im Unterlauf des Mekong neue Ideen zum Dammbau entwickelt werden. Der Bau von Dämmen gilt nicht mehr als nachhaltig. Kein Staudamm ist umweltfreundlich.

In den letzten Jahren gab es in Europa, Amerika und sogar Japan eine Bewegung zum Abriss von Dämmen. Die für die Instandhaltung alternder Staudämme erforderlichen Finanzmittel und die zunehmenden Sicherheitsbedrohungen machen sie alles andere als nachhaltig.

Post source : https://theisaanrecord.co/2021/02/23/the-mekong-in-crisis/

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