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QAnon-Anhänger haben es schwer

QAnon-Anhänger haben es schwer

Anhänger der QAnon-Verschwörungstheorie sind gespalten, nachdem sich ihre Vorhersagen nicht erfüllten, wonach Donald Trump Präsident bleibe, um seine Feinde im „Deep State“ zu verhaften und zu bestrafen.

Donald Trump – war da was? Langsam vergisst man im politischen Tagesgeschehen diesen Ausnahmepräsident, der vor allem durch seine Medienauftritte Anstoß erregte.

Viele QAnon-Anhänger reagierten mit Schock und Verzweiflung, als Joe Biden 46. US-Präsident wurde.

„Ich möchte mich nur übergeben“, sagte einer von ihnen. Andere bestanden darauf, dass „der Plan“ nicht gescheitert ist, und fanden schnell neue Theorien, an denen sie sich festhalten können.

Ende letzten Jahres wurde das Zeitfenster „für das große Reinemachen“ immer enger. Es folgten daraufhin Ankündigungen, die zuletzt wie Durchhalteparolen klangen. Es wurden „große Ereignisse für den Winteranfang vorausgesagt, dann für Ende Dezember, dann für Anfang Januar. Und als das alles nicht eintraf, nannten QAnon-Anhänger den 20. Januar 2021 den „Tag der Abrechnung“, an dem prominente Demokraten und elitäre „satanische Pädophile“ auf Befehl von Präsident Trump verhaftet und eingesperrt oder gleich hingerichtet werden sollten.

Aber als Joe Biden seinen Eid ablegte und weit und breit nichts von Verhaftungen zu sehen war, dämmerte es der QAnon-Sekte, dass die Realität mitunter recht unangenehm sein kann.

Sogar einige der größten QAnon-Influenzer meldeten plötzlich Zweifel an, als sie anfingen, den Satz „Vertraue dem Plan“ in Frage zu stellen – ein zentraler QAnon-Slogan, der von „Q“ verwendet wurde, einer anonymen Figur, die einige Anhänger für einen einflussreicher Regierungsinsider halten. Andere denken, Trump selbst sei dieser ominöse „Q“, der mit der Figur aus den James-Bond-Filmen wohl eher nichts gemein hat.

Der allgemein akzeptierte Glaube innerhalb der Bewegung war, dass irgendwann, bevor Joe Biden die Bühne betreten würde, um den Eid des Präsidenten zu leisten, Mitglieder des Militärs – auf Befehl von Trump – eingreifen würden, um Biden und seine Frau zusammen mit Kamala Harris zu verhaften. Auf der Verhaftungsliste standen auch Nancy Pelosi, Chuck Schumer, Barack und Michelle Obama, Hillary und Bill Clinton, George und Laura Bush und andere angebliche Mitglieder des sogenannten Deep State.

Eine Frau, deren Ehemann ein QAnon-Anhänger ist, sagte, der Tag der Amtseinführung Bidens sei „der schlimmste“ seines Lebens gewesen.

Einige Influencer forderten die Anhänger auf, den Glauben zu bewahren und nicht so leicht aufzugeben.

Allein an dieser Formulierung kann man erkennen, dass es bei den QAnon-Anhängern wie in einer Sekte zugeht. Sie glauben vielleicht nicht an Gott, aber an satanische Rituale, bei denen Kinder ermordet werden, deren Blut dann Hollywood-Stars trinken, damit sie nicht altern.

Sie glauben auch, dass man nach Bestellung einer Käsepizza einen Schrank geliefert bekommt, in dem ein Kind eingesperrt ist. Diese Pizzagate-Geschichte kann jeder selbst ausprobieren: einfach nur eine Pizza mit Käse bestellen und abwarten, was passiert …

Nach dem Abgang Trumps – und Joe Biden dürfte sich nach rund zwei Monaten Präsidentschaft in diesem Amt etabliert haben –, sind sich einige QAnon-Gläubige immer noch sicher, dass Trump bzw. sein „Q-Team“ hinter den Kulissen weiterhin die Kontrolle ausüben und die „bösen Taten“ des Deep State in den nächsten vier Jahren aufgedeckt werden. Ein beträchtlicher Teil der Gemeinschaft bleibt daher standhaft.

Es ist schwer vorherzusagen, wohin die Bewegung steuert. Doch selbst wenn sie sich auflöst, bleiben die Grundzüge bestehen. Auch ohne QAnon, ohne Q und ohne Trump glauben so einige Menschen nur zu gern an Verschwörungstheorien, die doch meist einen antisemitischen Kern haben.

Post source : https://www.bbc.com/news/blogs-trending-55746304?xtor=AL-72

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