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Die Film- und Serienkritik

Die Film- und Serienkritik

Song to Song (USA 2017)

Im Mittelpunkt dieses Films von Terence Malick (Fortsetzung von „To the Wonder“, (2012 und „Knight of Cups“, 2017) steht das Musikgeschehen in Austin, Texas. Die Protagonisten sind ein Songschreiber (Ryan Gosling) und ein Manager im Musikgeschäft (Michael Fassbender).

Der Musiker musiziert nicht und schreibt nicht, der Manager managt nicht. Die beiden interessieren sich eigentlich nur für Frauen und führen ein Leben in Saus und Braus in luxuriösen Villen und Eigentumswohnungen.

Es kommt zum Bruch zwischen den beiden, und es kristallisiert sich heraus, dass der Film im Grunde von zwei Dreiecksbeziehungen handelt, die sich teilweise überschneiden.

Im Gegensatz zu „Knight of Cups“ wird die Story ziemlich linear erzählt, ja geradezu herkömmlich. Es kommen auch erstaunlich viele Dialoge vor. Die inneren Stimmen der Protagonisten – wie immer aus dem Off – beschäftigen sich häufig genau mit der Szene, die man gerade sieht, und nicht mit anderen Dingen.

Weil Texas nicht an der Küste liegt, gibt es nur eine Szene am Meer, ansonsten sind viele Swimmingpools zu sehen, denn auf Wasser will Malick nicht verzichten. Da erinnert er an den russischen Regisseur Andrej Tarkowski.

Der Filmkritiker Thomas Flight analysierte die Trilogie mit den Worten: Ich glaube, für Malick ersetzt die Entstehung des Films beinahe das fertige Produkt. Die Kamera sucht, weil der Regisseur sucht, die Figuren suchen, weil die Schauspieler suchen. Die Schauspieler reagieren auf die Welt und die anderen Schauspieler, die Kamera reagiert auf die Schauspieler und die Welt, und der Cutter reagiert auf den Rhythmus der Schauspieler, der Welt und der Kamera.

These Final Hours (Australien 2013)

Ein Komet ist im Nordatlantik auf die Erde gestürzt. Australien ist weit weg. Es dauert zehn Stunden bis der tödliche Feuersturm den fünften Kontinent erreicht. Was machen die Leute in diesen „final hours“?

Der Film dreht sich um einen jungen Mann, der bei seiner Freundin ist. Sie möchte gemütliche letzte Stunden verleben, der Mann aber auf eine Party. Dort will er sich betrinken und mit Drogen zudröhnen. Außerdem wartet dort seine zweite Freundin auf ihn.

Unterwegs sieht er Leichen, Schlägereien und Morde, er wird von einem Machetenmann angegriffen und dann sieht er, wie in kleines Mädchen entführt und in ein Haus geschleppt wird. Er befreit es aus den Händen zweier Vergewaltiger.

Das Mädchen will zu seiner Tante, denn dort wartet der Vater. Und so beginnt die Odyssee. Auf ihrer Reise erleben die beiden geradezu unbeschreibbar verrückte Dinge in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist.

Eine Hollywood-typische Story darf man in diesem australischen Film getrost vergessen. Er ist viel rauer inszeniert als der in der letzten HALLO-Ausgabe besprochene „Greenland“, man kann sich auf nichts verlassen, schon gar nicht darauf, dass das Gute siegt.

Während die Figuren in „Greenland“ leer und austauschbar sind – im Grunde erfährt man nichts über sie – beschäftigt sich „These Final Hours“ sehr viel mit den Protagonisten, vor allem mit dem jungen Mann, der alles andere als ein Held ist.

Während er sich nur widerwillig um die vorlaute Göre kümmert, werden er und der Zuschauer von einem Radiomoderator begleitet, der den Menschen in ihren letzten Stunden noch allerlei kluge Ratschläge erteilt und ihnen Lebensweisheiten mit auf die letzte Reise gibt.

„Greenland“ oder „The Final Hours“? Schon in den ersten Minuten ist eigentlich ganz klar, welcher Film der Bessere ist.

„Greenland“ ist wie eine kleine Zwischenmahlzeit, die man zwischendurch mal genießen kann. „These Final Hours“ dagegen wirkt lange nach und gedanklich kehrt man immer wieder zu diesem Film zurück. JC

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