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Das Schicksal der Walking Street

Das Schicksal der Walking Street

Die neue und riesige Neon-Installation am Eingang zur berühmtesten Straße in Pattaya sagt alles. Sie zeigt auf künstlerische Art anschaulich, wie „Neo-Pattaya“ einmal aussehen soll: gehoben und familienorientiert. Dabei wird das historische Pattaya mit seinen schillernden Clubs und Mitternachtskabarettshows ignoriert, an das wir uns nur zu gern erinnern. Die Nachricht ist deutlich: Das Rotlichtviertel wird aussterben.

Der Bürgermeister ging sogar so weit zu sagen, dass Pattaya eines Tages so aussehen würde wie Miami, Dubai oder Singapur.

Zugegebenermaßen wurde der Tod der Walking Street häufiger vorhergesagt als es Todesanzeigen über das vorzeitige Ableben von Ernest Hemingway, Mark Twain und Margaret Thatcher zusammen gab.

Bereits 1978 warnten die Behörden, dass Dutzende von Gebäuden an der Strandseite illegal errichtet worden wären und nicht hätten gebaut werden dürfen.

Nach dem Militärputsch von 1991 proklamierte ein Armeegeneral Ekel über das, was er über Gogo-Tänzerinnen gehört hatte, die mit Tischtennisbällen auf der Bühne spielten. Er drohte mit schrecklicher gesetzlicher Vergeltung. Aber solange die Kassen fröhlich klingelten, passierte nicht viel.

Doch diesmal ist es anders. Der derzeitige Bürgermeister von Pattaya, Sonthaya Kunplome, hat mehrmals einen Neustart der Walking Street und des Bali Hai Piers gefordert. Einige glauben, es sei nur Gerede, aber diese Leute vergessen, dass der Eastern Economic Corridor (EEC), die Wirtschaftssonderzone an der Ostküste, neben Rayong und Chachoengsao auch die Provinz Chonburi umfasst. Der EEC hat bereits Milliarden von US-Dollar aus Partnerschaften thailändischer und ausländischer Investoren angezogen.

Das Upgrade des internationalen Flughafens U-Tapao und die geplante Verbindung per Hochgeschwindigkeitsbahn mit den beiden Bangkoker Flughäfen sowie der Ausbau der Tiefseehäfen Map Ta Put und Laem Chabang schreiten voran. Weitere Hunderte von Millionen Baht sollen für Projekte zur Bekämpfung der Küstenerosion und zur Modernisierung von Naklua ausgegeben werden.

Andere argumentieren, dass niemand es wagen würde, die Etablissements in der Walking Street anzurühren. die während Corona geschlossen wurden. Aber mit Vorhängeschlössern versehene Gebäude bringen keinen Gewinn und entgegen allgemeiner Überzeugung hatten viele dieser Unterhaltungsbetriebe schon geschlossen, lange bevor jemand überhaupt von Covid-19 gehört hatte.

Darüber hinaus haben die thailändischen Behörden in der Vergangenheit gezeigt, dass sie in Pattaya Veränderungen bewirken können, wenn sie dies wirklich wollen.

Vor 15 Jahren beschlossen sie, Elefanten aus der Stadt zu verbannen, nachdem ein Tourist von einem Dickhäuter angegriffen worden war. Schwulenbars mussten im Sunee Plaza schließen, die mit jungen Teenagern Umsatz gemacht hatten.

Wie Betreiber von Unterhaltungsbetrieben entschädigt werden sollen, wenn es dort zu staatlich verordneten Schließungen kommt, wird bereits hinter den Kulissen diskutiert.

Es gibt tatsächlich drei Optionen, wie Pattayas berüchtigte Fußgängerzone zukünftig aussehen könnte.

Die erste, eine Rückkehr in die Vergangenheit, berücksichtigt nicht die sich ändernden internationalen Märkte und weltweiten Reisetrends. Die zweite besteht darin, die Walking Street in eine thailändische und nicht auf Ausländer ausgerichtete Flaniermeile zu verwandeln. Die Bars spielen Isan-Musik und die Straßenstände verkaufen thailändische Produkte, Lebensmittel und Schnickschnack. Das wird seit letztem Jahr mit eher bescheidenen Ergebnissen versucht.

Die wahrscheinlichste Antwort unter der Annahme eines großen EEC-Zuschusses ist der Abriss des gesamten Viertels, das durch eine „grüne Zone“ mit Mini-Zoo und Aquarium, einem Wasserpark, Fahrgeschäften für Kinder und zahlreichen internationalen Restaurants ersetzt werden soll.

Da sich in Pattaya ständig viel verändert, ist das sicherlich nicht ausgeschlossen, zumal der Tourismus nach Corona ein anderer sein wird als 2019.

Zum Schluss bleiben nur die Erinnerungen, aber die kann einem niemand nehmen. Vielleicht schreibt jemand eines Tages ein Buch über die Walking Street, wie sie früher einmal war.

Post source : https://www.pattayamail.com/news/pattayas-walking-street-just-received-its-notification-of-doom-341519

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