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Schwarzer Zucker

Schwarzer Zucker

Ende Januar begannen die Bewohner einiger Provinzen im Feinstaub zu ersticken. Es handelte sich dieses Mal um die Provinzen, in denen viel Landwirtschaft betrieben wird.

Der Wind sorgt dann dafür, dass auch die Hauptstadt oder beispielsweise das industrialisierte Chonburi die ganze Misere abbekommen. Selbst im Seebad Pattaya, das direkt am Meer liegt, und von dem daher die Leute daher erwarten könnten, dort immer frische Luft zu atmen, steigen die Feinstaubwerte alle Jahre wieder bedrohlich an.

Warum ist das so? Farmer beginnen damit, landwirtschaftliche Abfälle zu verbrennen, um entweder zu ernten oder die Felder für die neue Aussaat vorzubereiten.

Die durch diese Methode verursachte Schadstoffkonzentration überschreitet den in Thailand geltenden Grenzwert von 50 Mikrogramm Feintaub pro Kubikmeter bei weitem und mehrmals. (Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Grenzwert von 25 Mikrogramm.)

Einer der Hauptschuldigen ist der sogenannte „schwarze Zucker“, damit ist die in der Branche vorherrschende ökologisch zerstörerische Praxis gemeint, Rohrzuckerplantagen vor der Ernte anzuzünden.

Die Zunahme der Feinstaubpartikel beim Verbrennen von Zuckerrohrplantagen beginnt häufig am Ende eines jeden Jahres und dauert bis April. Zahlreiche Farmer verbrennen Zuckerrohr vor dem Schneiden, wohl wissend, dass bei einer solchen Praxis sowohl Preis als auch Produktqualität sinkt. Sie tun dies aber dennoch, weil dann die Ernte einfacher ist und sie Zeit und Arbeitskosten sparen.

Nach dem Ausbau der lukrativen Zuckerindustrie in Thailand – das Land ist der viertgrößte Zuckerexporteur der Welt – besteht die „Abfackel-Praxis“ seit fast einem Jahrzehnt.

In diesem Jahr dürfte das Problem des „schwarzen Zuckers“ aufgrund des Mangels an Arbeitsmigranten und der Corona-Beschränkungen weiter zunehmen.

Tatsächlich hat die Regierung das Problem erkannt und vor einigen Jahren eine Reihe von Maßnahmen gegen das Verbrennen eingeleitet, darunter das Ziel des „Nullverbrennens“ bis zum Jahr 2023. Der bisherige Fortschritt ist jedoch nicht gerade beeindruckend. Kritiker und sogar Händler und Farmer in der Branche bezweifeln, dass das Ziel erreicht wird.

Es ist gesetzlich verboten, Zuckerrohr mittels Bränden abzuernten. Fabriken, die große Mengen verbranntes Zuckerrohr kaufen, sollen mit einer Geldstrafe belegt werden.

In der Praxis geben die Behörden jedoch häufig den Forderungen von Fabrikbesitzern und Farmern nach. Bis jetzt wird das Gesetz auch nicht zur Gänze durchgesetzt, denn es erlaubt den Fabriken, pro Tag bis zu 30 Prozent verbranntes Zuckerrohr anzukaufen.

In der Realität wird nach Angaben der Thai Sugar Millers Corporation (TSMC) die Hälfte des Zuckerrohrs im Brennverfahren geerntet. Der Mangel an Arbeitsmigranten wird, wie oben erwähnt, in diesem Jahr zu einem Anstieg des Problems des „schwarzen Zuckers“ führen.

Die Regierung redet viel, unternimmt jedoch nichts. Bislang kam niemand auf die Idee, Farmer festzunehmen, weil sie eine Straftat begehen, wenn sie ihre Plantagen in Brand setzen.

Die Behörden können jedoch nicht nur mit dem Finger auf die Farmer zeigen, sondern müssen die Geldbußen erhöhen, um die Fabriken zu zwingen, auf das manuelle Schneiden von Zuckerrohr umzusteigen bzw. dafür zu sorgen, dass sich Farmer an das Gesetz halten.

Eine der staatlichen Maßnahmen besteht darin, Zuckerrohrpflanzer zum Einsatz moderner Technologie zu ermutigen. Die Regierung hat vor zwei Jahren Darlehen im Wert von 1,5 Milliarden Baht an Farmer vergeben, um spezielle Erntemaschinen zu kaufen, die in Indien und Brasilien eingesetzt werden. In Thailand werden jedoch nur 30 Prozent des Zuckerrohrs mit solchen Maschinen geschnitten. Die Regierung muss sicherstellen, dass Farmer – auch die Kleinbauern – Zugang zu Zuckerrohr-Erntemaschinen haben und diese dann auch benutzen.

Der Staat kann auch den Empfehlungen der TSMC folgen, indem er die Verwendung von Zuckerrohrblättern und -abfällen als Bio-Kraftstoff fördert. Dies würde die Zuckerfarmer ermutigen, ihre Hände und Maschinen zu benutzen, um Nebenprodukte zu ernten und als erneuerbare Energiequelle zu verkaufen anstatt alles zu verbrennen.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2059003/black-sugar-strikes-again

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