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Heilsbringer AstraZeneca

Heilsbringer AstraZeneca

Wenn der Impfstoff AstraZeneca kommt, wird alles gut. So die offizielle Lesart. Aber Genaues weiß man nicht. Im Rahmen meiner Kolumne möchte ich mich ein wenig mit diesem Thema beschäftigen.

Es ist drei oder vier Monate her, seit Siam Bioscience mit AstraZeneca einen Lizenzvertrag zur Herstellung des Corona-Impfstoffes in Thailand geschlossen hat. Aber kein einziges Foto der Produktionsstätte wurde jemals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Trotz der Diskussionen um Siam Bioscience gibt es weiterhin wenig Transparenz.

Ein Vertreter des Unternehmens erschien nur einmal während einer Pressekonferenz im Gesundheitsministerium. Journalisten wurde bislang nicht gestattet, das Unternehmen in Augenschein zu nehmen. Man wolle sich vorerst auf die Herstellung des Impfstoffes konzentrieren, sagte Songpon Deechongkit, Chef von Siam Bioscience, in einem Interview. Daher könne das Werk von Medienvertretern derzeit nicht besucht werden. Die Mitarbeiter hätten dafür einfach keine Zeit.

Interessant ist das schon, denn eigentlich beklagen sich thailändische Unternehmen nicht, wenn die Presse mit ihnen reden und über sie berichten will. Keine Firma würde sich so eine PR entgehen lassen.

Das unterstreicht aber auch die anhaltende Unsicherheit über die Pläne der Regierung für die Impfstoffbeschaffung. Niemand weiß genau, wann die Impfungen beginnen sollen oder warum der Staat fast alle Hoffnungen auf Siam Bioscience setzt – eine kleine Firma, die vor Corona keine Erfahrung mit der Herstellung eines Impfstoffs hatte.

Erst hieß es, man werde im Februar mit der Massenimpfung der Bevölkerung beginnen. Nachdem immer deutlicher wurde, dass dieser Termin – angedacht war ausgerechnet der Valentinstag – nicht gehalten werden konnte, ist jetzt von Juni die Rede. Dennoch: In diesem Jahr sollen 30 Millionen Thais geimpft werden wie das Gesundheitsamt betonte.

„Wenn alles nach Plan läuft, können wir mindestens fünf Millionen Dosen pro Monat und später bis zu zehn Millionen Dosen pro Monat verabreichen, um im Jahr 2021 61 Millionen Dosen zu verimpfen“, so Dr. Opas Karnkawinpong, Chef der Behörde für Krankheitskontrolle (DDC). „Das ist das größte Impfprogramm in unserer Geschichte, und wir müssen alle unsere Mitarbeiter auf die Arbeit vorbereiten.“

Die DDC bereitet sich darauf vor, bald das Mammut-Dreiphasenprogramm mit zwei Millionen Dosen Ende März zu starten. Die zweite und dritte Phase werden ab Juni mit 61 Millionen Dosen des Impfstoffes AstraZeneca folgen. Eine Person muss immer zweimal geimpft werden, das heißt 63 Millionen Impfdosen reichen für 31,5 Millionen Thais.

Dr. Opas ist zuversichtlich, dass die Hälfte der Bevölkerung in diesem Jahr geimpft wird, und sagte, dass die Injektionen in Tausenden von staatlichen und kommunalen Krankenhäusern durchgeführt werden.

Allerdings ist es so eine Sache mit dem Impfstoff von AstraZeneca. Zuletzt hat Belgien von einer Anwendung bei älteren Menschen abgeraten, da keine Daten über die Wirksamkeit vorliegen.

Der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke sagte, der Oberste Gesundheitsrat des Landes, ein Beratungsgremium, habe vorgeschlagen, vorerst nur Personen unter 55 Jahren zu impfen.

Vandenbroucke fügte hinzu, Belgien überprüfe seine Impfstrategie. Der Impfstoff von AstraZeneca war ursprünglich ein wesentlicher Bestandteil des Regierungsplans, gefährdeten Gruppen wie Senioren in den ersten Monaten dieses Jahres Vorrang einzuräumen.

Vandenbroucke meinte: „Der übergeordnete Gesundheitsrat sagt sehr deutlich, dass der AstraZeneca-Impfstoff ein sehr guter Impfstoff für Menschen zwischen 18 und 55 Jahren ist. Aber er sagte auch, dass wir heute nicht genug Daten haben, um sicher zu sein, dass er älteren Menschen gut hilft.“

Die Belgier folgten mit ihrer Entscheidung Ländern wie Frankreich, Deutschland, Polen und Italien. Dort wurde erlaubt, jüngere Menschen zu impfen, doch die Verwendung von AstraZeneca bei Personen ab 65 Jahren wurde entweder ausschlossen oder es wird zumindest davor gewarnt. Das deutsche Robert-Koch-Institut machte deutlich, dass Personen über 65 Jahren nicht mit AstraZeneca geimpft werden sollten.

Nun handelt es sich aber ausgerechnet bei Personen über 65 Jahren um genau die Risikogruppe, die doch eigentlich geimpft werden sollte.

Und da ein Unglück selten allein kommt: Erste Tests weisen darauf hin, dass AstraZeneca nur zu zehn Prozent wirksam ist, was die südafrikanische Corona-Variante betrifft. Da so ein Impfstoff kurz gesagt so gut wie wirkungslos ist, wird er in Südafrika nicht mehr verwendet.

Da nach diesen Meldungen das Ende des Tunnels offensichtlich noch lange nicht erreicht ist sollten die Menschen vielleicht doch versuchen, mit Corona zu leben und weniger Angst zu haben.

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