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Thailand ertrinkt im Plastikmüll

Thailand ertrinkt im Plastikmüll

Im Januar letzten Jahres begann Thailand mit dem Verbot von Plastiktüten, die ursprünglich von Kaufhäusern und Supermärkten sowie anderen Einzelhändlern an die Kunden kostenlos ausgegeben wurden. Auf diese Weise sollte die Umweltbelastung mit Plastikmüll verringert werden.

Im Jahr 2018 rief das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) eine Kampagne ins Leben, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass unser Planet im Plastikmüll ertrinkt. Es wird geschätzt, dass unsere Ozeane bis 2050 mehr Plastik als Fisch enthalten werden, wenn wir so weitermachen, wie bisher.

Die Bequemlichkeit, gebrauchte Plastiktüten und andere Plastikgegenstände zu entsorgen, belastet die Umwelt.

Selbst bei ordnungsgemäßer Entsorgung gelangt eine große Menge Plastikmüll in die Umwelt und über die Wasserwege in die Meere.

Das Plastiktütenverbot war der erste Schritt des langfristigen Bewirtschaftungsplans des Landes für Plastikmüll, der Maßnahmen zur Einstellung der Verwendung anderer Gegenstände wie Plastik-Kappenverschlüsse, Plastikbecher und Strohhalme sowie Lebensmittelbehälter aus Styropor umfasst.

Das Verbot wurde von urkomischen Alternativen begleitet, wie es bei Thais so üblich ist. Als Plastiktütenersatz waren da neben Stoffbeuteln zu sehen: beladene Koffer, Schubkarren, Verkehrskegel und traditionelle Tongefäße.

Die Verbraucher mussten sich an ein Leben ohne Plastiktüten gewöhnen. Und leider auch daran, dass die meisten Kassiererinnen in Supermärkten keinen Finger mehr krümmen, wenn es darum geht, die Einkäufe in den mitgebrachten Einkaufstaschen zu verstauen.

Doch dann kam Corona und Plastik feierte ein Comeback. Denn ganz ohne geht es eben nicht. Vor allem dann nicht, wenn Waren steril verpackt werden sollen.

Während die Leute sich sozial distanzieren und zu Hause bleiben, kaufen sie trotzdem ein, indem sie Online-Shops besuchten, die rund um die Uhr geöffnet sind.

Vor Corona haben sich viele überhaupt nicht für virtuelles Einkaufen interessiert. Jetzt umso mehr.

Es wurde zur „neuen Normalität“, dass fast jeden Tag der Lieferdienst kommt und ein oder zwei Pakete nach Hause zu bringt.

Die Lieferungen erzeugen Stapel von kleinen Plastiktüten mit Druckverschluss, Luftpolsterfolie, Klebeband und Lieferboxen. (Da sind die Lebensmittellieferungen von Grab und anderen Kurierdiensten noch gar nicht dabei.)

Das Auspacken, das auf YouTube so oft als „Unpacking“ zelebriert wird, macht aber keinen Spaß, sondern erzeugt Frust, weil die Pakete so gut zugeklebt sind. Und hat man sie endlich geöffnet, muss man sich erst durch mehrere Schichten Luftpolsterfolie durchkämpfen. Es dauert immer einige Zeit, um das überschüssige Klebeband zu entfernen.

Aufgrund des Online-Shoppings entstehen Tonnen des wiederverwendbaren biegsamen transparenten Kunststoffmaterials. Man kann PET-Plastikflaschen und -Kartons zum Recycling geben, ebenso die Luftpolsterfolie. Doch das Klebeband ist ein echtes Ärgernis, da es zu klebrigem Müll wird. Die zum Verschließen von Pappkartons verwendeten Klebebänder verursachen auch Probleme beim Papierrecycling.

Ein Jahr nach dem Verbot von Plastiktüten, von denen wir glaubten, dass wir einen kleinen Fortschritt bei der Schonung der Umwelt erzielt haben, sitzen wir plötzlich mit anderen Formen der Plastikverschmutzung da.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2056515/drowning-in-plastic

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