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Thailand fliegt ins All

Thailand fliegt ins All

Anek Laothamatas, Minister für Wissenschaft und Forschung, ist normalerweise kein Mann, der Schlagzeilen macht. Es gelang ihm jedoch, die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu lenken, als er ankündigte, dass Thailand in sieben Jahren mit einem Raumschiff den Mond umkreisen werde.

Thailand soll die fünfte Nation Asiens werden, die über die Fähigkeit verfügt, Raumschiffe zu bauen und ins All zu fliegen.

Anek sagte: „Das Projekt wird für immer die gesamte Perspektive der Thais verändern, nämlich dass Thailand kein Entwicklungsland mehr ist, sondern ein Land mit Zukunft, Chancen und Hoffnung.“

Der Kommentar stieß sowohl auf Verwirrung als auch auf Spott.

Hat Anek gerade eine Biographie über John F. Kennedy gelesen und wollte seine eigene Interpretation gegenüber kosmischen Ambitionen verlautbaren?

Und könnte sich der Minister nicht zuerst mit etwas profaneren Dingen befassen, bevor Thailand zum Mond fliegt? Es wäre beispielsweise schön, wenn die Bangkoker endlich eine Einheitsfahrkarte für U- und Hochbahn hätten. Und was den Mond betrifft: Sehen nicht einige der Bürgersteige in Bangkok aus wie die Mondoberfläche?

Anek legte nach dieser Kritik noch einen drauf und erklärte, dass die Regierung in diesem Jahr eine Pressekonferenz abhalten werde, um ihre Weltraumambitionen weiter zu erläutern.

Wie ernst sollten wir die Pläne der Regierung zur Eroberung des Weltraums nehmen? Ist alles nur Gerede?

Thailands Interesse am Weltraum reicht Jahrzehnte zurück: Die Agentur für Geoinformatik und Entwicklung von Weltraumtechnologie (GISTDA), die derzeit als thailändische Weltraumagentur fungiert und sich auf Satellitentechnologie konzentriert, wurde schon vor 20 Jahren gegründet.

Mit relativ wenig Brimborium hat sich die Regierung in den letzten Jahren bemüht, Thailands Weltraumprogramm weiter zu konkretisieren. Im August 2019 gründete die Regierung von General Prayuth Chan-ocha ein Raumfahrt-Operationszentrum, das den Grundstein für den Schutz der nationalen Sicherheitsinteressen Thailands im Weltraum legen soll. Im September 2020 startete die Royal Thai Air Force mit Napa-1 ihren ersten Satelliten, der zu Sicherheitszwecken eingesetzt wird.

Die Regierung ist jedoch nicht nur an der nationalen Sicherheit interessiert.

Bereits 2017 hatte das National Space Policy Committee einen Masterplan für 2020 bis 2037 ausgearbeitet, der den Entwurf eines Nationalen Weltraumgesetzes vorsieht. Mit diesem Gesetzentwurf würde eine nationale Weltraumbehörde eingerichtet, die alle Weltraumaktivitäten Thailands koordiniert und Gesetze zum Weltraum erlassen soll.

Die Aktivitäten, die unter diesen Gesetzentwurf fallen, sind breit gefächert, einschließlich Weltraumtourismus und Rohstoffabbau im Weltraum. Das Gesetz würde auch das Wachstum einer Weltraumwirtschaft fördern, einschließlich der Herstellung von Satelliten und Raumfahrzeugen sowie der Finanzierung weltraumbezogener Forschung.

Schon bald könnte sich das Kabinett mit dem Thema befassen. Dennoch scheinen konkrete Pläne immer noch in weiterer Ferne zu liegen als Minister Anek uns glauben machen will.

GISTDA-Direktor Pakorn Apaphant sagte, es sei an der Zeit zu analysieren, was Thailand in den nächsten fünf bis zehn Jahren im Weltraum erreichen könnte.

Einem Flug zum Mond geht der eventuelle Bau eines Raumhafens, der Raketen in den Weltraum abschießen kann voraus. Das würde nicht nur zu weiteren Innovationen führen, sondern auch zu Wachstum in Thailands heimischer Raumfahrtindustrie.

Während die vollständige Vision des Weltraumprogramms noch unklar ist, so ist doch deutlich, dass Thailand es sich kaum leisten kann, die Weltraumforschung zu ignorieren.

Die Weltraumwirtschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung, und laut Morgan Stanley wird die Branche im Jahr 2040 voraussichtlich weltweit 1,1 Billionen US-Dollar Umsatz erwirtschaften. Angesichts der Vielzahl anderer Vorteile, die mit Weltraumfähigkeiten verbunden sind, wie zum Beispiel der Vorhersage von Naturkatastrophen, können die Ambitionen Thailands im Weltraum wirtschaftlich sinnvoll sein.

Andere ASEAN-Länder haben diese Möglichkeit ebenfalls erkannt und einige geben für Weltraumforschung inzwischen mehr aus als Thailand, darunter Laos und Vietnam.

Darüber hinaus kann die Entwicklung eines Weltraumprogramms Teil der langen Tradition Thailands sein, das diplomatische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

Settapong Malisuwan, ein Abgeordneter aus Bhumjaithai Party, der im Ministerium für digitale Wirtschaft und Gesellschaft tätig ist, argumentierte: „Thailand muss sich bemühen, im Weltraumwettbewerb zwischen den Großmächten ein Gleichgewicht zu halten und eine eigene Raumfahrtindustrie zu entwickeln. Andernfalls werden wir einfach ihre Politik akzeptieren müssen und keine Verhandlungsmacht haben.“

Dennoch sollte Aneks Ankündigung skeptisch gesehen werden, wenn man bedenkt, wie groß ein Unternehmen ist, das zum Ziel hat, zum Mond zu fliegen. Oppositionspolitiker stellen zu Recht die Frage, ob die Entwicklung eines vollwertigen thailändischen Raumfahrtprogramms angemessen ist. Insbesondere dann, wenn der Preis astronomisch ist und es andere wichtige Dinge gibt.

Die gegenwärtigen Umstände in Bezug auf Corona lassen die Bürger zu Recht fragen, ob die Regierung ihre Prioritäten richtig gesetzt hat.

Letztendlich dürften Thailands Weltraumträume für das nächste Jahrzehnt weniger grandios sein, als Anek ankündigte. Und wenn die Regierung ein großes Weltraumprogramm an eine skeptische Öffentlichkeit verkaufen will, muss sie letztendlich besser an der Kommunikationsfront arbeiten als sich einfach hinzustellen und aus heiterem Himmel eine Mondmission in Aussicht zu stellen.

Da die Ambitionen der Regierung jedoch klar sind, sollte man das thailändische Raumfahrtprogramm im Auge behalten.

Post source : https://www.thaienquirer.com/22045/is-the-thai-government-serious-about-space/

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