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Pattayas dunkelste Stunde

Pattayas dunkelste Stunde

Aufgrund der Ausbreitung von Corona ist Pattaya mehr oder weniger im Lockdown. Da das Seebad immer noch unter dem Ausbleiben ausländischer Touristen leidet, scheint Pattayas dunkelste Stunde gekommen zu sein. Immerhin sagen Berufsoptimisten für 2021 ein schwaches Licht am Ende des Tunnels voraus.

Lange Schlangen vor Tafeln werden wahrscheinlich bald wieder an der Tagesordnung sein, wenn das Notdekret zur Schließung des Bezirks Bang Lamung länger als ein paar Wochen Gültigkeit hat. Es dürfen nur für das tägliche Leben wesentliche Geschäfte offen bleiben. Bars, Clubs, Massagesalons und Einkaufszentren – das wirtschaftliche Lebenselixier der Stadt – mussten Ende letzten Jahres schließen und bleiben nach einem starken Anstieg der auf Corona positive Getesteten, die mit einem illegalen Casino in Rayong in Verbindung stehen, auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Silvester sollte die Krönung nach einem Zeitraum von drei Monaten sein, in dem der Inlandstourismus der Tourismusbranche in Pattaya wieder ein wenig Leben eingehaucht hatte. Sicher, die Hochsaison war ein blasser Schatten im Vergleich mit 2019, aber Ende letzten Jahres war die Lage allemal besser als in den Monaten Juli bis September. Die Dynamik des Herbstes, die mit Bikini Run, Loy Krathong und dem Feuerwerksfestival im November, dann mit dem Pattaya Music Festival aufgebaut wurde, war umsonst.

Der Pattaya Countdown war nur die erste Festivität, die der zweiten Coronawelle zum Opfer fiel. Bürgermeister Sonthaya Kunplome sah gequält aus, als er die Absage der dreitägigen Silvesterfeierlichkeiten ankündigte. Er wusste, dass der Stadt Hunderte Millionen Baht Einnahmen entgingen. Aber er hatte keine Wahl. Er hätte das Festival sicherlich gern stattfinden lassen, doch er wurde vom Gouverneur der Provinz Chonburi überstimmt.

Wenn man durch Pattaya läuft oder fährt, ist das eine traurige Angelegenheit. Vor allem für Menschen, die seit Jahrzehnten in der Stadt leben und jetzt auf Schritt und Tritt von Schildern mit Aufschriften wie „Zu verkaufen“ oder „Zu vermieten“ begleitet werden.

In einem Nudelgeschäft in der Soi Nernplabwan sprachen die Leute darüber, dass man aus Pattaya besser abwandere und in Städte umziehe, die weniger vom Tourismus abhängig sind. Viele Go-Go-Tänzerinnen sind bereits ins Hinterland zurückgekehrt, um in der lokalen Unterhaltungsindustrie zu arbeiten, wie zum Beispiel in Karaoke-Bars in Dörfern oder als Coyote-Tänzerinnen auf der Ladefläche von Lastern auf einem Reisfeld.

Pattayas Straßen sind leer geworden. Die Stadt ist zu groß für die noch verbliebenen Einwohner. Oft ist man allein unterwegs – ob mit Verkehrsmittel oder zu Fuß. Mitunter weit und breit keine Menschenseele. Das ist nicht übertrieben.

Arbeiter, die gerade erst in die Stadt zurückgekehrt sind, um Arbeit in Hotels, Restaurants, Bars und anderen Unterhaltungsbetrieben zu finden, haben zum zweiten Mal aufgegeben und Pattaya den Rücken gekehrt – vielleicht für immer.

Die thailändische Tourismusbehörde TAT hat nach Ende des ersten Lockdowns alle Anstrengungen unternommen, um den Inlandstourismus zu fördern, aber diese Arbeit war jetzt vergebens. Alle Ideen, die sich die TAT-Teams in Bangkok ausgedacht hatten, haben sich in Luft aufgelöst.

Arbeitnehmer, die vom täglichen Mindestlohn abhängig sind, sind ebenfalls stark betroffen, da es schwierig ist, überhaupt einen Job zu finden. Arbeitgeber lassen nur mit halber Kraft arbeiten, wenn sie nicht schon aufgegeben und den Betrieb geschlossen haben.

Ein trauriger Anblick sind die Obdachlosen, die auf den Straßen Pattayas hausen oder den Strand bevölkern. Das Seebad war doch einst eines der weltberühmtesten Zentren des internationalen Tourismus! Es ist ein Jammer, wenn man mit ansehen muss, was aus dieser Stadt geworden ist.

Pattaya wirde oft mit einer mystischen Katze mit neun Leben verglichen. Langsam fragt man sich, ob noch ein Leben übrig ist.

Post source : https://www.pattayamail.com/news/pattayas-darkest-hour-has-arrived-338935

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