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Die Film- und Serienkritik

Die Film- und Serienkritik

Euphoria (USA 2019)

Es geht um Balla Balla Bumm Bumm. Nicht mehr, nicht weniger. Die Serie hat mich sehr an den Film „Kids“ erinnert. Der war ein Riesenskandal Mitte der 90er Jahre. Meine Güte, was wurde nicht alles über den Film gesagt und geschrieben, der ziemlich krass und explizit zeigt, wie „verdorben“ die Jugendlichen sind bzw. aus heutiger Sicht Mitte der 90er Jahre waren.

Der Film hat mich nicht überzeugt, ich fand ihn ziemlich langweilig. Nach 25 Jahren kann ich mich nicht mehr so sonderlich gut an „Kids“ erinnern, muss ich allerdings zugeben.

Der andere Vergleich, der mir zu „Euphoria“ einfällt, ist die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“. Da wo diese Serie an ihre Grenzen stößt, fängt „Euphoria“ erst an.

Im Mittelpunkt steht eine durchgeknallte, schizophrene und drogensüchtige Schülerin, die ihr Leben und das ihrer Schulfreundinnen erzählt. Es geht um Drogen und Alkohol, Sex und noch mehr Sex und um Spaß. Und dann geht alles wieder von vorne los.

Die Kids versuchen, mit ihren Exzessen ihr desolates Dasein zu übertünchen. Das funktioniert natürlich nicht in einer Dauerschleife. Daher wird schon ab der ersten Episode eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt. Und falls man irgendwann glaubt, der Boden wurde erreicht: nun, es geht noch viel tiefer.

Gut erzählt, geniale Dramaturgie, tolle Kamera, super geschnitten. Da könnte ich vor Begeisterung geradezu in Euphorie verfallen.

To the Wonder (USA 2012)

Der Film aus dem Jahr 2012 ist der erste einer Trilogie von Terrence Malick, die mit Knight of Cups (2015) und Song To Song (2017) weiter geführt wird.

Malick hat in diesen Filmen seine für ihn typische Erzählweise auf die Spitze getrieben. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Zuschauer gibt, denen das einfach zu weit geht.

Der Protagonist (Ben Affleck) ist ein Amerikaner, der in Paris eine Französin kennen lernt und sie mit in seine Heimat nimmt. Dort findet sie sich nicht wirklich zurecht und kehrt wieder nach Frankreich zurück. Nach der Trennung lernt er eine Amerikanerin kennen. Jetzt meldet sich die Französin wieder, die er nicht vergessen kann.

Jeder kann sich vorstellen, wie so ein Film erzählt werden könnte. Bei Malick ist das anders. Es sind Versatzstücke, Szenen, die bei „normalen“ Filmen vielleicht keine Verwendung gefunden und herausgeschnitten worden wären. Wichtige Dinge werden nur am Rande erwähnt, wenn überhaupt. Irgendwie muss man sich alles zusammen reimen. Gesprochen wird fast nicht, es gibt nur die Stimmen auf dem Off, die aber nicht wirklich erklären, was man gerade sieht, sondern fast ausschließlich über ihre Gefühle sprechen.

So ein Film muss letztendlich unbefriedigend sein, denn er kann keine allgemeingültigen Antworten liefern, genauso wenig wie das Leben selbst. JC

Mank (USA 2020)

In dem neuen Film von David Fincher geht es um den Drehbuchautor Herman J. „Mank“ Mankiewicz. Der hat von dem neu entdeckten Wunderkind der Filmbranche Orson Welles den Auftrag erhalten, für Welles das Drehbuch für dessen ersten Film zu schreiben.

Dabei gilt Mank als ein Enfant Terrible in Hollywoods Studiowelt. Er macht und sagt, was er will, er schreibt wohl auch, was er will und hält sich nicht an Vorgaben. Und er legt sich mit allen an, auch mit Studiobossen wie Louis B. Mayer von MGM.

Außerdem ist Mank ein hoffnungsloser Säufer, der nichts zustande bringt, wenn er nicht einen bestimmten Pegel erreicht hat.

Finchers Film erzählt, wie Mank das Drehbuch schreibt und berichtet in Rückblenden über dessen Leben. Diese Rückblenden sollen wohl eine Anspielung auf Citizen Kane sein.

Schauspielerisch ist der Film erste Sahne, die Kamera (DoP: Erik Messerschmidt) ist phantastisch, denn der Film vermittelt den Eindruck, er sei in den 40er Jahren gedreht worden. Selbst die Punkte für den Rollenwechsel oben rechts im Bild fehlen nicht.

Der Film hat allerdings ein Manko: Er ist vollkommen am Publikum vorbei inszeniert und stinklangweilig. Selbst Cineasten, die „Citizen Kane“ von Orson Welles in- und auswendig kennen (das Meisterwerk gilt für viele immer noch als bester Film der Welt), gehen in die Knie. Nicht endend wollende Dialoge und eine zähe Geschichte (wo ist die Story überhaupt?) nehmen einem jeden Kinospaß. Der schlechteste Film von David Fincher, den ich sonst sehr schätze. JC

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