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Quarantäne: Das Gute, das Schlechte und das Langweilige

Quarantäne: Das Gute, das Schlechte und das Langweilige

Eine thailändische Rückkehrerin aus Deutschland beschreibt einen ruhigen, aber stunklangweiligen Aufenthalt in Pattaya.

Um acht Uhr morgens klingelt es an der Tür und eine vertraute Stimme verkündet, dass mein Frühstück fertig ist. Wie jeden Morgen in den letzten neun Tagen öffne ich die Tür – aber niemand ist zu sehen. Nur ein Plastikbehälter mit Lebensmitteln steht auf einem kleinen Tisch.

Das gleiche kontaktlose Verfahren wird zum Mittagessen um zwölf und zum Abendessen um 17 Uhr wiederholt. Dies ist ein „normaler“ Tag im Leben der staatlich geförderten 14-tägigen Coronavirus-Quarantäne in Thailand, die bei der Einreise aus Deutschland obligatorisch ist.

In die Heimat

Vor einigen Wochen freute ich mich – wie viele andere thailändische Staatsangehörige in Deutschland – darauf, endlich in die Heimat zurückzukehren. Aber zuerst musste ich mich wegen der Pandemie bei der thailändischen Botschaft anmelden.

Als meine Flüge mit Thai Airways International Mitte September zum zweiten Mal abgesagt wurden, meldete ich mich bei einem Charterflug an. Ich wartete wochenlang gespannt auf eine Antwort des thailändischen Konsulats in Frankfurt.

Thailand gibt Reisenden Vorrang, die einen dringenden Grund für ihre Rückkehr nach Thailand angeben. Die Sehnsucht nach Familie und Freunden, nachdem man fast zwei Jahre im Ausland zugebracht hat, wird von der thailändischen Regierung allerdings nicht als dringender Grund angesehen.

Glücklicherweise wurde am 1. November erlaubt, dass sich sowohl thailändische als auch nicht-thailändische Staatsangehörige online für das Certificate of Entry (COE) registrieren können. Ich beeilte mich, einen Platz in einem Charterflugzeug zu buchen.

Nur 200 Passagiere pro Flug – und nur thailändische Staatsangehörige – dürfen sich kostenlos einer staatlich geförderten Quarantäne unterziehen.

Die andere Möglichkeit wäre gewesen, mit einer anderen Fluggesellschaft zurückzufliegen und privat für eine alternative Quarantäne zu bezahlen – die billigste von der Regierung genehmigte Unterkunft kostet über 35.000 Baht.

Interessanterweise müssen thailändische Staatsangehörige bei ihrer Ankunft keinen negativen Coronavirus-Test nachweisen.

Frankfurt – Bangkok

Als ich am lang erwarteten Abflugtag am Frankfurter Flughafen ankam, war der einst geschäftige internationale Flugverkehrsknotenpunkt fast leer, und es dauerte nur 15 Minuten, um den Zoll zu passieren.

Meine Heimreise mit THAI inmitten einer globalen Pandemie war eine seltsam erfreuliche, aber gleichzeitig ernüchternde Erfahrung. Einige Plätze waren leer, die Passagiere durften sich nur in den Toiletten frei bewegen.

Das Kabinenpersonal hatte die bekannten lilafarbenen Uniformen gegen Ganzkörper-Schutzausrüstung (PSA) getauscht. Tatsächlich bin ich seit dem Einsteigen in Deutschland nur mit einer Handvoll Menschen in Kontakt gekommen, die nicht von Kopf bis Fuß mit einer PSA abgedeckt waren.

Bei der Landung am Flughafen Suvarnabhumi wurde die Temperatur aller Passagiere gemessen. Unser gesamtes Gepäck wurde mit einem Desinfektionsmittel besprüht, bevor es in Busse verladen wurde.

Vor der Pandemie war Suvarnabhumi eines der wichtigsten Reisezentren Asiens. Jetzt scheint der einst geschäftige Flughafen in Vergessenheit geraten zu sein.

Pattaya, die Geisterstadt

Wenn man in Thailand in Quarantäne geht, ist das wie Roulette. Niemand hatte eine Ahnung, in welcher Stadt wir bleiben würden. Erst auf dem Flughafen Suvarnabhumi erfuhren wir es.

Ich hatte Glück. Ich landete in einem Fünf-Sterne-Hotel in Pattaya. Der einzige Haken an der Geschichte: Ich darf das Zimmer nicht verlassen.

Auf dem Weg nach Pattaya sah ich in der normalerweise lebhaften Stadt, die für ihr Nachtleben bekannt ist und jedes Jahr Millionen von Touristen anzieht, nur leere Straßen und geschlossene Bars.

Ich wusste, dass die Pandemie die einst prosperierende Tourismusindustrie meines Landes schwer getroffen hatte, aber als ich das einst hedonistische Seebad mit eigenen Augen verlassen daliegen sah, fuhr mir die Realität des Lebens nach Corona in die Knochen.

Alltag in Quarantäne

Bei der Ankunft im Hotel begrüßten uns Mitarbeiter in PSA mit Alkoholgel, stellten uns routinemäßige Fragen nach unserer Gesundheit und kontrollierten erneut unsere Körpertemperatur.

Dann wurde mir schnell ein Ausweis gegeben und ein Zimmer zugewiesen, zusammen mit einem Handzettel der Quarantäneregeln des Hotels und einem Abendessen in einer versiegelten Plastiktüte – die erste von vielen solchen „Corona-sicheren“ Mahlzeiten. Das Mitbringen von Essen von außerhalb des Hotels ist strengstens untersagt.

Das Zimmer ist modern, geräumig und mit den üblichen Annehmlichkeiten ausgestattet, die man von einem Fünf-Sterne-Hotel erwarten kann: großer Flachbildfernseher, Dusche mit Regenduschkopf und separater Badewanne, zwei bequemen Betten mit weißer Bettwäsche und Fenster in voller Wandlänge und natürlich Gesichtsmasken, Alkoholgel und ein Thermometer.

Jeden Morgen müssen wir täglich zwischen sechs und neun Uhr unsere Körpertemperatur überprüfen und dann die Informationen über eine Messenger-App senden.

Es gibt keinen Reinigungsservice. Ich muss eine kleine Plastikschüssel als Waschbecken benutzen.

Ich darf nur für Tupfertests nach unten gehen, wenn mich jemand anruft. Ich habe meinen ersten Tupfertest am dritten Tag gemacht und das Ergebnis war negativ. Jetzt habe ich nur noch fünf Tage in Quarantäne und muss noch einen Test machen. Ich hoffe auf einen weiteren negativen Test, damit ich meine Familie endlich wieder sehen kann, wenn sie von Bangkok nach Pattaya fährt, um mich abzuholen und nach Hause zu bringen.

Post source : https://www.bangkokpost.com/thailand/general/2026551/quarantine-in-thailand-the-good-the-bad-and-the-boring

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