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CP und Tesco: Kleine Unternehmen bleiben auf der Strecke

CP und Tesco: Kleine Unternehmen bleiben auf der Strecke

Die Entscheidung des staatlichen Wettbewerbswächters, die Fusion der Charoen Pokphand Group und des lokalen Einzelhandelsunternehmens Tesco Lotus zu genehmigen, machte mich sprachlos, schreibt Sirinya Wattanasukchai.

Mit einer Abstimmung von 4:3 zur Genehmigung des Zusammenschlusses schloss die Office of Trade Competition Commission (OTCC) eine Monopolsituation aus, gab jedoch zu, dass der 338-Milliarden-Baht-Deal zu einer „erhöhten Marktmacht“ führen würde. Die Fusion könne den Wettbewerb erheblich verringern, aber „das wird keinen großen Schaden für die Wirtschaft oder für die Vorteile für die Verbraucher verursachen“, hieß es.

Wie kann das sein? Ich frage mich, wo OTCC-Mitglieder einkaufen gehen, um eine so unrealistische Sichtweise zu haben.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Thais im Allgemeinen auf die eine oder andere Weise unter dem Einfluss von CP stehen. Laut Longtunman.com verfügt das CP-Imperium über eine enorme Bandbreite an Produkten – von Saatgut bis Tierfutter, von Einzelhandel (zum Beispiel die Kette 7-Eleven) über Telekommunikation (True), E-Commerce, digitale Geschäfte, Immobilien- und Autohandel bis hin zu Pharmazeutika, Banken und Finanzinstituten außerhalb Thailands.

Ich weiß, dass die Erfolge von CP auf Innovationen und personalisiertes Marketing zurückzuführen sind, das alle Arten von Kunden abdeckt. Farmer können Saatgut und Futtermittel von CP kaufen, genauso wie Endverbraucher Lebensmittel, Zutaten und Dienstleistungen erwerben können.

Die Aktien von Tesco Lotus wurden in drei Teile aufgeteilt: 40 Prozent werden von CP All (dem Betreiber von 7-Eleven) gehalten, 40 Prozent von der Charoen Pokphand Holding, während der Rest von CP Merchandising gehalten wird, das Tierfutter und Fleisch verkauft.

Ein kurzer Faktencheck zeigt, wie allgegenwärtig die Supermarktkette 7-Eleven mit mehr als 12.000 Filialen in Thailand ist, während Tesco Lotus landesweit etwa 2000 SB-Warenhäuser und kleine Geschäfte betreibt. Man kann leicht zum nächsten 7-Eleven oder Tesco Express kommen, die Filialen sind in der Regel nur wenige Schritte von Zuhause oder Büro entfernt.

Um zu verhindern, dass das fusionierte Unternehmen mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent zum Monopol wird, hat die OTCC sieben Bedingungen festgelegt, denen CP folgen muss.

Ich fand drei der Bedingungen ziemlich ironisch. Eine verbietet eine weitere Fusion mit einem modernen Einzelhandelsunternehmen in den nächsten drei Jahren. Bedeutet dies, dass der Einzelhandelsriese nach 2023 einen hundertprozentigen Markt beherrschen kann und/oder darf?

Eine weitere Bedingung ist, dass das Unternehmen jedes Jahr den Einkauf bei Unternehmen in Gemeinden erhöhen muss, was laut OTCC die lokale Wirtschaft ankurbeln und über eine Million Arbeitsplätze schaffen wird.

Letztere Bedingung fordert, dass der Wirtschaftsriese alle Geschäfte mit seinen Partnern für die nächsten zwei Jahre aufrechterhalten muss. Es wird nicht leicht zu beweisen sein, ob das Konglomerat sich tatsächlich daran hält.

Selbst unter den oben genannten Bedingungen ist es kaum zu glauben, dass unser Markt nicht monopolisiert wird oder dass das Unternehmen nicht mit seinen eigenen Geschäftspartnern konkurriert oder diese als Markttester einsetzt. Erinnern Sie sich an den Vorwurf, 7-Eleven habe unmoralisch gehandelt, indem die Kette ein Snackrezept eines Lieferanten kopiert und dann den Snack des Lieferanten durch ein ähnliches Produkt einer eigenen Tochtergesellschaft ersetzte?

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Einzelhandelskette Makro ebenfalls zu CP gehört. Wenn man CP entgehen will, wird es langsam schwierig.

Das erinnert an den Fall von Edeka und Kaisers Tengelmann in Deutschland im Jahr 2015. Der Versuch von Edeka, Deutschlands größter Supermarktkette Kaisers Tengelmann mit 450 Filialen zu übernehmen, war zunächst erfolglos, da die Aufsichtsbehörden sagten, dies würde die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher einschränken.

Der Zusammenschluss wurde jedoch später genehmigt unter der Bedingung, dass das Unternehmen mindestens fünf Jahre lang alle Mitarbeiter beschäftigte, damit die Arbeitnehmer nicht zu einer finanziellen Belastung für den Staat wurden. Edeka einigte sich schließlich mit dem Rivalen Rewe, denn Rewe übernahm selbst einige Kaiser-Tengelmann-Filialen.

Die Fusion von CP und Tesco mag das Wirtschaftswachstum ankurbeln, aber wie sieht es mit den Auswirkungen auf kleine Unternehmen aus? Als Verbraucher wünsche ich mir mehr Beteiligte in der Lebensmittelindustrie, da ein harter Wettbewerb den Verbrauchern zugute kommen würde.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2022575/cp-tesco-merger-spells-pain-for-small-businesses

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