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Die Film- und Serienkritik

Die Film- und Serienkritik

Devs

Die Science-Fiction-Serie „Devs“ ist von Alex Garland (ungewöhnlich für eine US-Serie: Drehbuch und Regie bei allen Folgen). Bei einigen Fans dürften wegen dieser Information die Herzen höher schlagen.

Alex Garland hat in recht jungen Jahren einen Bestseller geschrieben: „The Beach“. Das ist über 20 Jahre her. Alles, was er danach machte, hat mit „The Beach“ überhaupt nichts zu tun. Er arbeitete mit Danny Boyle, der bei „The Beach“ Regie führte, noch einmal zusammen, zog es dann aber vor, sein eigenes Ding zu machen.

Sein erster Film (auch Drehbuch) war „Ex Machina“. In diesem Film über Artificial Intelligence (AI) soll ein begabter junger Mann einen Turing-Test an einem Roboter durchführen. Einem weiblichen, recht hübsch anzuschauenden und dazu hoch intelligenten Roboter. Am Ende des Films liegt es beim Zuschauer zu entscheiden, ob der Roboter den Turing-Test bestanden hat.

Der Film stieß auf gemischte Kritiken. Einige meinten, in anderen Filmen würde in fünf Minuten mehr über AI erzählt als hier in zwei Stunden. Andere ahnten, worauf Garland ursprünglich hinaus wollte.

Worauf er hinaus will, zeigte sich deutlicher in seinem nächsten Film „Annihilation“ (auch Drehbuch). Eine außerirdische Intelligenz landet auf der Erde, und an diesem Ort ist nichts mehr so, wie es war. Die Story ist eine Art Adaption des Lovecraft-Klassikers „Farbe aus dem All“.

Die Herangehensweise Garlands an das Genre Science Fiction offenbart sich dem Zuschauer spätestens mit der Serie „Devs“.

Es wird im Grunde mit keinem Wort erklärt, was Devs ist. Garland zeigt lediglich, wie Menschen auf Devs reagieren und was sie nach eigenen Aussagen von Devs halten oder über Devs denken. Mit Hilfe seiner Protagonisten stellt Garland eine ganze Menge Fragen über Devs. Aber, und das ist typisch Garland, hütet er sich, diese Fragen zu beantworten. So liegt es am Zuschauer selbst, was er von der Angelegenheit hält.

Das ist der Grund, weshalb Garlands Filme oder auch diese Serie alles andere als einfach sind. Es handelt sich um schwierige wissenschaftlich-philosophisch-religiöse Kost, die nicht jedermanns Sache ist.

Garland legt viel wert auf Kamera und Sound-Design, um den philosophischen Aspekt zu unterstreichen.

In dieser Serie wie in Garlands Filmen, spielt die Natur eine große Rolle. Die Gebäude oder die Maschinen befinden sich immer inmitten einer natürlichen Umgebung. Als ob diese künstlichen Gebilde gar nicht künstlich, sondern Teil der Natur selbst sind. Und das sagt schon einiges über Garlands Philosophie aus, die er dem Zuschauer näher bringen will.

„Devs“ ist nun schon die zweite herausragende Science-Fiction-Serie, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Die andere war die bereits im HALLO besprochene „Tales From the Loop“.

 

The Tree of Life

Die Fachwelt ist sich einig: Dieser Film aus dem Jahr 2011 ist Terrence Malicks absolutes Meisterwerk. Er handelt von einer Familie in Texas in den 1950er Jahren: Vater, Mutter und drei Söhne.

Der Film beginnt mit dem Tod eines Sohnes, dann gibt es eine Rückblende, die die Geschichte von vorne erzählt. Bei dieser Rückblende holt Malick weit aus und beginnt mit dem Anfang. Nicht mit der Geburt des verstorbenen Sohnes oder der Eheschließung der Eltern, sondern mit der Entstehung des Universums, dann der Erdgeschichte. Ehe man es sich als Zuschauer versieht, befindet man sich nicht mehr in einem Haus einer texanischen Vorstadt, sondern unter Dinosauriern.

Diese Dinosaurier-Szene ist für die Handlung immens wichtig, denn hier wird das Gewissen geboren. Ein Dinosaurier unterscheidet zwischen falsch und richtig, zwischen gut und böse und überwindet seine angeborenen Instinkte.

Nach dieser Präambel zurück in Texas. Besonderes Augenmerk legt der Film auf den ältesten Sohn (als Erwachsener von Sean Penn gespielt), der von seinem strengen Vater (Brad Pitt, sehr unsympathisch) besonders getriezt wird. Der Sohn begehrt auf. Die Mutter (Jessica Chastain) steht der ganzen Sache ziemlich hilflos gegenüber und verwöhnt die Söhne, wenn der Vater auf Geschäftsreise ist. Der wollte eigentlich Musiker werden, gab aber einer sicheren Anstellung den Vorzug. So sicher ist sein Job dann auch nicht.

Alles ist sehr eigenwillig erzählt, jede Beschreibung würde diesem Monument an Film nicht gerecht werden.

Alle typischen Malick-Elemente wie Stimmen aus dem Off, Steadicam, Jump Cuts, Sonnenstrahlen, Tiere oder Meer bzw. Wasser kommen hier verstärkt zum Einsatz. „The Tree of Life“ ist der Vorbote der Trilogie, die Malick anschließend produzierte und mit der der Regisseur jedwede filmische Konventionen hinter sich ließ. JC

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