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Leben auf der Venus?

Leben auf der Venus?

Es gibt Zweifel an der Feststellung, dass es „möglicherweise Leben“ auf der Venus gibt. Hier zeigt sich, dass Wissenschaft nur mittels Diskurs funktioniert. Wenn alle Wissenschaftler angeblich die gleiche Meinung haben, dann ist das keine Wissenschaft, sondern eine Ideologie.

Es war eine dieser großen und „wahren Geschichten.“ Im September berichteten Astronomen, dass die Atmosphäre der Venus mit Phosphan, einem möglichen Indikator für Leben, durchsetzt zu sein scheint.

Jetzt wird das „Falls“ immer wichtiger. Während Forscher die Daten neu bewerten und weitere Datensätze hinzufügen, kann die ursprüngliche Behauptung, in der Atmosphäre der Venus befänden sich unerklärlicher Mengen an Phosphan, bezweifelt werden. Und das sei auch gut so, sagen viele Wissenschaftler.

„Genau so sollte Wissenschaft funktionieren“, sagte der Planetenwissenschaftler Paul Byrne von der North Carolina State University in Raleigh, der die Venus studiert, aber an keinem der Phosphanpapiere beteiligt war. „Es ist zu früh, um auf die eine oder andere Weise zu sagen, was diese Entdeckung für Venus bedeutet.“

Die Behauptung

Am 14. September berichteten die Astronomin Jane Greaves und einige ihrer Kollegen von der Cardiff University in Wales, dass sie mit zwei verschiedenen Teleskopen Anzeichen von Phosphan in den Wolken der Venus entdeckt hatten. Dieses Phosphan schien zu reichlich vorhanden zu sein, um zu existieren, ohne dass irgendeine Quelle es auffüllte. Diese Quelle könnten Mikroben sein, die in den Wolken leben. Oder das Phosphan entstand durch eine seltsame unbekannte chemische Verbindung.

Greaves und Kollegen entdeckten Phosphan zuerst mit dem James-Clerk-Maxwell-Teleskop in Hawaii und anschließend mit der leistungsstarken ALMA-Teleskopreihe in Chile. Aber jetzt werden diese ALMA-Daten und insbesondere deren Art und Weise der Verarbeitung in Frage gestellt.

Datenauswertung

Die wichtigsten Venus-Beobachtungen waren Spektren oder Diagramme des vom Planeten kommenden Lichts in einem bestimmten Wellenlängenbereich. Verschiedene Moleküle blockieren oder absorbieren Licht bei bestimmten Wellenlängen. Wenn man nach diesen Einbrüchen in einem Spektrum sucht, kann man die Chemikalien in der Atmosphäre eines Planeten identifizieren.

Aber diese Daten sind nie so einfach zu lesen. Im wirklichen Leben führen andere Quellen – von der Erdatmosphäre bis zum Innenleben des Teleskops selbst – zu Wackelbewegungen oder Rauschen. Je größer die Wackelbewegungen, desto weniger Astronomen glauben, dass die angeblichen Moleküle das sind, was sie darstellen.

Dieses Problem wird noch verstärkt, wenn man ein helles Objekt wie die Venus mit einem leistungsstarken Teleskop wie ALMA betrachtet, sagte Martin Cordiner, Astrochemiker am Goddard Space Flight Center der NASA. Mit ALMA habe man andere Objekte im Sonnensystem beobachtet wie den Saturnmond Titan, nicht aber die Venus.

„Der Grund, warum diese Unebenheiten und Wackelbewegungen überhaupt da sind, liegt in der Eigenhelligkeit der Venus, die es schwierig macht, eine zuverlässige Messung zu erhalten“, sagte Cordiner. „Sie können sich vorstellen, dass man von einem hellen Licht geblendet wird. Bei hellem Licht wird die Fähigkeit beeinträchtigt, schwächere Details zu erkennen.“

Astronomen versuchen, die Daten auf unterschiedliche Weise zu glätten und echte Signale herauszufiltern. Eine Strategie besteht darin, eine Gleichung zu schreiben, die jene durch das Rauschen verursachten Wackelbewegungen beschreibt. Wissenschaftler können diese Gleichung dann von den Daten subtrahieren, um das Signal hervorzuheben, an dem sie interessiert sind. Bildlich gesprochen können sie so den Hintergrund eines Fotos ausblenden, damit ein Porträtmotiv erscheint.

Es ist jedoch möglich, eine Gleichung zu schreiben, die einfach zu gut zum Rauschen passt. Das müsse genauer untersucht werden, und es müsse geprüft werden, ob die Ergebnisse vertrauenswürdig sind, sagte Cordiner.

Um zu sehen, ob die Forscher etwas übereifrig waren, haben der Astrophysiker Ignas Snellen und seine Kollegen von der Universität Leiden in den Niederlanden das gleiche Rezept zur Rauschunterdrückung auf die ALMA-Daten zur Venus angewendet und keine statistisch signifikanten Anzeichen von Phosphan gefunden.

Dann untersuchten die Forscher mit derselben Rauschfiltereinstellung andere Teile des Venus-Spektrums, in dem keine interessanten Moleküle vermutet wurden. Sie fanden dabei fünf verschiedene Signale von Molekülen, die gar nicht vorhanden sein konnten.

Das Fazit der Wissenschaftler lautet, dass die vorgestellte Analyse bislang keine solide Grundlage biete, um auf das Vorhandensein von Phosphan und damit auf Leben in der Venusatmosphäre zu schließen.

Post source : https://www.sciencenews.org/article/venus-phosphine-possible-sign-life-doubts-how-science-works

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