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Pattaya Boyztown: Ende einer Ära?

Pattaya Boyztown: Ende einer Ära?

Niemand ist sich ganz sicher, woher der Begriff Boyztown stammt. Eine Möglichkeit ist der Film „Boys Town“ von 1938, aber Spencer Tracy und Mickey Rooney waren kaum Ikonen der schwulen Bürgerrechtsbewegung.

Es gibt eine Stadt im indischen Bundesstaat Kerala namens Boys Town, die anscheinend nur für ihre Kräutergärten und Gurkenstullen bekannt ist. Es gibt einen jamaikanischen Fußballverein namens Boystown. Nun ja.

Pattaya Boyztown (ursprünglich „Boystown“ genannt) war in den 1990er und frühen 2000er Jahren das Zentrum schwuler Unterhaltung, bevor der Wettbewerb mit dem Sunee Plaza und im Jomtien Complex spürbar wurde und zu einem Rückgang der Besucherzahlen führte.

In seiner Blütezeit war Boyztown Mittelpunkt zahlreicher Restaurants, Hotels, Bars und Karaoke-Bars, Clubs und Kabarettshows, die vor allem europäische schwule Touristen ansprechen, die zu Tausenden angereist waren, um sich tagsüber einen Sonnenbrand zu holen und abends zu amüsieren.

Aber jetzt ist das Viertel Boyztown menschenleer. Das erste Mal seit Menschengedenken war Halloween ein Flop. In der Hauptstraße ist an den meisten Abenden nur die Panorama-Bar geöffnet, in der jedoch nur wenige Gäste sind und zwei gelangweilt aussehende Mitarbeiter auf ihre Handys starren.

Die beiden größten Kabarettclubs, Castro und Boyz Boyz Boyz, scheinen nur am Wochenende geöffnet zu sein, vermutlich, um das Publikum in Bangkok zu versorgen, das eine kleine Pause vom Corona-Alltag einlegt. Die einst eleganten Toyboys in den Go-Go-Bars mit männlicher Belegschaft, die sich hauptsächlich um wohlhabende asiatische Männer kümmerten, haben Einrichtungsgegenstände, vor permanent verschlossene Türen gestapelt und sind arbeitslos.

Die extravaganten Dragstars Eggz Benedict und Aggie Glitterbug, haben nichts zu tun und sagten, dass Boyztowns Niedergang nicht aus heiterem Himmel kam.

„Ab etwa 2010 ging die Zahl der europäischen Touristen zurück, als Thailand teuer wurde und Touristen aus Osteuropa kamen“, sagte Eggz.

„Seitdem ging es wirklich bergab“, fügt Aggie hinzu, „obwohl die Shows in den letzten Jahren voll waren: mit Pauschalreisenden aus China. Dank Corona sind die jetzt ebenfalls verschwunden.“

In der Blütezeit organisierten Boyztown-Unternehmen bedeutende Spendenaktionen für verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen, insbesondere für Waisenhäuser. Hunderttausende Baht wurden eingenommen und für wohltätige Zwecke gespendet.

Wird Boyztown seinen früheren Ruhm wiedererlangen? Eggz und Aggie denken nicht.

„Pattayas Zukunft liegt auf einem anderen Gebiet. Millionen chinesischer Touristen stehen in den Startlöchern“, sinnierte Eggz.

„Es ist nicht nur Boyztown“, beschwerte sich Aggie. „Heutzutage verdient niemand mehr Geld.“

Beide verweisen auf Social-Media-Apps, die schwule Bars und Clubs als Treffpunkte abgelöst haben.

„Aber was nach dem Virus zurückkommen wird, sind die Kabaretts“, prognostiziert Eggz. „Weil man nicht schwul sein muss, um eine gute Drag-Show zu genießen.“

Da kann man kaum widersprechen.

Post source : https://www.pattayamail.com/featured/pattaya-boyztown-end-of-an-era-331380

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