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Opfer des eigenen Erfolgs

Opfer des eigenen Erfolgs

Die Seuchenschutzbehörde hat kürzlich einem Unterausschuss des Zentrums für Covid-19-Situationsverwaltung (CCSA) eine Empfehlung vorgelegt, die Quarantänezeit für Rückkehrer und Touristen von 14 auf zehn Tage zu verkürzen.

Der Unterausschuss hat den Rat dann an das Hauptorgan der CCSA weiterleiten, das folgende Entscheidung getroffen hat: Touristen, die mit dem sogenannen Special Tourist Visa einreisen, müssen nur noch zehn Tage in Quarantäne bleiben.

Wenn sich die CCSA und die Regierung einig sind, könnte die kürzere Quarantänepolitik wahrscheinlich schon bald beginnen, womöglich noch in diesem Monat.

Die Empfehlung wurde sorgfältig geprüft und basiert auf der Überwachung der Infektionsraten bei Ausländern und Rückkehrern nach Thailand durch das Ministerium sowie auf Untersuchungen aus der Schweiz und dem landesweiten Umgang mit Leuten, die die Quarantänezeit absolviert haben.

Es kann daher nicht mehr ausgeschlossen werden, dass doch noch Reiseblasen eingeführt werden, die es Touristen und Besuchern aus bestimmten Ländern oder Regionen ermöglichen würde, Thailand ohne obligatorische Quarantäne zu betreten.

Doch obwohl die Politik bei Corona gute Arbeit geleistet hat fordern einige Kritiker die Regierung auf, nichts zu ändern.

Zum Beispiel forderte der Verband der thailändischen Industrie (FTI) die Regierung auf, die 14-tägige Quarantänezeit keinesfalls aufzugeben. Das Land könne es sich nicht leisten, Entschädigungen und wirtschaftliche Verluste zu zahlen, die durch eine zweite Corona-Welle entstehen.

Nicht bedacht wurde hier allerdings, dass der Tourismus einer der Wirtschaftsmotoren ist und die Konjunktur Thailands sich so lange nicht erholen wird, bis die Tourismusbranche wieder nennenswerte Besucherzahlen verzeichnet.

Obwohl die Öffnung der Grenzen mit Maßnahmen wie einer kürzeren Quarantänezeit unvermeidlich erscheint, muss die Regierung diese Warnungen beachten. Fehler verursachen einen großen Rückschlag.

Der erste Test besteht darin, dass die Regierung sicherstellen muss, dass das Special Tourist Visa und die verkürzte Quarantäne nur für Touristen aus Ländern mit geringem Risiko gilt. Dazu gehören nach jetzigem Stand China, Taiwan, Neuseeland und Australien. Dass Australier in ihrem Land quasi gefangen sind und nicht ausreisen dürfen, wird hoffentlich kein Dauerzustand bleiben.

Auf die Besucher kommt dann die Quarantäne zu, die verkürzt zehn Tage dauern wird.

Es wäre ratsam, die ersten verkürzten Quarantänen in Touristenzentren einzuführen, die sich bereits auf die entsprechenden Corona-Maßnahmen vorbereitet haben. Dazu gehört beispielsweise Phuket. Die Ferieninsel kann als gutes Pilotprojekt dienen.

Die Regierung muss ein System für Ärzte einrichten, um diese Besucher aufzuspüren, nachdem sie die Quarantäne verlassen haben, um andere touristische Ziele zu besuchen. Es muss eine mobile App oder ein mobiles System vorhanden sein, mit dem Gesundheitsbeamte nachverfolgen können, wohin Touristen reisen, um sie zu lokalisieren, falls Infektionen auftreten.

Die wichtigsten Faktoren sind jedoch die Beteiligung und die Zusammenarbeit der Bevölkerung mit den Verwaltungsbehörden vor Ort. Ein beispielhafter Fall ist, wie Mae Sot in der Provinz Tak mit neuesten Infektionen umgegangen ist. Die Gemeinde war dem Risiko einer Corona-Infektion ausgesetzt, nachdem drei Lkw-Fahrer aus Burma sowie auch fünf Dorfbewohner positiv getestet wurden.

Lokale Gesundheitsbehörden haben daraufhin über 4000 Dorfbewohner getestet. Die Stadtverwaltung hat fünf von 20 Gemeinden als potentielle Ansteckungsherde ausfindig gemacht und abgeriegelt und verfügt über eine Datenbank und Präventionspläne für 20.000 schutzbedürftige Personen – Senioren und Schüler. Anscheinend wissen Lokalbeamte und Dorfbewohner, was zu tun ist.

Die Regierung muss härter daran arbeiten, alle Gemeinden auf einen möglichen Vorfall wie die in Mae Sot vorzubereiten. Sie sollte die Öffentlichkeit ermutigen, weiterhin die soziale Distanzierung zu beachten und die Thai Chana App zu benutzen, die bei vielen bereits in Vergessenheit geraten zu sein scheint.

Auch das Maskentragen wird mitunter nicht mehr so ernst genommen. Wenn auf der Straße keine Masken getragen werden, ist das eine Sache, aber eine ganz andere Sache, wenn das auch in Einkaufszentren so gehandhabt wird. Viele Kunden tragen die Masken im Stil von Armin Laschet unter der Nase.

Zusammenfassend sei gesagt, dass Thais die Gefahren von Corona nicht vergessen sollten, wenn die Grenzen geöffnet werden. Thailand kann sich nicht für immer und ewig vom Rest der Welt abriegeln und so zum Gefangenen des eigenen Erfolges werden. Zwar gibt es in Thailand nur eine niedrige Infektionsrate, aber was soll das nutzen, wenn die Wirtschaft weiterhin auf Talfahrt ist und viele Menschen ins Unglück reißt.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2007323/victims-of-our-success

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