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Herrschende Doppelmoral

Herrschende Doppelmoral

Akarawin „Hi-So-Jimmy“ Taechaubol ist ein junger und prominenter Geschäftsmann. Er ist Millionärssöhnchen des Immobilienimperiums JC Kevin Development und Polizeihauptmann, der als Inspektor in der Abteilung Drogenbekämpfung arbeitet.

Am Morgen des 22. Oktober überfuhr Akarawin mit dem BMW seines Freundes den 49-jährigen Udom Saengkaya, einen Fischbällchen-Verkäufer, der auf dem Weg von der Arbeit nach Hause war.

Udom starb an Ort und Stelle, sein Körper lag auf dem Boden, der Blut strömte aus dem Kopf und Gliedmaßen waren gebrochen.

Akarawin half nicht, sondern verließ den Unfallort. Er stellte sich am folgenden Nachmittag um 16 Uhr der Polizei.

Akarawin wird rücksichtsloses Fahren und fahrlässiger Tötung vorgeworfen, was eine Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis mit sich bringen könnte. Ferner gibt es den Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort, was mit sechs Monaten Haft geahndet werden kann.

Akarawin wurde am selben Tag gegen Zahlung einer Kaution von 100.000 Baht freigelassen und versprach, dass er die Familie des Opfers entschädigen wird.

Ein Alkohol- und Drogentest kann nach Angaben der Polizei „Wochen“ dauern. Die Proben konnten natürlich erst genommen werden, nachdem sich Akarawin über 24 Stunden nach dem Unfall gestellt hatte.

Der Polizeichef von Khlong Tan, Polizeioberst Ruetee Pandum, wurde gefragt, ob Akarawin jemals zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden würde. Berichten zufolge lachte er nervös und antwortete: „Das liegt beim Gericht.“

Es dauerte kaum eine Woche, da hörte man über den Fall gar nichts mehr. Kaum jemand sprach davon, die Medien berichtete nicht mehr.

So kommt man davon

Es ist weder das erste noch das letzte Mal, dass das in Thailand genau so abläuft. Die Kultur der Straflosigkeit ist offensichtlich, aber normal. Sie wird von den Mächtigen im Land ignoriert und manchmal auch gefeiert.

Der wohl bekannteste Fall in den letzten Jahren war der des Red-Bull-Erben Vorayuth Yoovidhya. Er hatte vor acht Jahren einen Polizisten überfahren und fahrlässig getötet. Der Milliardär ist bislang davon gekommen. Da nutze es dem Opfer Wichian Klanprasert auch nicht, dass er Polizeibeamter war.

Akarawin sollte, unabhängig von seinem Reichtum, denselben Konsequenzen und derselben Strafverfolgung innerhalb des thailändischen Justizsystems ausgesetzt sein wie jede nicht so begüterte Person.

Die Tatsache, dass er gegen eine Kaution von 100.000 Baht freigelassen wurde, obwohl er einen Mann fahrlässig getötet hatte, während demokratiefreundliche Demonstranten im Gefängnis sitzen, zeigt, wie korrupt und gebrochen das thailändische Justizsystem ist. Es dient weder den Bürgern dieses Landes noch schützt es sie oder behandelt sie gleichberechtigt.

Es ist wirklich beschämend und peinlich und trägt nur noch weiter zur Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Korruption, Unterdrückung, Ignoranz und Gier bei, die so tief in das Gefüge der thailändischen Gesellschaft eingebettet sind.

Es ist das System

Aber es sind nicht nur Akarawins Geld und Verbindungen, die die Wurzel allen Übels sind. Es ist das System und die Kultur Thailands, die es Menschen wie Akarawin weiterhin ermöglichen, die Verwundbaren auszubeuten und zu manipulieren und, wenn es die Situation erfordert, sogar mit fahrlässiger Tötung (wie in diesem Fall), mit Totschlag oder gar Mord davonzukommen.

Akarawins Geschichte ist wie die von Red-Bull-Vorayuth lediglich ein Symptom einer Krankheit. Das ungerechte Justizsystem ist lediglich die Spitze eines Eisberges.

Genau dagegen wehren sich die Demonstranten, die viel weitreichendere Reformen verlangen als lediglich den Rücktritt der Regierung. Die neue Generation thailändischer Schüler und Studenten will diese Ungerechtigkeit nicht länger hinnehmen.

Denn das ist der Grund, warum sich in Thailand nicht geändert hat, und das ist der Grund, warum Thailand sich ändern muss.

Die Privilegierten, die Machthaber und Menschen wie Akarawin sollten nicht auf ein Podest gestellt werden und das Gefühl bekommen, dass ihr Leben wichtiger und würdiger ist als das anderer, nur weil sie materielle Vorteile haben. Sie sollten wegen mangelnder Menschlichkeit und Empathie verurteilt werden.

Post source : https://www.thaienquirer.com/20173/opinion-a-rich-thai-socialite-just-killed-a-pedestrian-in-a-hit-and-run-the-legal-double-standards-are-shocking/

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