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Die Film- und Serienkritik

Die Film- und Serienkritik

Tell Me a Story, USA 2018

In der ersten Staffel wusste ich nach zwei Folgen immer noch nicht, worum es eigentlich gehen soll. Wie die Story erzählt wird, fand ich daher recht ungewöhnlich und erfrischend anders. Leider stellte sich dann doch zu schnell heraus, wohin der Hase läuft. Es gab nichts Ungewöhnliches mehr. Es wurden ausgetretene, ja ausgelatschte Pfade beschritten, alles wirkte zudem sehr konstruiert. Spannend war es insgesamt schon. Aber bis auf die ersten paar Folgen nicht gerade umwerfend. Der Böse ist eben der Böse und macht genau die bösen Sachen, die Böse in Film und Fernsehen eben so machen.

Die zweite Staffel ist nach einem ähnlichen Muster aufgebaut – und das ist leider in die Hose gegangen. Die Storys sind unglaubwürdig total bescheuert und unfreiwillig komisch. Die Figuren agieren unlogisch. Vor allem die Hauptdarstellerin, die eine völlig andere Person zu sein scheint als in der ersten Staffel. Die Charaktere sind bis zur Schmerzgrenze überzeichnet. Manchmal dachte ich, das sei eine Comic-Verfilmung.

Von der technischen Seite her ist die Farbgebung in der zweiten Staffel ganz interessant, denn jede Geschichte hat ihre eigene Farbe. Aber auch das wird mit dem Holzhammer rüber gebracht, subtil geht anders.

Wie im Stummfilm wirken die Szenen der jeweiligen Geschichten eingefärbt: Gelb, blau und rot.

Vielleicht hätten sie sich noch mal die Drei-Farben-Trilogie von Krzysztof Kieslowski ansehen sollen, um zu lernen wie man so was richtig macht.

Fazit: Erste Staffel nicht schlecht, zweite Staffel Totalreinfall. JC

Kindergarten Cop, USA 1990

Es gab einmal eine Zeit, da verhielt es sich mit Arnold Schwarzenegger wie mit den Superstars der Filmgeschichte in den 20er und 30er Jahren. Wenn er in einem Film mitspielte, rasten die Leute ins Kino – und zwar nur, weil er mitspielte. Jetzt, 30 oder 40 Jahre später, ist das kaum noch vorstellbar. Und dennoch war es so.

Nach den ganzen Action-Knallern, von „Terminator“ über „Predator“ bis „Total Recall“, inzwischen allesamt Klassiker, begann er das Fach zu wechseln und drehte Komödien. Es stellte sich heraus, dass Schwarzenegger nicht nur ein Action-Schauspieler ist, der zwei Gesichtsausdrücke wirklich sehr gut kann, sondern auch ein Komiker.

Der erste oder einer der ersten dieser Filme ist „Kindergarten Cop“.

Die Story ist denkbar einfach gestrickt. Ein Cop (Schwarzenegger) soll eine Kollegin begleiten, die Undercover als Erzieherin in einem Kindergarten arbeiten soll, um dort einen Jungen und dessen Mutter vor Vater/Ehemann zu beschützen.

Die Polizistin wird krank und Schwarzenegger muss für sie einspringen. Schwarzenegger als Erzieher im Kindergarten? Muss man gesehen haben. Es ist saukomisch. Ivan Reitman hat den Film so lockerleicht inszeniert, dass es eine Freude ist, ihn zu sehen. Das liegt ganz klar vor allem an Schwarzenegger, weil er so anders ist als in den Filmen davor. Einfach köstlich!

Ich habe mir den Film noch einmal angesehen, weil jetzt auch „Kindergarten Cop“ auf der schwarzen Liste gelandet ist. Bei solchen Verboten wird bei mir immer genau das Gegenteil ausgelöst: Ansehen!

Nachdem ich mich sehr amüsiert habe, ließ ich den Film noch einmal Revue passieren, und zwar unter der Prämisse, dass Linke zum Lachen in den Keller gehen. Erst dann erkannte ich, dass der Film Gift fürs Publikum ist.

Alle Hauptrollen sind mit Weißen besetzt. Okay, man könnte argumentieren, dass es in den USA kaum mehr als zehn Prozent Schwarze gibt. Heutzutage wird diese Quote mit 50 Prozent in Filmen umgesetzt.

Ein Hauptkritikpunkt der Linken ist, dass der Film Polizeigewalt glorifiziere. In eine Zeit, in der die Polizei verboten und abgeschafft werden soll, passt dieser Film nicht hinein.

Eines der Kindergartenkinder sagt zu Schwarzenegger zur Begrüßung: „Jungen haben einen Penis und Mädchen eine Vagina.“ Das geht natürlich gar nicht in diesen modernen Zeiten, in denen behauptet wird, das Geschlecht sei ein gesellschaftliches Konstrukt.

Am Anfang des Films sieht man Schwarze und Latinos, die nichts Gutes im Sinn haben, vor bzw. in einem Club abhängen. Schwarzenegger greift in bekannter Manier durch und legt alles in Schutt und Asche. Das ist aus heutiger Sicht rassistisch. Noch schlimmer ist, dass ein Drogenhändler ein Vietnamese ist. Und der Oberbösewicht des Films sieht irgendwie indianisch aus.

Die Hauptkritik richtet sich allerdings auf die Kindergartenklasse. Es könne gar nicht witzig sein, wenn die Polizei in einem Kindergarten auftaucht. Afro- und lateinamerikanische und andere nichtweiße Kinder würden kriminalisiert und nicht unterrichtet.

Bei den ganzen Vorwürfen frage ich mich allerdings, ob die Linken einen anderen Film gesehen haben als ich. Am Besten „gefällt“ mir persönlich, dass sie „Kindergarten Cop“ mit „Die Geburt einer Nation“ (1915) von D.W. Griffith und „Vom Winde verweht“ (1939) von Victor Fleming auf eine Stufe stellen. Also, „Kindergarten Cop“ ist wirklich ein sehr netter Film, den man wie einen leckeren Snack zwischendurch genießen kann. Aber ihn mit diesen beiden Meilensteinen der Filmgeschichte in einem Atemzug zu nennen? Einfach lachhaft! Aber gut, wie gesagt, die Zeiten ändern sich. Nicht zum Besseren. JC

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