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Es hat sich viel geändert

Es hat sich viel geändert

Im täglichen Leben hat sich wegen Corona vieles geändert. Hätte mir jemand Anfang des Jahres gesagt, was alles auf mich zukommt, ich hätte es nicht geglaubt.

Da ist zunächst einmal der Mund-Nasen-Schutz, kurz MNS. Dieses Kürzel war Anfang des Jahres wohl kaum jemandem geläufig. Auch das jetzt umgangssprachliche „Gesichtsmaske“ oder die Kurzversion „Maske“ gab es im Januar, Februar oder März noch nicht. Die Gesichtsmaske leitet sich vom Englischen „face mask“ ab – und ist rasend schnell in den deutschen Wortschatz aufgenommen worden. Bei Maske dachte man früher eher an das Maskieren im Fasching, den Karneval in Venedig, vielleicht auch an Zorro und die Horrorfans sicherlich an den Slasher-Klassiker „Halloween“. So ändern sich die Zeiten, und zwar rasant.

Leider ist zu befürchten, dass die allgegenwärtige Gesichtsmaske noch lange Zeit zum Straßenbild gehören wird. In Asien war es vielleicht nie ungewöhnlich, dass die Leute mit Masken herumliefen. Da ging es um Verkehr und Luftverschmutzung oder die Befürchtung, andere anzustecken, wenn man krank war. Aber trotzdem ist es für Thais kein Vergnügen, bei 35 Grad eine Maske zu tragen, das können Sie mir glauben.

Ob man auf der Straße eine Maske trägt, mag einem vielleicht selbst überlassen sein, aber in Supermärkte oder Einkaufszentren kommt man ohne nicht hinein. Vielleicht kann man sie sich wie Laschet lässig unter die Nase schieben und an klimatisierten Orten erst einmal tief durchatmen, anstand stickiges CO2 einzuamten. Aber: Sie darf nicht vergessen werden.

Nach wie vor ist das ungewohnt, und so ist es mir selbst schon passiert, dass ich keine Maske dabei hatte. Vor dem Einkauf sollte man also nicht nur überprüfen, ob man Schlüssel und Geld und Taschen oder Tragetaschen dabei hat, sondern auch, dass die Maske, wenn nicht schon über Mund und Nase sitzt, so doch in der Hosentasche steckt.

Und im 7-Eleven oder wo auch immer angekommen, wird dann Temperatur gemessen. Über die Zuverlässig will ich nicht streiten und das auch nicht weiter kommentieren. Den Vogel hat sicherlich 7-Eleven abgeschossen, indem man jetzt nach dem Betreten des Ladens eine Hand vor ein merkwürdiges Gerät halten muss. Das piept dann und zeigt die gemessene Temperatur an.

Es gibt sicherlich Studien darüber, wie fiebrig man sein muss, damit auch die Hände heiß werden und das Gerät Alarm schlägt. Ich denke aber, da ist man schon halbtot und nicht mehr fähig, einen Supermarkt zu betreten.

Es gibt in der Krise eben doch immer Profiteure, und der Hersteller dieser Hand-Dingensbumens oder wie die heißen ist einer von ihnen. Der hat doch alle 7-Eleven-Filialen im Land mit diesen Geräten ausgestattet. Auch andere Hersteller profitieren. Ob Thermometer in Pistolenform oder Produzenten von Masken und Handgels und Desinfektionsmitteln.

Das sind die Beispiele in der Wirtschaft für eine sogenannte K-Kurve. Einige Ökonomen gehen davon aus, dass es eine L-Kurve geben wird. Die Wirtschaft ist im freien Fall und bleibt dann flach wie eine Flunder am Boden.

Optimisten rechnen mit einer V-Kurve. Erst geht es bergab, dann aber wieder bergauf.

Und dann gibt es eine dritte Kurve, die K-Kurve. Laut dieser Theorie geht es steil bergab, doch einige Branchen erholen sich schnell. Aber keinesfalls alle. Die Tourismusbranche bleibt bei dieser K-Kurve am Boden wie bei der L-Kurve. Andere Branchen wie die Produzenten von Thermometern erleben einen florierenden Aufschwung wie bei der V-Kurve. Gesund ist das natürlich nicht, genauer gesagt, eine K-Kurve ist für die Konjunktur genauso schlecht wie eine L-Kurve.

Ob es in Thailand nun ein L wird oder ein K, das bleibt abzuwarten. Und nur die größten Optimisten dürften wohl hoffen, dass es ein V ist und es bereits wieder aufwärts geht

Post source : Walter Weiß

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