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Irreparabel kaputt?

Irreparabel kaputt?

In diesem Land gibt es mitten in der Hauptstadt einen Straßenabschnitt, der wegen der häufigen tödlichen Unfälle dort als „Kurve der 100 Toten“ bezeichnet wird, berichtet Atiya Achakulwisut.

Ein 33 Jahre alter DJ war das letzte Opfer auf dieser Straße, nachdem sein Auto dort verunglückt war. Es scheint, dass nichts dagegen unternommen werden kann.

Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation sind die Verkehrstoten des Landes pro Kopf die zweithöchsten der Welt – nur noch im vom Bürgerkrieg gebeutelten Libyen soll es schlimmer sein. Jedes Jahr kommen auf Thailands Straßen ca. 20.000 Menschen ums Leben.

In einem Bericht der New York Times wurde darauf hingewiesen, dass Thailand zu den ungleichsten Gesellschaften der Welt gehört und auf den Straßen „eine starre Hierarchie gilt, wobei die Armen bei Unfällen weitaus häufiger getötet werden als wohlhabende und gut vernetzte Bürger.“

Hier geht es nicht nur um die Tatsache, dass mehr als 70 Prozent der Verkehrsunfälle Motorräder betreffen, die mehr oder weniger das Fahrzeug der Wahl für die Nicht-Wohlhabenden sind, sondern auch um Korruption und die schwache Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung.

„Für die Superreichen oder diejenigen in Autoritätspositionen gelten die Regeln der Straße möglicherweise überhaupt nicht. Sie wissen, bevor sie sich ans Steuer setzen, dass sie ungestraft aufs Gas treten oder viel trinken können. Sie müssen keine Angst vor möglichen Folgen haben.

Da fällt einem der Red-Bull-Spross ein. Was ihn betrifft, fällt ebenfalls auf, dass bislang niemand bei der Polizei oder der Generalstaatsanwaltschaft wegen Verschleppung des Verfahrens oder Vertuschung von Tatvorwürfen zur Rechenschaft gezogen wurde.

Tatsächlich konnte die Öffentlichkeit nicht einmal den vollständigen Bericht darüber lesen, was schief gelaufen ist und was dazu geführt hat, dass der Milliardärssohn bislang ungeschoren davon kam. Warum? Warum muss die Wahrheit zurückgehalten werden?

Kürzlich waren viele Leute über ein Video wütend, auf dem zu sehen war, wie eine Erzieherin in einem Privatkindergarten Kinder in ihrer Obhut körperlich misshandelt hat.

Es war schockierend zu sehen, wie sich eine Person gegenüber kleinen Kindern so gewalttätig verhalten konnte.

Im Verlauf der Bilder dieses Missbrauchs scheint sich der Schock in Unglauben und Fragen darüber vertieft zu haben, ob das alles nicht nur etwas mit dieser einen Kindergärtnerin als Einzelperson zu tun hat, sondern etwas am System auf nationaler Ebene nicht stimmt.

Die Gewalt wurde von der Schulverwaltung nicht aufgedeckt, die das Übel, das unter ihrem eigenen Dach geschah, nicht bemerkt haben wollte.

Stattdessen fiel umsichtigen Eltern auf, dass sich ihre Kinder merkwürdig verhielten, und leiteten eine Untersuchung ein. Es sind diese Eltern, die darum gebeten haben, Überwachungskamera-Aufnahmen der Klassenzimmer sehen zu wollen. Es waren auch die Eltern, die selbst herausfinden mussten, dass ihre Kinder nur wenige Minuten Zeit hatten, um zu essen oder zu trinken.

Das geschah an einer Schule, die damit wirbt, „eine der führenden privat geführten Schulen des Landes“ zu sein und Berichten zufolge mehr als 100.000 Baht pro Semester für den Unterricht bzw. Kindergarten berechnet.

Ein sorgfältiger Blick auf die Videos zeigt, dass andere Erzieher in der Nähe nichts unternahmen, als die „Lehrerin, die inzwischen entlassen wurde, die Kinder schlug und schubste.

Einige behaupteten zunächst, es handle sich um den „berühmten“ Einzelfall, aber dann tauchten mehr Videos auf, in denen andere Lehrerinnen und Erzieherinnen an derselben Schulde Kinder misshandeln.

Da fragten sich viele Leute, ob Gewalt in der Schule häufiger vorkommt als man dachte.

Viele andere Fragen haben sich nicht nur bei den Eltern, sondern auch in der Öffentlichkeit ergeben.

Wie konnte eine scheinbar gut etablierte Schule solche Leute beschäftigen? Was stimmt mit der Qualität der Schulen im Land nicht? Hat das Bildungsministerium überhaupt seine Arbeit gemacht?

Wenn die Qualität unserer Ausbildung so schlecht ist, sollte es keine Überraschung sein, dass Schüler und Studenten an der Spitze des regierungskritischen Protests stehen.

Nachdem die Abgeordneten und Senatoren der Regierung beschlossen hatten, eine mögliche Verfassungsänderung erst einmal zu verschieben, gingen die Kundgebungen gegen die Regierung weiter, und Premierminister General Prayuth Chan-ocha geriet in die Defensive.

Er sagte, er verstehe nicht, wie die Leute sagen könnten, dass die Senatoren ihn favorisierten. Aber wie könnten sie nicht? Er war doch derjenige, der jeden einzelnen handverlesen zum Senator bestellt hat. Sein eigener Bruder gehört zu den Senatoren.

Das ist schlicht und einfach ein Interessenkonflikt. Wenn der Premierminister das nicht einsieht, sollten wir nicht überrascht sein, dass Thailand bis ins Mark korrupt und ungerecht ist. Da muss man sich schon frage, ob das Land irreparabel kaputt ist.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1993271/from-top-down-are-we-broken-beyond-repair-

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