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Die Film- und Serienkritik

Die Film- und Serienkritik

Tales From the Loop, USA 2020

Die Serie basiert auf zwei Büchern des schwedischen Künstlers Simon Stålenhag. Dabei handelt es sich nicht um Romane, sondern um Kunstbücher, in denen Stålenhags Gemälde zu sehen sind.

Meist drehen sich seine Bilder um ganz normale Landschaften, aber: In diesen sind merkwürdige technische Geräte, Roboter oder ungewöhnliche Gebäude zu sehen.

Der „Loop“, diese Art Kreisbahn, ist wohl ein Teilchenbeschleuniger. Hier ist der Wissenschaft anscheinend ein Durchbruch gelungen. Es wurden Geheimnisse des Universums entschlüsselt, was direkte Auswirkungen auf Landschaft und die unmittelbare Umgebung hat. (Das ist meine Interpretation. Falls jemand eine andere hat …)

Die Serie beschäftigt sich mit den Menschen, die dort leben.

Es ist alles sehr surreal, befremdlich, bizarr. Neue Experimente bringen noch mehr Veränderungen. Technische Geräte, die mitunter wie Schrott herumliegen, sind faszinierend, bergen aber auch Gefahren, wenn man sie benutzt oder anfasst.

Schließlich geht es aber nicht um Entdeckungen und entschlüsselte Geheimnisse, sondern darum, wie Menschen sich in dieser Umwelt zurechtfinden, wie sie reagieren. Letztendlich bleibt ein Mensch immer ein Mensch – da spielt es keine Rolle, wo er sich aufhält.

Unterlegt ist diese phantastische Serie mit der Musik von Paul Leonard-Morgan und Philip Glass. Die für Glass typischen Zwölf-Ton-Kompositionen werden durch Leonard-Morgan ausgebremst, so dass der Soundtrack ein wenig an Max Richter erinnert.

Der komponierte die Musik für „The Leftovers“. Und wenn man „Tales From the Loop“ überhaupt mit einer anderen Serie vergleichen kann, so ist das wohl „The Leftovers“. Es geht ruhig und eher undramatisch zu. Das heißt jedoch nicht, dass die Tragödie nicht hinter jeder Ecke lauert.

Die philosophischen Aspekte der Geschichten, die hier erzählt werden, sollten lediglich als Denkanstöße verstanden werden. Wer in Serien, Filmen oder Büchern immer auf den Erklärbär am Schluss wartet, ist hier völlig fehl am Platz.

„Tales From the Loop“ ist seit „The Leftovers“ die außergewöhnlichste Serie, die mir untergekommen ist.

Ich hatte in letzter Zeit bemerkt, dass Serien wieder kommerzieller werden und Ungewöhnliches nicht mehr so oft gewagt wird. Ich scheine mich glücklicherweise geirrt zu haben.

Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass man die Qualität einzelner Serien und Filme nicht an Studios oder Streaming-Diensten festmachen kann. Passte der Amazon-Kitsch „Upload“ genau in die Kategorie, in die einige Leute Amazon-Serien einordnen würden, hauen die ein Teil wie „Tales From the Loop“ raus, und plötzlich stimmen die Vorurteile nicht mehr.

The New World, USA 2005

Seinen vierten Film drehte Terrence Malick sieben Jahre nach „Der schmale Grat“. In „The New World“ geht es um die Entdeckung derselben bzw. um die Häuptlingstochter Pocahontas und ihre Beziehung zu zwei Entdeckern. Inzwischen kennt der Zuschauer Malick, und kann erahnen, dass er den Stoff auf sehr eigenwillige Weise verfilmt hat.

Gespielt wird Pocahontas von der damals erst 15-Jährigen Q’orianka Kilcher, die einen peruanischen Vater und eine Schweizer Mutter hat. Ihr stehen so bekannte Schauspieler wie Colin Farrell, Christian Bale und Christopher Plummer zur Seite, doch sie alle haben keine Chance. Das junge Talent spielt sie alle an die Wand.

Die recht tragische Geschichte präsentiert Malick dem Zuschauer in opulenten Bildern, wobei die Personen immer im Vordergrund der Bildkompositionen stehen. Diese Methode intensivierte er in seinen späteren Filmen, daher kann man durchaus behaupten, dass „The New World“ Malicks letzter Film ist, der vielleicht noch einigermaßen als Mainstream-Film durchgehen kann.

Nach einer Schaffenspause von knapp zehn Jahren ging es dann mit „The Tree of Life“ weiter, und von da an wurde bei Filmen von Terrence Malick alles anders. JC

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