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Entscheidung durch Boykott

Entscheidung durch Boykott

Zuletzt beugte sich Burger King Thailand einem Boykottaufruf von Demonstranten, die dem Unternehmen vorwarfen, in einem von ihnen als regierungsfreundlich eingestuften Fernsehsender zu werben.

Die Demonstranten streben den Abgang von Premierminister General Prayuth Chan-ocha an, der 2014 geputscht hatte und immer noch an der Macht ist. Sie verlangen neben dem Rücktritt der Regierung, eine Verfassungsänderung und Neuwahlen. Einige fordern darüber hinausgehend weitere Reformen.

Die Sympathisanten der von Studenten und jetzt auch Schülern geführten Proteste, die schon vor Corona begannen und nach einer Pause nun fortgeführt werden, riefen eine Kampagne ins Leben, um Leute dazu zu bewegen, Produkte bestimmter Unternehmen nicht mehr zu kaufen.

Diese Unternehmen machen Werbung bei der Nation Multimedia Group. Die Internetplattform „The Nation“ bzw. der Fernsehsender „Nation TV“ sind stramm auf Regierungskurs und veröffentlichen regelmäßig Regierungspropaganda und kritisieren Opposition und Dissidenten.

Eine Sprecherin der Minor Food Group, Eigentümerin von Burger King Thailand, sagte, man werde bei Nation Multimedia Group keine Werbung mehr schalten.

„Das Unternehmen akzeptiert die Ansichten seiner Kunden und zieht in Betracht, ab sofort auf besser geeignete Medien auszuweichen“, hieß es in einer Erklärung des Konzerns.

Der Vorsitzende der Nation Multimedia Group, Shine Bunnag, sagte, der Boykott sei „soziales Mobbing durch eine Gruppe von Tastaturrebellen.“

„Die politische Spaltung in der Gesellschaft dringt in Unternehmen vor und bringt diese in eine sehr prekäre Lage“, sagte Unternehmensberater Ben Kiatkwankul von der Maverick Consulting Group. „Es ist fast unmöglich, alle zufrieden zu stellen.“

Es gibt Parallelen zu Hongkong, wo Unternehmen, die als Gegner der Demokratiebewegung angesehen werden, von ihren Anhängern zugunsten von „gelben“ Unternehmen boykottiert wurden, die die Bewegung unterstützen. Im Gegensatz zu „blauen“ Unternehmen, die als regierungsfreundlich gelten.

Den thailändischsprachige Hashtag #bannationsponsors begann Ende August zu trenden

„Wir sind nicht die Stimme der Regierung“, sagte Shine von Nation Multimedia Group. „Wir sind ein Medium, das bei den Bürgern steht. Unsere Prinzipien hier sind klar: Nation, Religion, Monarchie. Betonung auf Monarchie.“ Er fügte hinzu: „Soziales Mobbing ist schmutzig und undemokratisch. Wir haben keine Angst.“

Der Student Tanawat Wongchai sagte, der Boykott ziele darauf ab, sicherzustellen, dass „The Nation“ neutral berichte. Einer seiner Tweets mit dem Boykott-Hashtag wurde mehr als 1000 Mal retweetet.

„Wenn wir wollen, dass sich die Medien ändern und verbessern, müssen wir deren Sponsoren unter Druck setzen“, sagte er.

Minor Food betreibt nicht nur mehr als 100 Burger King-Filialen, sondern ist auch der inländische Franchise-Inhaber von Swensen’s und Coffee Club. Das Unternehmen ist nicht nur im Franchise tätig, sondern hat auch eine eigene Marke, die Pizza Company.

Die Lieferfirma Foodpanda, die ebenfalls ins Fadenkreuz der Demonstranten geraten war, hatte schon vor Minor Food bekannt gegeben, keine Werbung mehr im „Nation TV“ zu machen und „die Marketingpraktiken zu verbessern.“

Das gleiche gilt für Yanhee Vitamin Water. Man ziehe die Werbung bei „The Nation“ zurück, weil man die Meinung der Kundschaft schätze.

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