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Das 300.000-Baht-Visum

Das 300.000-Baht-Visum

Ich bin aus Thailand ausgereist, um ein neues Visum zu bekommen – und habe die „neue Normalität“ erfahren. Ich bin nach Holland geflogen und dann mit einem neuen Visum zurück nach Thailand. Dort musste ich zwei Wochen in Quarantäne zubringen.

Ich heiße Theo, bin aus den Niederlanden und 44 Jahre alt. Ich bin seit über fünf Jahren mit einer Thai verheiratet, wir haben zwei Kinder. Ich lebe seit Juni 2014 dauerhaft in Thailand.

Als ich im vergangenen Oktober wegen eines „Burn-out“ meine Anteile an meinem Geschäft in Chiang Rai aufgab, das ich 2014 gegründet hatte, bekam ich – das erste Mal seit meiner Ankunft vor sechs Jahren – ein Touristenvisum. Ich entschied, Urlaub zu machen, bevor ich mich um Visumsangelegenheiten kümmern wollte, und verbrachte zehn Wochen lang Südafrika, um wieder zu Kräften zu kommen.

Als ich im Februar nach Thailand zurückkehrte, wollte ich ein Non-O-Visum beantragen, weil ich mit einer Thai verheiratet bin. Ich hatte vor, im Juli ein Reha-Zentrum in Phuket zu eröffnen – und dann ein Non-B-Visum zu beantragen.

Ich war gerade dabei, mein Non-O-Visum zu bekommen, als Thailand aufgrund von Corona in den Lockdown ging. Ich hatte immer noch ein Touristenvisum.

Zum Glück für mich und viele andere hat die thailändische Regierung bis Ende Juli eine Amnestie für Visa gewährt und diese bis zum 26. September verlängert.

Irgendwann in der dritten Juniwoche las ich, dass einige Ausländer unter bestimmten Umständen und mit Einschränkungen wieder ins Königreich einreisen durften: Leute Familie in Thailand, Medizintouristen usw. Ich ging das Risiko ein und reiste am 2. Juli aus Thailand aus und flog nach Holland. Ich dachte, ich mache das besser jetzt, bevor die das in naher Zukunft wieder ändern.

Ich wollte erst direkt zur thailändischen Botschaft in Den Haag und dann zehn Tage bei meiner Familie in Holland verbringen, bevor ich mit meinem neuen Non-O-Visum nach Thailand zurückkehrte. Ich wollte Anfang August nach Thailand zurück, um mit meiner Familie in Thailand zusammen zu sein.

Ich flog mit KLM und bemerkte, dass 95 Prozent der Flüge an diesem Abend abgesagt worden waren. Ich hatte Glück, KLM flog immer noch. (Die meisten Flüge wurden noch auf den Ankunfts- und Abflugbildschirmen aufgeführt und als „storniert“ angezeigt.)

Ich flog in der Economy Class und musste die gesamten elf Stunden eine Maske tragen. Vor mir stand eine Plastiktüte mit etwas Wasser und Keksen, Käse und einem Sandwich. Es wurden keine anderen Speisen oder Getränke serviert. Ich flog auf einem Rückführungsflug, ohne es zu wissen! Es war nicht der angenehmste Flug, den ich erlebt hatte, aber ich dachte, dass es nun einmal so ist, wie es ist.

Ich kam am Flughafen Schiphol an, mietete ein Auto und fuhr direkt zur thailändischen Botschaft in Den Haag. Dort sagten sie mir, ich brauche einen Termin …

„Das sind die neuen Regeln seit Corona.“ Um einen Termin zu vereinbaren, musste ich eine E-Mail schicken und warten.

Ich ging zurück zu meinem Auto und schickte der Botschaft eine E-Mail mit der Bitte, mir so schnell wie möglich ein Non-O-Visum auszustellen, weil ich schnellstens nach Thailand zurückkehren wollte. Am selben Freitag schickten sie mir eine E-Mail mit einer Liste der Unterlagen und Verfahren, die ich befolgen musste, um nach Thailand zurückfliegen zu können: Schritt 1, Schritt 2 und Schritt 3. Der Termin in der Botschaft wurde für den folgenden Dienstag festgelegt.

Der erste Schritt bestand darin, ein Schreiben aufzusetzen, in dem ich die Notwendigkeit und Dringlichkeit begründete, weshalb ich nach Thailand musste. Eine Kopie meiner Heiratsurkunde und eine Passkopie. Eine Kopie der Geburtsurkunden meiner beiden Kinder zusammen mit einer Kopie ihrer Pässe. Eine gültige Krankenversicherung, die alle Ausgaben für medizinische Behandlung abdeckt, einschließlich Covid-19, im Wert von mindestens 100.000 US-Dollar sowie ein ausgefülltes Anmeldeformular, das beigefügt war.

Ich hatte diese Dokumente in Thailand glücklicherweise gut vorbereitet, da ich wusste, dass ich ein Non-O-Visum beantragen würde, einschließlich eines Kontoauszugs, der bestätigte, dass auf einem Konto mehr als 400.000 Baht sind.

Am Dienstag, 7. Juli, ging ich zur thailändischen Botschaft, gab ihnen alle Unterlagen und Schritt 1 war offiziell abgeschlossen.

Ich ging jetzt zu Schritt 2 über. Das bedeutete, dass alle meine Unterlagen geprüft wurden. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nichts anderes tun, als zu warten. Ich ließ meinen Pass zurück und erfuhr, dass es bis zu drei Wochen dauern könnte und sie mich kontaktieren würden.

Ich war schon ein bisschen schockiert, weil ich vorhatte, nur maximal zehn Tage zu bleiben. Meine Pläne wurden durchkreuzt.

Zwei Wochen und zwei Tage später rief mich die Botschaft an und fragte, ob ich am 7. August mit KLM nach Bangkok fliegen könnte. Am selben Tag erhielt ich eine E-Mail, dass der Flug am 7. August bestätigt wurde. Nun ging ich zu Schritt 3 über und musste weitere Dokumente vorbereiten, damit ich fliegen konnte.

Die ASQ-Hotelreservierung (Alternative State Quarantine) sollte ich für den 8. August buchen. In der E-Mail wurde mir außerdem mitgeteilt, dass sie mich später bezüglich des Tickets, des Visums, der „Fit to Fly“ -Dokumente und des Corona-Tests kontaktieren würden.

Ich habe sofort alle 26 ASQ-qualifizierten Hotels per E-Mail benachrichtigt (jetzt gibt es mehr) und 24 davon waren bereits ausgebucht. Nur zwei von ihnen hatten noch ein Zimmer frei. Als ich buchen wollte, war nur noch ein Hotel übrig, das Anantara Riverside Bangkok – und ich zahlte die Gebühr von 77.000 Baht, um sicherzustellen, dass dieses Zimmer für mich reserviert wurde.

Ich wusste bevor ich ausreiste, dass ich bei Rückkehr zwei Wochen in einem ASQ-Hotel bleiben musste. Ich freute mich tatsächlich darauf, zwei Wochen für mich zu haben. Für 5500 Baht pro Tag.

Ich schickte der Botschaft eine E-Mail, dass ich ein ASQ gebucht hatte und das bestätigt wurde, und ich musste erneut warten.

Ich verbrachte Zeit mit meiner Familie und wurde etwas nervös. Ich hatte Gedanken wie: „Was ist, wenn ich Corona habe, bedeutet das, dass ich nicht zurückfliegen kann?“

Ungefähr zu dieser Zeit hörte ich auch, dass Ausländern in Thailand eine Visumamnestie bis zum 26. September eingeräumt wurde, und ich begann an meiner Entscheidung zu zweifeln, wegen eines Non-O den ganzen Weg nach Holland geflogen zu sein. Das kostet mich auch eine ganze Stange Geld. Ich hätte bis Ende September in Thailand bleiben können, und vielleicht wäre mir etwas anderes wegen meiner Visumverlängerung eingefallen.

Schritt 3 erforderte die folgenden Dokumente: Ein Bestätigungsnachweis über die ASQ-Buchung. Ein bestätigtes Flugticket. Ein Fit-to-Fly-Gesundheitszeugnis, das nicht länger als 72 Stunden vor Abflug ausgestellt wird. Ein Cororona-Free-Gesundheitszertifikat, das nicht länger als 72 Stunden vor Abflug ausgestellt wurde.

Hier wurde alles etwas schwierig. Wie erwähnt, hatte ich das ASQ-Hotel bereits bezahlt, aber sie würden mir nichts erstatten, wenn ich weniger als 72 Stunden vor meiner Ankunft stornierte. Der Corona-Test und der Fit-to-Fly-Test mussten innerhalb von 72 Stunden vor Abflug durchgeführt werden. Wenn ich also positiv zurückgekommen wäre, wäre mein Geld weg, das ich ans Hotel gezahlt hatte, und müsste dieselben Prozedur erneut durchlaufen. Mit all den zusätzlichen Kosten.

Ich wandte mich an die niederländischen Behörden, um einen kostenlosen Corona-Test zu erhalten, aber sie gäben mir das Ergebnis nicht per E-Mail, sondern nur per Telefon bekannt. Das bedeutete, dass ich den Test bei KLM Health Services für 149 Euro durchführen musste. Dann hatte ich in Holland keinen Arzt, der mir ein Fit-to-Fly-Dokument geben konnte, also rief ich die Ärztin meiner Eltern an, und sie war so freundlich, das Dokument kostenlos zu unterschreiben!

Die 72 Stunden vor Abflug waren hektisch, ich musste nach Amsterdam, um einen Corona-Test zu machen, und ich musste nach Den Haag, um meinen Pass mit meinem neuen Non-O-Visum zu bekommen. Ich musste zur Ärztin, um das Fly-to-Fly-Dokument zu erhalten. Außerdem musste ich mein Ticket über ein von der thailändischen Botschaft zugelassenes Reisebüro buchen.

Das war alles stressig, und ich wartete auf das Ergebnis des KLM-Corona-Tests am nächsten Tag. 36 Stunden vor Abflug riefen sie mich an und sagten, sie hätten meinen Test verloren.

Ich war total gestresst, und ich merkte, dass die Frau am anderen Ende des Telefons ebenfalls gestresst war. Sie sagte mir, sie würde mich zurückrufen und legte auf, ohne mir zu sagen, wann sie anrufen würde. Ich habe fast zwei Stunden im Auto gewartet, aber es fühlte sich an wie zwei Tage.

Sie rief zurück und sagte: „Ich habe doppelt gute Nachrichten. Wir haben Ihren Test gefunden. Er ist negativ. “

Ich schickte alle Dokumente an die thailändische Botschaft und sie antworteten mit einer letzten E-Mail mit dem Anhang „Einreisebescheinigung“ und dass ich die folgenden Dokumente zum Flughafen bringen musste: Einreisebescheinigung, Corona-Testergebnis, Fit-to-Fly-Dokument meiner Ärztin, Versicherungsschreiben, aus dem hervorgeht, dass Covid-19 ebenfalls versichert ist, sowie die ASQ-Hotelbestätigung.

Ich habe alles ausgedruckt, und am 7. August brachte mich mein Vater zum Flughafen Schiphol. Von dort aus würde ich zurück nach Bangkok fliegen.

Das Flugzeug kam am 8. August gegen Mittag am Flughafen Suvarnabhumi an.

Ich stieg aus dem Flugzeug aus, und was ich sah, war surrealistisch, als wäre ich am Set eines Hollywood-Katastrophenfilms. Männer und Frauen in weißen Hazmat-Anzügen. Über 300 Stühle standen für die Passagiere bereit, die auf das Procedere bei der Ankunft warteten.

Ich saß in der ersten Reihe und sofort kam eine Frau (ich glaube, es war eine Frau, was wegen des weißen Anzugs und der PSA-Ausrüstung schwer zu sagen war) zu mir und bat mich um alle Dokumente. Der nächste Schritt war, in die nächste Halle zu gehen, wo wir in Reihen von fünf Personen sitzen mussten, wo noch einmal alles überprüft wurde. Dann mussten wir zur Immigration, zwei Beamte machten Passkontrollen. Ich landete dann in der Ankunftshalle, um meinen Koffer abzuholen, und acht Minuten später war ich in einem Krankenwagen mit Fahrern, die ebenfalls vollständig mit weißen Anzügen und PSA bedeckt waren und mich zu meinem Hotel brachten.

Als wir im Hotel ankamen, war es die gleiche Geschichte. Alles war wie in einem Film. Krankenschwestern überprüften meine Temperatur, die Rezeption nahm meine Kreditkarte und der Portier desinfizierte meinen Koffer. Ich musste eine Plastikabdeckung über meine Schuhe legen, und sie brachten mich in mein Zimmer.

Am dritten Tag wurde im Hotel ein Corona-Test durchgeführt, der fiel negativ aus. Von diesem Moment an durfte ich mich jeden Tag eineinhalb Stunden im „Entspannungsbereich“ des Hotels aufhalten.

Ich ging für die Durchblutung immer eine Stunde herum und trank viel Sodawasser. Ich habe schon seit vielen Jahren keinen Alkohol mehr getrunken, aber tatsächlich ist es verboten, in einem ASQ-Hotel Alkohol zu trinken!

Ich habe drei Mahlzeiten pro Tag erhalten und konnte zusätzlichen Zimmerservice bestellen, wenn ich wollte. Mein Zimmer wurde alle drei Tage von einer Putzfrau gereinigt. Auch sie mit einem weißen Hazmat-Anzug. Sie sieht aus, als würde sie ein Zimmer auf der Intensivstation säubern.

Ich las Bücher, schaute ein bisschen Netflix und telefonierte mit meiner Frau und Familie, um mich zu beschäftigen. Es war eine Herausforderung, aber ich bemerkte, dass es einfacher wurde, 22,5 Stunden pro Tag in einem 35 Quadratmeter großen Raum zu sein, sobald ich die Tatsache akzeptierte, dass es keinen anderen Weg gab.

Ich hatte auch viel Zeit, um über die Zukunft nachzudenken. Einerseits bin ich sehr stolz darauf, dass Thailand Corona in Schach hält. Andererseits hatte ich geplant, mein Reha-Zentrum im Juli zu eröffnen. Dann im September, jetzt wird es definitiv nicht vor Januar nächsten Jahres oder vielleicht sogar noch später. Ich bin völlig abhängig von ausländischen Patienten, die nach Thailand reisen, um in meiner Einrichtung zu bleiben.

Wie wird die Zukunft aussehen, wenn die Grenzen wieder geöffnet sind? Mir ist als Vielflieger aufgefallen, dass Fliegen keinen Spaß mehr macht. Wir können Touristen nicht bitten, den gleichen Prozess wie ich zu durchlaufen, wenn sie nach Thailand einreisen wollen. Ich glaube nicht, dass sie kommen werden, wenn wir sie bitten, alle von mir beschriebenen Formalitäten zu durchlaufen.

Dann schoss mir der Gedanke durch den Kopf: „Ich habe immer noch Glück, ich habe meine Frau, meine Kinder und etwas Geld auf der Bank, um zu überleben. Ich habe ein neues Visum, ein neues Geschäft, das irgendwann eröffnet wird, ich bin gesund und sicher, dass am Ende alles gut wird.

Post source : https://forum.thaivisa.com/topic/1178046-i-flew-out-of-thailand-to-get-a-new-visa-%E2%80%93-one-person%E2%80%99s-experience-with-the-%E2%80%9Cnew-normal%E2%80%9D-report/

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