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Phuket lernt auf die harte Tour

Phuket lernt auf die harte Tour

Zunächst ein Überblick: Die Anzahl der Touristen in Thailand fiel von Januar bis Juni aufgrund der Pandemie gegenüber dem Vorjahr um 66 Prozent. Im Juni kam den dritten Monat in Folge kein einziger ausländischer Tourist nach Thailand. Die Ankunftszahlen beschränken sich daher auf das erste Quartal. Ab dem zweiten Quartal kam niemand mehr. Wenn in den Statistiken ausgewiesen ist, dass zwischen Januar und Juni 6,69 Millionen Besucher nach Thailand kamen, so ist dies dieselbe Zahl für den Zeitraum von Januar bis März.

Die Touristen gaben in diesem Jahr 332 Milliarden Baht aus, das entspricht einem Rückgang von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das vom Tourismus abhängige Thailand, das im vergangenen Jahr einen Rekord von 39,8 Millionen Touristen hatte, verhängte im April ein Verbot für eingehende Passagierflüge.

Zum Vergleich: Allein im Juni 2019 kamen 3,05 Millionen ausländische Touristen, die etwa 131 Milliarden Baht ausgaben.

Besonders hart getroffen hat es Tourismushochburgen. Das ferne Phuket kann noch nicht einmal von Bangkoker Wochenendtouristen profitieren, die gern nach Hua Hin, Bang Saen oder Jomtien fahren. Doch Phuket ist viel zu weit entfernt als dass sich hierhin ein Wochenendausflug aus der Hauptstadt lohnen würde.

Phuket ist daher gezwungen, eine schwere Lektion zu lernen: Es hätte nicht am Tourismus als einzige Haupteinnahmequelle festhalten dürfen.

Das Land hat es vielleicht geschafft, die Corona-Kurve zu glätten, aber die Wirtschaftskurve läuft Gefahr, in den freien Fall überzugehen.

Der Tourismus ist in der Wirtschaftskrise zweifellos der am stärksten betroffene Sektor, allein schon wegen des Ausbleibens ausländischer Gäste, und Unternehmen in Phuket, die fast ausschließlich auf ausländische Touristen angewiesen sind. Man kann bislang noch gar nicht abschätzen, wann die aktuelle Wirtschaftskrise, eine der schlimmsten in jüngster Zeit, ihren Tiefpunkt erreichen wird.

Tourismus hat es schwer

Phuket könnte das Opfer seines eigenen Erfolgs werden. Die Inselprovinz hat sich erfolgreich als Weltklasse-Reiseziel positioniert und erzielte beträchtliche Einnahmen durch ausländische Besucher, von denen viele tief in die Tasche gegriffen haben, um einen schönen Urlaib zu verleben.

Als Corona Grenzschließungen auslöste und den Passagierluftverkehr so gut wie zum Stillstand brachte, trocknete Phukets Einkommen zu einem Rinnsal aus, und die lokale Wirtschaft steht jetzt vor dem Kollaps.

Das schiere Ausmaß des durch die Pandemie verursachten wirtschaftlichen Schadens für Phuket hat aufgedeckt, wie abhängig die Ferieninsel von ausländischen Besuchern ist. Nichts wurde unternommen, um zu verhindern, dass bei einem Sturzflug der Branche die Insel vor dem wirtschaftlichen Ruin steht.

Bevor Corona Anfang des Jahres zuschlug, beschäftigte der Sektor weit über 320.000 Mitarbeiter vor Ort. Laut Provinzgouverneur Narong Woonsew wurden in der Tourismusbranche jährlich um die 245 Milliarden Baht erwirtschaftet.

Er sagte, dass 80 Prozent der Konjunktur auf der Insel vom Tourismus abhängen. Der durch den Ausbruch verursachte Schaden für den Tourismussektor der Provinz wird auf 160 Milliarden Baht geschätzt.

Die Zahlen geben Anlass zur Sorge. Die Anzahl der Touristen, die Phuket in diesem Jahr besuchen, wird voraussichtlich auf fünf Millionen schrumpfen, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 14,4 Millionen. Von diesen fünf Millionen Touristen werden 1,5 Millionen Thais sein.

Neue Wachstumstreiber

Narong sagte, der große Einbruch im Tourismus habe zu einem Umdenken in der Strategie der Provinz für wirtschaftlichen Fortschritt geführt.

„Nachdem die Regierung die Sperrung des Luftraums angeordnet hatte, wurden die Tourismuseinnahmen von Phuket ausgelöscht“, sagte er.

Und selbst wenn der Tourismussektor in Phuket nach „neuen normalen“ Praktiken endlich wieder in vollem Umfang läuft, muss es einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise geben, dass die Provinz herausfindet, woher sie in Zukunft ihr Einkommen bezieht.

Narong erklärte, dass die Provinzverwaltung und die Tourismusunternehmen mittel- und langfristig eine Diversifizierung und Förderung einer Vielzahl von Sektoren als neue Wachstumstreiber der Provinz anstreben.

Sechs Sektoren sind vorgesehen: Yachthäfen, Bildung, Gesundheit und Wellness, Thunfischexporte, Meeresfrüchte und Gastronomie sowie Sport- und andere Veranstaltungen.

„Dies werden unsere neuen Wirtschaftsmotoren sein, die neben den konventionellen Tourismusunternehmen funktionieren werden“, sagte der Gouverneur.

Chernporn Kanjanasaya, Vorsitzende des Industrierates Phuket, sagte, dass sektorübergreifende Räte und Verbände zusammengekommen sind, um diese neuen Einkommensgeneratoren zu planen. Dazu gehören auch diejenigen, die die Handelskammer, lokale Tourismusunternehmen, Hotels, Immobilienunternehmen und Stadtentwickler vertreten.

„Die neuen Wachstumstreiber werden die konventionellen Tourismusunternehmen nicht ersetzen, sondern auf ihnen aufbauen oder ihnen einen Mehrwert bieten. Schließlich ist der Tourismus eine seit langem etablierte Branche mit den Ressourcen und der Fähigkeit, die Wirtschaft von Phuket auch in Zukunft aufrechtzuerhalten“, meinte Chernporn.

Die Provinz müsse jedoch besser ausgerüstet und krisenresistenter sein, und dies könne durch ein breiteres Branchenportfolio erreicht werden, um die wirtschaftlichen Risiken auszugleichen, sagte sie.

Generierung von Einnahmen

Die Vorsitzende sagte, Phuket beherberge fünf Yachthäfen, 38 Seehäfen und einen Tiefseehafen. Jährlich verkehren durchschnittlich rund 1500 Yachten und Kreuzfahrtschiffe in den Gewässern der Provinz.

Sie sagte, dass das Yachthafengeschäft Touristen mit hoher Kaufkraft anziehe und Infrastrukturentwicklungen erforderlich seien, um große Kreuzfahrtschiffe für einen Besuch in der Provinz zu gewinnen.

Jährlich besuchen rund 3600 Touristen Phuket, die die Ferieninsel mit ihren Yachten anlaufen. Sie verbringen durchschnittlich 60 Tage in Phuket und bescheren der Provinz Einnahmen von 21,6 Milliarden Baht.

Was die Bildung betrifft, strebt die Provinz die Schaffung international akkreditierter Studienprogramme an, um die Zahl der ausländischen Studenten zu erhöhen. In Phuket, wo sich derzeit zwölf internationale Schulen befinden, wurde ein jährliches Umsatzziel von 2,1 Milliarden Baht für 3600 Schüler festgelegt.

In Bezug auf die Thunfischexporte sehe die Zukunft viel versprechend aus, sagte Chernporn. Phuket hat sowohl staatliche als auch private Anlegestellen, an denen mehr als 200 Schiffe aus Japan, Taiwan und den USA ankommen, um hochwertigen Thunfisch zu hohen Preisen zu kaufen. Die Exporte belaufen sich auf 1,3 Milliarden Baht pro Jahr.

Auch die Gastronomie ist ein lukrativer Einnahmebringer, der mit seinen 1977 Restaurants von der einzigartigen Esskultur der Inselprovinz profitiert. Der Jahresumsatz des Sektors wird auf 91 Milliarden Baht geschätzt – mit mehr Raum für zukünftiges Wachstum.

Chernporn sagte, die Lage und das Wetter in Phuket seien ideal für die Organisation von Sport-, Gesellschafts- und Handelsveranstaltungen. Allein Hochzeitsarrangements würden der lokalen Wirtschaft mit jährlich 1,6 Milliarden Baht Auftrieb verleihen.

„Wir untersuchen jeden Sektor bis ins kleinste Detail. Derzeit sind Sport und Veranstaltungen die am meisten aufstrebende Sektoren, die dazu beitragen können, die wirtschaftliche Erholung Phukets zu beschleunigen.

„Das wird in diesem Monat und im September die Spitze des Tourismusanreizes sein“, sagte Chernporn.

Hindernisse aus dem Weg räumen

Sie sagte, dass jeder potentielle Wachstumstreiber ein Untergremium haben wird, das die Aufgabe hat, rechtliche Hindernisse für die Realisierung seines vollen Potentials zu identifizieren. Das Untergremium besteht aus Regierungsbeamten und Mitgliedern der Geschäftswelt.

Die sechs Untergremien werden der Regierung ihre Ergebnisse vorlegen und um ihre Hilfe bei der Änderung problematischer Vorschriften bitten. Zum Beispiel können gesetzliche Beschränkungen, die von 17 verschiedenen Behörden auferlegt werden, einen Rückschlag für die Förderung von Yachthäfen darstellen.

Außerdem kann der Bildungssektor kein Magnet für ausländische Studenten sein, es sei denn, bestimmte Visumsbestimmungen werden gelockert, damit Studenten und ihre Eltern länger als 90 Tage in Thailand bleiben können.

Darüber hinaus können die Thunfischexporte nicht ausgeweitet werden, wenn die illegale, nicht gemeldete und nicht regulierte Fischerei nicht vollständig bekämpft wird, sagte sie.

Post source : https://forum.thaivisa.com/topic/1175210-thai-tourist-arrivals-slump-66-year-on-year-in-jan-june-amid-pandemic/ https://www.bangkokpost.com/thailand/general/1958599/phuket-learns-the-hard-way

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