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Wie in einer Dystopie

Wie in einer Dystopie

Ein kleiner Rundgang offenbart die prekäre Lage, in der sich Pattaya befindet. So einen Rundgang kann man überall machen, die Eindrücke dürften immer ähnlich sein. Ich war auf der Central Road und in deren Nähe unterwegs.

Meine erste Station ist ein seit Beginn der Pandemie geschlossenes Hotel. Ein Schild „Closed“ verstehe ich als Einladung und gehe die lange Auffahrt zum Hotel entlang. Pflanzen wie Gräser oder Unkraut wachsen auf dem Asphalt, den die Natur langsam zurück erobert. Das geht anscheinend sehr schnell. Es liegt eine bedrückende Stille über der Anlage, die Atmosphäre ist unangenehm. Irgendwie fühle ich mich an dystopische Romane und Filme erinnert, in denen die Menschheit so gut wie ausgestorben ist und Bauwerke dem Verfall preisgegeben sind.

Wieder an der Straße. Dort sind viele Geschäfte, Imbissstände und Massagesalons geschlossen. Überall Schilder, auf denen „For Rent“ oder „For Sale“ steht.

Gegenüber Big C Extra findet eine Armenspeisung statt. Etwa 100 Menschen stehen an. Das sind die wahren Leidtragenden der Corona-Pandemie.

Sie leiden unter den Maßnahmen der Regierung, die Verbreitung des Virus ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Verluste einzudämmen. Es ist einfach entsetzlich!

Der 7-Eleven gegenüber vom Big C Extra ist geschlossen. Wenn ein 7-Eleven in dieser erstklassigen Lage schließt, kann etwas nicht stimmen. Nicht weit entfernt der Motorradladen Ducati: der hat ebenfalls geschlossen.

Der Rundgang führt mich schließlich in die Harbor Mall. Das Einkaufszentrum war schon öfter Thema in HALLO-Berichten und Leserbriefen. Letztens ging ein Anschlusskabel für meinen Computer kaputt, und jetzt will ich meinen Rundgang zum Anlass nehmen, um ein neues Kabel zu besorgen.

Ich mache mir schon Sorgen, dass das gesamte Einkaufszentrum geschlossen ist, aber weit gefehlt: Am Eingang steht jemand, um meine Temperatur zu überprüfen. Starbucks im Eingangsbereich ist auch geöffnet, ein gutes Zeichen, wie ich zunächst denke.

Es stellt sich jedoch heraus, dass das Café fast der einzige Laden ist, der offen hat. Beinahe alle Geschäfte sind geschlossen. Der Spielzeugladen zu, der Sportartikelladen und bis auf eine Ausnahme alle Computergeschäfte zu. In dem einzigen, das geöffnet hat, bekomme ich glücklicherweise das gewünschte Kabel. Alle Telefonläden bis auf Huawei sind zu. Eine Etage ist zum Ramschladen verkommen, hier werden irgendwelche Klamotten für 99 Baht verkauft.

Nach diesen unangenehmen Eindrücken will ich mich mit einem leckeren Eis trösten, aber: Dairy Queen ist wie die meisten anderen Essstationen und Restaurants in der Harbor Mall auch geschlossen. Was für ein Totentanz! Wie viele Arbeitsplätze allein hier verloren gegangen sind, will ich mir gar nicht ausmalen … Das sind dann die Leute, die gegenüber vom Big C regelmäßig bei der Armenspeisung anstehen.

Das Big C Extra scheint so ziemlich das einzig noch einigermaßen normal funktionierende Unternehmen in größerem Umkreis zu sein.

Post source : Axel Schönberger

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