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Immer mehr Irrsinn

Immer mehr Irrsinn

Bekanntlich sind die deutschen Männer auch nicht mehr das, was sie mal waren. Ja, ja, die Männer … Ich sehe, wie die sich benehmen, wenn eine Frau zugegen ist. Oder mir wird von Frauen berichtet, wie sich die Männer benehmen.

Ich gehöre wohl noch zur alten Schule. Frauen werden von mir entweder bedient (bei Selbstbedienung) oder ich erkundige mich nach ihrem Wunsch und bestelle dann beim Kellner für sie. Wenn sie aufsteht, stehe ich auch auf. Aufstehen auch bei Begrüßung und Abschied. Tja, so was scheinen Frauen kaum noch gewohnt zu sein. Schlimmer noch: Einige sehen so ein Kavalier-Verhalten als frauenfeindlich an. Haben die eine Macke? Natürlich liegt das an der Emanzipation, die übers Ziel hinausgeschossen ist.

Gegen Emanzipation habe ich grundsätzlich nichts, natürlich nicht. Aber: Anfangs fragte ich mich, ob die Gentleman-Ablehnerinnen einer anderen Generation angehören und die jungen Frauen hinter diesem dämlichen Gender-Quatsch stehen. Die Antwort lautet: ja.

Ich denke, dass es bei der Emanzipation anfänglich um Gleichberechtigung ging. Daran ist nichts auszusetzen, es ist geradezu lobenswert.

Doch als dieses Ziel erreicht wurde, ging es in die nächste Stufe. Das war die Verteufelung des „toxischen“ Mannes. Und jetzt wundern sich alle, dass der keine Eier mehr in der Hose hat und in Bezug auf Kavalier keinen Finger mehr rührt. Warum die Mühe? Er ist doch sowieso ein Mistkerl, und das nur, weil er ein Mann ist.

Als das vollbracht worden war, wurde die Schraube noch weiter angezogen: mit Gender (Mann und Frau sind keine natürlichen Geschlechter, sondern das wurde anerzogen) in Kombination mit der Verhunzung der deutschen Sprache.

Irgendwie kann ich bei Black Lives Matter genau dasselbe Muster erkennen. Es läuft immer gleich ab.

Die Schwarzen wurden diskriminiert, dann gab es ein paar Freiheitskämpfer, die sich für gleiche Rechte einsetzen. Es dauerte viele Jahre, aber eines Tages war dieses Ziel erreicht. Es gibt Schwarze in Führungspositionen, es gab sogar einen schwarzen Präsidenten. Von daher kann mir niemand erzählen, dass das nicht möglich ist. Kaum also ist dieses erste Ziel erreicht, geht es in die zweite Runde: Die Verteufelung der Weißen. Jetzt können die Weißen machen, was sie wollen, sie sind immer schuld bzw. haben bis in alle Ewigkeit eine Erbschuld auf sich geladen, weil sie weiß sind. Das nenne ich Rassenlehre in reinster Form.

Aber zurück zur Sprache. Die hat sich in den letzten 50 Jahren doch enorm verändert. Das ist besonders interessant, wenn man alte Bücher liest. Welche aus den 1970er Jahren zum Beispiel. Da kann man deutlich sehen, wie sich die Sprache gewandelt hat. In einer Krimireihe, die aus dieser Zeit stammt, ist an einer Stelle von „Elektronengehirn“ die Rede. Ein wirklich hübsches Wort für Computer. An anderer Stelle kommt das Wort „Rock“ vor. Gemeint ist hier das Jackett.

In einem Band der Reihe kommt wiederholt das Wort „Notzucht“ vor. Das Wort habe ich ganz vergessen, weil ich es mindestens 30 Jahre nicht mehr gehört habe.

Später stießt ich in diesem Buch auf folgenden Satz: „Der Weg führte am Zaun der Badeanstalt entlang.“

Badeanstalt ist auch so ein altes Wort. Heute hört/liest man eigentlich nur noch Schwimmbad. Und wenn das Becken gemeint ist, wird ausschließlich „Swimmingpool“ verwendet.

Jetzt wandelt sich die Sprache nicht nur auf natürliche Weise. Sie wird vielmehr von ganz offizieller Stelle kaputt gemacht. Es ging los mit Bürgerinnen und Bürgern, weil in den Schädel einfach nicht rein will, dass mit dem Wort „Bürger“ auch Frauen gemeint sind. Dass jedes Plural im Deutschen weiblich ist, auch bei männlicher oder sächlicher Einzahl, scheint hierbei kein Trost zu sein.

Am „Besten“ sind die Wörter, die angeblich völlig geschlechtsneutral sein sollen. Aus Studenten wurden Studierende. Da dreht es doch jedem Autor den Magen um.

Das kann man inzwischen auch in Büchern finden. Hat diese Unart tatsächlich Einzug in die Literatur gefunden? Solche Bücher würde ich am liebsten an die Wand klatschen. Von mir aus können sich Studierende „Nicht alle Tassen im Schrank Habende“ nennen oder meinetwegen auch „Spinnend Seiende“, aber damit will ich bitte nicht in Büchern belästigt werden.

Bleibt demnach nur zu hoffen, dass die Studierenden jetzt mehr lernen, denn „studierend“ ist bekanntlich eine Tätigkeit, die gerade in diesem Moment ausgeübt wird. Ein Studierender studiert jetzt also jeden Tag rund um die Uhr. Da muss etwas Gutes herauskommen, bei so viel Fleiß!

Es gibt noch viel mehr Beispiele, nicht zuletzt auch außer -innen, die Dinger mit dem großen „i“ mitten im Wort und Stern oder X oder was weiß ich, was die sich alles einfallen lassen. Haben die keine anderen Probleme, frage ich mich. Antwort: Nein.

Irgendwann werden die anfangen, die männlichen Substantive in weibliche umzuwandeln. Die Sonne bleibt die Sonne, aber aus der Mond wird dann die Möndin. Das wäre doch was, oder?

Komischerweise wird bei Verbrechen aber gerne auf die weibliche Form verzichtet. Da heißt es dann „die Mörder“ und nicht „die Mörderinnen und Mörder“. Das ist seltsam, aber so sind sie, die politisch Korrekten. Von Frauen kann nichts Böses ausgehen. Daher ausschließlich „der Böse“, aber nie „die Bösinnen und auch keinesfalls „die Bösewichtinnen“.

Post source : Walter Weiß

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