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Riesengroße Sicherheit

Riesengroße Sicherheit

Kürzlich habe ich einen Bekannten besucht, der in einer Condo-Anlage wohnt. Ihn zu sehen, war allerdings mit erheblichem Aufwand verbunden. Das Gebäude war beinahe besser gesichert als Fort Knox. Hier wird Sicherheit nicht groß geschrieben, sondern riesengroß.

Ich komme an, ein Wachmann sprintet aus seinem Häuschen neben der Einfahrt heraus. Erst einmal will er einen Ausweis sehen. Den kann er haben. Von dem macht er eine Kopie.

Als er mir den Ausweis zurückgibt, bringt er ein Formular mit, das ich ausfüllen soll. Er drückt mir einen Stift in die Hand – und los geht es. Name, Anschrift, Tag und Uhrzeit, Grund des Einlassbegehrens. Meine Güte.

Das reicht noch nicht für Sesam öffne dich. Er geht in sein Häuschen, um das Formular wegzulegen und kommt mit einem Blatt zurück, auf dem ein QR-Code zu sehen ist. Es handelt sich um Thai Chana, also dieses Virendingensbummens. Da ich das nicht benutze, muss ich ein anderes Formular ausfüllen, nämlich das Thai-Chana-Formular für Leute, die kein Smartphone haben bzw. dieses nicht benutzen wollen.

Als das erledigt ist, kommt der Wachmann erneut aus seinem Häuschen und hält diesmal eine Kamera vors Gesicht. Bitte recht freundlich: Ich werde fotografiert! Wer weiß, wie lange dieser „Mug Shot“ in den Akten bleibt.

Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, aber dann durfte ich passieren. Die Eingangstür öffnete sich, und ich durfte das Gebäude betreten.

Wie sich jeder vorstellen kann, war das mein erster und gleichzeitig letzter Besuch dort. Fehlte eigentlich nur noch, dass die meine Taschen durchsuchen wollten oder ich mich gleich hätte nackig ausziehen müssen. In Zukunft darf mein Kumpel aus dem Hochsicherheitstrakt herauskommen, wenn er mich sehen will …

Post source : Axel Schönberger

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