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The Nightingale

The Nightingale

The Nightingale

Australien Anfang des 19. Jahrhunderts. „Die Nachtigall“ ist eine Frau mit einer schönen Singstimme, die aus Irland nach Australien deportiert wurde. Sie mag verheiratet sein, doch sie ist die Leibeigene eines britischen Offiziers.

Der tut ihr schreckliche Dinge an. Er tut ihr dann mit seinen Gehilfen noch schrecklichere Dinge an, und als ob das nicht reichte, noch weitaus schrecklichere Dinge. Da weiß der Zuschauer nicht so recht, wohin mit den Emotionen: Totaler Overkill.

Danach folgt das, was der hübsche deutsche Zusatztitel „Zeit der Rache“ erahnen lässt, nämlich die Zeit der Rache. Sie verfolgt den Offizier und seine Gehilfen, die zu einem Armeestützpunkt unterwegs sind, durch den tasmanischen Regenwald.

Begleitet wird sie von einem Aborigine, der ihr wider Willen hilft. Interessant ist die Charakterisierung der beiden: Steht die Nachtigall schon auf unterster Stufe und ist aus Sicht der Briten der letzte Dreck, geht es immer noch weiter nach unten, denn sie blickt auf den Ureinwohner herab, weil sie ihre Vorurteile pflegt und sich für etwas Besseres hält.

Der aufgestaute Groll des Zuschauers darf sich dramaturgisch geschickt an einer Stelle entladen.

Aber dann werden durch weitere schreckliche Unrechtstaten neue Emotionen aufgebaut, und der Film manövriert sich in eine Sackgasse. Denn an einer Stelle fragt man sich: Wie soll das alles enden?

Entweder bekommt man als Zuschauer das, was man sich wünscht: ein perfektes Hollywood-Ende. Oder der Film bleibt realistisch, und der Zuschauer verflucht Regisseurin und Drehbuchautorin Jennifer Kent, die mit dem recht gut gemachten Horrorfilm „Der Babadook“ einige Erfolge gefeiert hatte.

Aus diesem Dilemma gibt es keinen Ausweg.

Badlands

Der Film aus dem Jahr 1973 ist das Erstlingswerk von Regisseur Terrence Malick.

Ende der 50er Jahre. Müllabfuhrmann Kit, Mitte 20, trifft Schülerin Holly, 15, und das Unglück nimmt seinen Lauf. Es geht um eine Art Bonnie-und-Clyde-Pärchen, das eine Blutspur durch die USA zieht. Der Unterschied ist, dass er der alleinige Serientäter ist. Sie sieht bei den Morden einfach zu.

Der Film ist aus der Sicht Hollys erzählt, die alles billigt was Kit macht. Immer wieder ist ihre Stimme aus dem Off zu hören, die mit ihren Schilderungen die Figuren vertieft.

Das wird in seinen späteren Filmen zu Malicks Markenzeichen.

Schauspielerisch ist der Film ganz exzellent besetzt mit dem jungen Martin Sheen, der wie James Dean aussieht – was auch mehrfach im Film erwähnt wird. Ihm zur Seite steht die sehr junge Sissy Spacek, eine wunderbare Schauspielerin.

Drei Kameramänner hat Malick in diesem Film verschlissen, weil er immer Einstellungen verlangte, die zu Streitereien führten.

Das Ergebnis kann sich allemal sehen lassen, denn schon hier gibt es Szenen, die Malicks späteren Stil andeuten. Neben Landschaftsaufnahmen mit viel Sonne fällt vor allem auf, wie dicht die Kamera immer an den Protagonisten dran ist. Es gibt fast keine Totalen.

Kritiker lobten den Film, kommerziell war er nicht sehr erfolgreich. Martin Sheen meinte, „Badlands“ sei sein bester Film.

In der Glut des Südens

Seinen zweiten Film drehte Terrence Malick 1978, fünf Jahre nach seinem ersten Film „Badlands“.

Texas, Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Pärchen, Bill und Abby, das sich als Bruder und Schwester ausgibt, macht sich mit Abbys Schwester Linda auf den Weg nach Texas, um dort als Tagelöhner in der Landwirtschaft zu arbeiten. Das Setting erinnert an eine Mischung aus „Von Mäusen und Menschen“ und „Früchte des Zorns“.

Die Armut und die Schinderei werden dem Zuschauer durch eine phantastische Kameraarbeit erträglich gemacht. In diesem Film könnte wirklich jede Einstellung ein Gemälde sein.

Meist wurde kurz nach Sonnenaufgang, kurz vor Einbruch der Dämmerung oder nachts gefilmt. Erzählt wird der Film aus der Sicht von Linda, die die Geschichte mit der notwendigen Distanz aus dem Off erzählt.

Der Farmersohn (sehr jung: Sam Shepard) verliebt sich in die junge Frau. Er ahnt nicht, dass der Mann (ebenfalls sehr jung: Richard Gere) an ihrer Seite nicht ihr Bruder, sondern ihr Freund ist. Damit beginnt die Dreiecksgeschichte. Doch es geht nicht nur darum.

Wenn man diesen Film mit Malicks Erstlingswerk „Badlands“ vergleicht, erkennt man, dass „Die Glut des Südens“ schon recht typisch für Malick ist wie die Stimme aus dem Off und die Kamera, die sich immer sehr nah an den Menschen orientiert.

Bei diesem Film beginnt bereits die Uneinigkeit der Filmfans. Einige feiern ihn als Meisterwerk, andere können mit dem Film überhaupt nichts anfangen. Das änderte sich mit den darauf folgenden Filmen nicht. Sein Spätwerk macht es dem Publikum wirklich nicht gerade einfach.

Nach „Die Glut des Südens“ pausierte Malick 20 Jahre. Den nächsten Film, „Der schmale Grat“, drehte er 1998. JC

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