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Vierzig Jahre spurlos verschwunden

Vierzig Jahre spurlos verschwunden

Vierzig Jahre spurlos verschwunden

Die Japaner sind immer noch wie besessen von einer Entführung, die sich vor über 40 Jahren zutrug. 1977 verschwand Megumi Yokota und tauchte nie wieder auf.

Shigeru Yokota starb Anfang Juli im Alter von 87 Jahren, ohne die Chance zu haben, noch einmal seine Tochter Megumi zu sehen, die 1977 von Nordkoreanern entführt worden war.

Yokota und seine Frau Sakai waren nicht die einzigen Eltern von Japanern, von denen angenommen wird, dass sie entführt wurden Aber sie waren die Bekanntesten unter denen, die die Regierung dazu drängten, Pjöngjang in der Entführungsfrage unter Druck zu setzen.

Die Familien der Opfer, insbesondere Megumis Eltern, waren zu Prominenten geworden und traten häufig in Talkshows und auf Pressekonferenzen auf. Viele Politiker, darunter auch Premierminister Shinzo Abe, tragen kleine blaue Bänder am Revers, um ihre Solidarität auszudrücken, so wie die Amerikaner in der Zeit des Vietnamkrieges Armbänder mit den Namen von Kriegsgefangenen trugen und dies teilweise immer noch tun.

Megumis Geschichte ging vielen ans Herz. Das 13-jährige Schulmädchen wurde entführt, als es nach dem Badminton-Training auf dem Heimweg war.

Die Eltern gaben nicht nur zu unzähligen Pressekonferenzen, sie trafen sich sogar mit dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush, um ihre Sache voranzubringen.

Bis zum Schluss behaupteten die Yokotas immer, Megumi sei noch am Leben, und sie hofften, dass sie eines Tages heimkehren würde. Das ist ebenfalls die offizielle Position der japanischen Regierung, auch wenn Nordkorea selbst behauptet, Megumi habe mit 30 Jahren Selbstmord begangen.

Das Entführungsproblem belastet die Diplomatie. Nordkorea ist das einzige Land der Welt, das Tokio offiziell nicht anerkennt.

Schwierigkeiten zwischen den beiden Ländern können nicht angegangen werden, bis das Problem der Entführung gelöst ist, sagt Tokio.

Als Premierminister Abe sein Amt antrat, versprach er, das Problem der Entführungen zu lösen, hat jedoch nur sehr geringe Fortschritte erzielt. Lösungen sind daher nicht in Sicht.

Die Behörden glauben genau zu wissen, was mit Megumi passiert ist. An jenem Abend im November 1977 ging sie mit zwei Schulkameraden nach dem Badminton nach Hause. Ihre Begleiter verabschiedeten sich nacheinander.

Als Megumi allein war, wurde sie von nordkoreanischen Agenten entführt und zu einem Rendezvous mit einem U-Boot aufs Meer gebracht. Das Unterseeboot wartete nur 300 Meter von ihrem Haus entfernt.

2002 gestand Nordkoreas Führer Kim Jong-il gegenüber dem damaligen japanischen Premierminister Junichiro Koizumi ein, dass sein Land in den 1970er und 1980er Jahren japanische Bürger entführt habe, darunter auch Megumi.

Kim sagte, dass zwölf Japaner entführt worden waren, von denen fünf nach Japan zurückgekehrt seien. Die anderen acht seien in Nordkorea gestorben.

Später schickte Nordkorea eingeäscherte Überreste. Die Japaner sagten, Nordkorea habe versucht, die Beweise buchstäblich zu „zerkochen“. Eine ungewöhnlich hohe Temperatur wurde verwendet, um die Leichen zu verbrennen. Vermutlich in dem falschen Glauben, dass dies die DNS-Identifizierung schwierig oder unmöglich machen würde. Japanische Forensiker haben es jedoch geschafft, die DNS zu extrahieren. Bei den sterblichen Überresten handelte es sich um andere Menschen, nicht um Megumi.

Die Japaner glauben gerne, dass Megumi irgendwo in Nordkorea noch lebt. Wenn das stimmen sollte, wäre sie jetzt Mitte 50. Das ist nicht nur ein beliebter „Volksglaube“, sondern offizielle Regierungspolitik. Tokio fordert eine vollständige Aufklärung, Rückführung der Japanerin und Auslieferung der Entführer, von denen einige namentlich bekannt sind und von Interpol mit Haftbefehl gesucht werden.

Megumi ist zum Aushängeschild einer japanischen Besessenheit von nordkoreanischen Entführungen geworden, die mit der Zeit immer mehr an Kraft gewinnt. Die Besessenheit wird durch andere Provokationen wie Zwischenfällen mit nordkoreanischen „Spionageschiffen“ in japanischen Küstengewässern gespeist, ganz zu schweigen von Pjöngjangs jüngstem Abschuss mehrstufiger Raketen, die auf dem Weg in den Nordpazifik über Honshu flogen.

Es ist leicht zu verstehen, warum Megumi den Japanern so am Herzen liegt. Mit 13 Jahren war sie die Jüngste der Entführten. Sie war keine namenlose Obdachlose, sondern die geliebte Tochter eines Beamten der Bank of Japan und einer Amateurfotografin. Es gibt also viele herzzerreißende Bilder: Megumi in ihrer Schuluniform, Megumi im Kimono, Megumi vor Kirschblüten oder Megumi mit ihren jüngeren Zwillingsbrüdern.

Die Polizei konnte das Verbrechen nicht aufklären, weil es keine Spuren gab. Erst 20 Jahre später erfuhren die Japaner durch einen nordkoreanischen Überläufer, was geschehen war.

Es wird angenommen, dass die Opfer aus Japan entführt wurden, damit nordkoreanische Geheimagenten in japanischer Sprache und Kultur unterrichtet werden konnten. So behauptete eine ehemalige nordkoreanische Agentin, sie habe von einem der Entführten japanisch gelernt.

Post source : https://www.asiasentinel.com/p/a-40-year-old-kidnapping-continues

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