Header Banner
Header Banner
Header Banner

Die Geschichte von Thai Airways International

Die Geschichte von Thai Airways International

Die Geschichte von Thai Airways International

In diesem Jahr feiert Thai Airways International ihr 60-jähriges Bestehen. Aber anstelle von Champagner und einem großen Ball gibt es nur Entsetzen und einen Insolvenzantrag.

Der Anfang

1959 gründete die thailändische Regierung die Thai Airways Company (TAC) als nationale Fluggesellschaft. Es handelte sich um eine Fusion zwischen Siamese Airways und Pacific Overseas Airline. Es wurden Flughäfen in Thailand und einigen wichtigen Städten in Nachbarländern wie Laos und Malaysia bedient.

Das Motto der Fluggesellschaft lautete: „Nur ein Nickerchen, und Sie sind da“.

1960 ermächtigte die Regierung TAC, eine internationale Tochtergesellschaft unter dem Namen Thai Airways International (TG) zu gründen. Diese war im gemeinsamen Besitz der Regierung (über TAC) und der skandinavischen Fluggesellschaft Scandinavian Airlines System (SAS).

SAS versorgte die Tochtergesellschaft mit Fachwissen in Bereichen wie Betrieb, Marketing und Schulung. Die Fluggesellschaft begann mit Flügen nach Hongkong und erweiterte ihr Netzwerk nach Australien (1971), Europa (1972) und in die USA (1980).

Anfang 1977 verkaufte SAS alle Anteile an TG an das thailändische Finanzministerium und beendete damit die 17 Jahre andauernde Joint-Venture-Partnerschaft. Bis heute pflegen die beiden Fluggesellschaften eine besondere Beziehung.

In den 80er Jahren hatte die Regierung von General Prem Tinsulanonda die Vision einer einzigen einheitlichen nationalen Fluggesellschaft und beschloss, TAC mit TG zusammenzulegen. TAC übertrug daraufhin sein regionales Fluggeschäft auf Thai Airways International.

Sanft wie Seide

Thai Airways International, jetzt die einzige nationale Fluggesellschaft Thailands, wurde nun zum Gesicht des Landes.

Auf jedem Flug fliegt die thailändische Kultur, Küche und Identität mit. Allen Passagieren wird eine violette Orchidee ausgehändigt – unabhängig davon, in welcher Klasse die Leute sitzen. Die Innenwände der Flugzeuge sind mit der Silhouette der Skyline von Bangkok bedruckt. Die Flugbegleiter tragen die seidige Nationaltracht nur während des Fluges, niemals am Boden.

1991 brachte die Regierung von Anand Panyarachun, die TG als unabhängiges staatliches Unternehmen wachsen sehen wollte, TG an die thailändische Börse (SET). Das Aktienkapital hat sich seit diesem Zeitpunkt versechsfacht.

Das Jahr 1997 war ein Meilenstein für TG, da sie die einzige asiatische Fluggesellschaft war, die zu den Gründungsmitgliedern einer globalen Allianz mehrerer Airlines gehörte, der Star Alliance. Das Logo, ein fünfzackiger Stern steht für diese fünf Gründungsmitglieder.

Bei dem TG-Personal, das die Pflicht hat, das Gesicht der Nation gegenüber der Welt zu vertreten, handelt es sich um Staatsangestellte. Diese Angestellten genießen zahlreiche Vorteile, die anderen Mitarbeitern verwehrt bleiben.

Zu den Vorteilen gehört der Schutz des Arbeitsplatzes durch ein Arbeitsgesetz, das Angestellte im öffentlichen Dienst betrifft. Außerdem subventioniert das Unternehmen die Einkommensteuer für Arbeitnehmer. Sie erhalten auch hohe Gehälter und bekommen Freiflüge für sich und ihre Familien.

Kein Wunder, dass die Mitarbeiter von TG stolz auf ihr Unternehmen und ihren Status sind. Vielleicht war das auch gerechtfertigt, denn TG war gut. Sie galt als eine der besten Fluggesellschaften der Welt.

Dann kam Thaksin

In weniger als einem Monat nach seinem Amtsantritt im Jahr 2001 wollte der damalige thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra den Flug TG113 nach Chiang Mai nehmen.

Das Flugzeug brannte, und es kam zu einer Explosion, bei der ein TG-Mitarbeiter getötet wurde, der sich zur Vorbereitung des Fluges im Flugzeug befand.

Der Flug sollte viele VIPs der Regierung befördern, darunter Thaksin und seinen Sohn Panthongtae. Der Flug hatte allerdings zwei Stunden Verspätung, was ihnen vielleicht das Leben rettete.

Trotz Spekulationen, ob es ein Attentat war, kam die Regierung zusammen mit dem US National Transportation Safety Board (NTSB) zu dem Schluss, dass die Explosion auf fehlerhaftes Material zurückzuführen war.

Im selben Jahr schloss die Regierung Thaksin bilaterale Abkommen mit vielen Ländern bezüglich einer „Open-Sky-Politik“, die Thailand zu einem der liberalsten Lufträume der Welt machte. Diese Richtlinie ermöglichte Fluggesellschaften aus Unterzeichnerländern einen nahezu uneingeschränkten Zugang zu den wichtigsten Gateway-Flughäfen des Landes.

Diese Politik ermöglichte einen Wettbewerb, der den Verbrauchern zugute kam, nicht jedoch TG. Die Fluggesellschaft musste ihre Inlandsstrecken kontinuierlich reduzieren oder Flüge an das Tochterunternehmen Thai Smile abgeben.

Wenn man sich also fragt, warum die Gewerkschaft von Thai Airways (TG Union) Thaksin für den Untergang der Fluggesellschaft verantwortlich gemacht hat, ist das die Antwort. Monopole hassen den Wettbewerb.

Thaksin öffnet den Himmel

Die Open-Sky-Politik ermöglichte damals auch die Gründung von Billigfluggesellschaften mit hybrider Nationalität wie Thai AirAsia, die mit Shin Corp gegründet wurde, die 51 Prozent der Anteile hielten. Shin Corp war im Besitz von Thaksins Familienmitgliedern und Verbündeten. Noch ein Grund, weshalb Thaksin bei der TG-Gewerkschaft so unbeliebt ist.

Die USA und Thailand unterzeichneten 2005 den Open-Sky-Vertrag. Im selben Jahr begann TG mit einem der längsten Nonstop-Flüge der Welt zwischen Bangkok und New York. Um die Expansion für Nordamerika-Flüge voranzutreiben, kaufte TG neun Flugzeuge vom Typ Airbus A340.

Das erwies sich jedoch als falsche Entscheidung für TG und auch andere Fluggesellschaften, die auf ultralange Strecken setzten.

Diese Flüge waren angesichts des damaligen Treibstoffpreises oft zu teuer. Selbst wenn sie das gesamte Flugzeug füllen konnte, würde die Fluggesellschaft immer noch Geld verlieren. Singapore Airlines bot von Singapur aus einen Direktflug nach New York an und stellte diese Strecke schließlich wieder ein. Ebenso TG: Die Fluggesellschaft flog 2008 nicht mehr direkt nach New York.

Die neun A340-Flugzeuge wurden seitdem auf dem Flughafen U-Tapao in der Nähe von Pattaya geparkt. Bis TG schließlich 2019 einen Käufer für die Maschinen fand.

Trotz schwierigerer Zeiten wurde TG 2007 von Skytrax, einem der meist angesehenen Beratungsunternehmen der Branche, als zweitbeste Fluggesellschaft der Welt ausgezeichnet. Die Finanzlage war ebenfalls ausgezeichnet, und TG war zwischen 2002 und 2010 größtenteils profitabel.

Engagement in der Politik

Im August 2008 ermutigte die von Jamsri Sukchotirat geführte TG-Gewerkschaft die Mitarbeiter der Fluggesellschaft, Urlaub zu nehmen, um die regierungsfeindliche Bewegung der Volksallianz für Demokratie (PAD), auch Gelbhemden genannt, zu unterstützen. Die PAD protestierte gegen die Regierung der Thaksin-nahen People’s Power Party.

Seitdem ist die TG-Gewerkschaft relativ aktiv darin, Thai Airways mit der politischen Agenda der Gewerkschaft in Verbindung zu bringen. Kritiker haben behauptet, die TG-Gewerkschaft habe 2008 an der Besetzung der beiden Bangkoker Flughäfen durch die Gelbhemden mitgewirkt.

TG-Mitarbeiter traten auf der PAD-Bühne auf und sprachen darüber, Regierungsmitgliedern das Fliegen mit Thai Airways zu verweigern. Einige sagten sogar, dass die Fluggesellschaft niemals „Rothemden“ an Bord begrüßen würde. Rothemden sind Mitglieder der Pro-Thaksin-Bewegung Vereinigte Front für Demokratie gegen Diktatur (UDD).

Die letzte bedeutende Beteiligung der TG-Gewerkschaft an der thailändischen Politik fand 2014 statt, als sie eine Begrüßungszeremonie für Suthep Thaugsuban inszenierte. Er war einer der Anführer des Demokratischen Volksreformkomitees (PDRC), das den Sturz von Thaksins Schwester Premierminister Yingluck Shinawatra provozieren wollte – und damit auch Erfolg hatte, denn im Mai 2014 putschte das Militär.

Das Ziel der TG-Gewerkschaft ist simpel: TG-Reformen ablehnen, die Einmischung der Politiker in TG beenden und Thaksin und seine Sympathisanten „auslöschen“.

Der falsche Weg

Thai Airways hat seit 2013 durchweg Verluste gemacht. Sie war wohl die einzige Fluggesellschaft, die nicht von den Vorteilen des Tourismusbooms in Thailand und fallenden Kerosinpreisen profitierte.

Ein Großteil des Verlusts war auf interne Probleme wie Missmanagement, Vetternwirtschaft und Korruption zurückzuführen. Hinzu kam der harte Wettbewerb mit anderen Fluggesellschaften.

Die großen Drei aus dem Nahen Osten – Emirates, Qatar und Etihad – machten Bangkok zu ihrem Drehkreuz und verbanden die thailändische Hauptstadt mit ihren Heimatflughäfen, die wiederum Drehkreuze für Flüge nach Europa sind.

Im Inland verlor TG einen Großteil seines Marktanteils an Billigfluggesellschaften wie Thai AirAsia.

Die damalige Geschäftsführung der Fluggesellschaft kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen unweigerlich in das Low-Cost-Segment eintreten musste. Der Überlegung lag zugrunde, dass Thailand kein Ziel von Geschäftsleuten sei, sondern von Urlaubern. Das aber macht es schwierig, die Rentabilität aufrechtzuerhalten, wenn man nur im Premium-Segment tätig ist.

Nach zahlreichen Versuchen, in den Low-Cost-Markt einzusteigen (sei es durch eine erhebliche Beteiligung an Nok Air oder durch ein gescheitertes Joint Venture mit Singapore Airlines zur Gründung von Thai Tiger Airways), gründete das Unternehmen 2012 Thai Smile Airways.

Das Management hatte sich zum Ziel gesetzt, TG und seinen Mitarbeitern zu zeigen, wie man es richtig macht.

Die Geschäftsführung wollte, dass Thai Smile innerhalb kurzer Zeit rentabel wird. Dabei musste TG viele seiner nationalen und regionalen Ziele an Thai Smile abgeben, was der TG-Gewerkschaft nicht gefiel.

Thai Smile brachte keine Gewinne, sondern nur Verluste.

Die Insolvenz

Es gab Fehlplanungen, Flugzeuge sollten für teures Geld gekauft oder geleast werden. Mitarbeiter sollten mit einem goldenen Handschlag in den Ruhestand verabschiedet werden, weil der Geschäftsführung die Personalkosten über den Kopf wuchsen.

TG wird immer noch von Passagieren gelobt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Skytrax stufte die Fluggesellschaft 2019 als zehntbeste der Welt ein. TG konnte sich jedoch finanziell nicht mehr erholen.

Sumeth Damrongchaitham, der 2018 zum Präsidenten der Fluggesellschaft ernannt wurde, trat im März 2020 abrupt zurück und führte an, dass „die Machthaber“ ihm deutlich gemacht hatten, dass seine Mission beendet sei.

Und dann meldete Thai Airways International, das Gesicht Thailands, Insolvenz an.

Post source : https://thisrupt.co/current-affairs/thai-airways-national-glory-to-national-sorry/

Beiträge