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Kein Geld für die Schule

Kein Geld für die Schule

Kein Geld für die Schule

Die Armut greift dermaßen um sich, dass Eltern zum Stehlen gezwungen sind, weil sie ihren Kindern keine Schuluniform kaufen können.

Am 1. Juli war nach vielen Monaten Ferien der erste Schultag. Doch nicht für jedes Kind und alle Eltern war das ein freudiges Ereignis. Einige Mütter und Väter mussten betteln gehen oder sogar stehlen, damit sie ihre Kinder in Uniform zum Unterricht schicken konnten.

In diesem Jahr verzögerte die Corona-Pandemie den Beginn des neuen Schuljahres um fast zwei Monate. Der Ausbruch verschärfte aber auch das finanzielle Leid der Eltern, von denen einige aufgrund von Geschäftsschließungen ihren Arbeitsplatz verloren oder Einkommenseinbußen hinnehmen mussten.

In Chumphon ging eine Mutter von vier Kindern am Tag vor Schulbeginn mit ihrer achtjährigen Tochter in ein Einkaufszentrum. Sie nahm Schuluniformen und Schuhe aus den Regalen – obwohl sie nicht die Absicht hatte, für diese zu bezahlen.

Sie und ihre Tochter wurden von Sicherheitsleuten des Geschäfts gefasst und in ein Büro gebracht, wo sie festgesetzt wurden. Die Polizei wurde gerufen und traf kurz darauf ein, um die 26-jährige Mutter zu befragen.

Sie zeigte Reue, bestand aber darauf, dass sie keinen anderen Ausweg sah, als die Uniformen für ihre Kinder zu stehlen. Sie und ihr Mann hätten Mühe, eine neue Arbeit zu finden, nachdem sie wegen der Pandemie entlassen worden waren.

Sie sagte der Polizei, ihre Familie sei arm. Der Kauf der Uniformen für ihre Kinder kam daher einfach nicht in Frage. Sie fügte hinzu, sie beginge lieber einen Ladendiebstahl als ihre Kinder am ersten Schultag ohne Uniform in die Schule zu schicken. Die Kinder hätten ihr Gesicht verloren.

Als Mutter und Tochter ins Hinterzimmer gebracht wurden, hatten Kunden den Vorfall bemerkt. Einige von ihnen, die Uniformen für ihre Kinder kaufen wollten, legten zusammen und gaben der Frau 1200 Baht. Damit sollte sie die Schuluniformen bezahlen. Sie baten das Ladenpersonal, keine Anzeige gegen die Mutter zu erstatten. Sie meinten, dass die Familie in noch größere Schwierigkeiten geraten würde, wenn die Mutter verhaftet und in Polizeigewahrsam genommen würde.

Das Ladenpersonal stimmte zu. Die Mutter wurde verwarnt, aber von einer Anzeige sah man ab. Danach wurden Mutter und Tochter freigelassen.

Einige Zeit später besuchte Suchart Saengklud, Direktor des Zentrums für Obdach- und Mittellose in Chumphon, die Familie, die in einem heruntergekommenen Haus inmitten einer Kautschukfarm im Bezirk Thung Tako lebt. Die Plantage gehört einem örtlichen Geschäftsmann.

Die vier Kinder der Familie besuchen den Kindergarten bzw. die Klassen eins, drei und vier einer Grundschule, zehn Kilometer vom Haus entfernt.

„Wir hatten nur noch 300 Baht und das Gefühl, keine andere Wahl zu haben, als das zu tun, was wir getan haben“, sagte die Mutter.

Auch in Pattaya geriet eine Mutter in Not, weil sechs nagelneue Schuluniformen, die sie für ihre Töchter gekauft hatte, spurlos verschwanden. Sie hatte die sechs Uniformen nach dem Kauf gewaschen und auf einer Wäscheleine aufgehängt. Ein Dieb stahl die Kleidungsstücke.

Die Masseuse Darin Arbsuwan, die wegen der Pandemie arbeitslos wurde, war untröstlich. Sie hatte alle Ersparnisse zusammengekratzt, um die Schuluniformen für ihre beiden Töchter zu kaufen. Die Namen der Mädchen waren auf den Blusen aufgestickt.

Sie meinte, in ihrer Gemeinde sei die Kriminalitätsrate niedrig gewesen, der Ausbruch von Corona könnte diese aber erhöht haben.

Sie beschloss, online über den Fall zu berichten und warnte die Leute, dass es besser wäre, gut auf alle Habseligkeiten aufzupassen. Sie sagte, wegen des wirtschaftlichen Abschwungs sei inzwischen alles möglich.

„Man weiß nie, wann ein Dieb zuschlagen wird“, sagte sie. „Ich möchte dem Dieb sagen, dass alle anderen auch Probleme haben.“

Die Mutter erstattete bei der Polizei von Nong Prue Anzeige, die ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat.

Die Polizisten gaben Darin Geld, damit sie für ihre Töchter noch einmal Schuluniformen kaufen konnte.

Die Mutter dankte den Beamten und die Töchter waren froh, mit den neuen Uniformen und Schreibwaren, die die Beamten ebenfalls für sie gekauft hatten, zur Schule gehen zu können.

Tunyawuj Kamonwongwat, Abgeordneter der Move Forward Party, schlug am ersten Schultag dem Bildungsministerium vor, dass die Schulen im ganzen Land in Bezug auf die obligatorischen Schuluniformen flexibel sein sollten, damit Belastungen (wie in diesem Artikel geschildert) verringert werden.

Der Ausgabendruck auf die Eltern habe aufgrund der Pandemie und des sich anschließenden wirtschaftlichen Abschwungs zugenommen, sagte Tunyawuj, und jetzt, da der Unterricht wieder angefangen hat, müssen die Eltern auch noch die Kosten für das Schulmaterial tragen.

Post source : https://www.bangkokpost.com/thailand/general/1944232/covid-crisis-compounds-new-school-term-woes https://www.thaienquirer.com/15144/move-forward-proposes-thai-schools-throughout-the-country-to-drop-school-uniforms-and-help-alleviate-parents-financial-woes/

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