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Neuer Fetisch nach Corona

Neuer Fetisch nach Corona

Neuer Fetisch nach Corona

Im letzten Monat ist viel geschehen. Dabei hat sich für mich heraus kristallisiert, dass es nur noch ein Schwarzweiß-Denken gibt. Es gibt keinen Mittelweg mehr, keinen Diskurs, keine Diskussionen. Es gibt nur noch ein „Wenn du nicht für mich bist, dann bist du gegen mich“.

Ich habe die Vermutung, dass das Internet diese Entwicklung beschleunigt, wenn nicht sogar angestoßen hat. Medienwissenschaftler werden sich mit diesem Phänomen beschäftigen, da bin ich mir sicher.

Diese Polarisierung ist auch länderübergreifend. Ob in Amerika oder in Europa oder in Asien. Überall ist diese Polarisierung mit den festgefahrenen Fronten festzustellen.

Hinzu kommt noch die politische Korrektheit, die die Sprache so verändern will, dass man am Ende nicht mehr das ausdrücken kann, was man will. Als ich als Jugendlicher Romane las, in denen genau das angesprochen wurde, klang das alles wie Science Fiction. Inzwischen ist das aber Wirklichkeit geworden.

Wenn eine deutsche Politikerin schreibt, dass es die „Spatz*Innen“ von den Dächern pfeifen, dann weiß jeder normal denkende Mensch, dass die Dekadenz im Westen inzwischen so weit fortgeschritten ist, dass der Untergang nicht mehr aufzuhalten ist.

Es gibt ja bezüglich dieser neuen Sprache Lehrstühle. Da wird in Universitäten untersucht, man mag es kaum glauben, wie man „Spatz“ gendern kann.

Ich nenne meine Frau „Spatzerl“, genau so wie damals Helmut Fischer in „Monaco Franze“ seine Frau „Spatzerl“ nannte. Die Serie würde heute wahrscheinlich verboten werden, wie sie angeblich frauenfeindlich und nicht mehr zeitgemäß ist.

Manche Fragen bezüglich einigen Wörtern sind sicherlich nicht so leicht zu lösen wie Spatz, Spatzerl und Spatz*Innen. Wie sieht es denn mit Dobermann aus? Ist ein Dobermann-Weibchen eine Doberfrau? Eine Dobermännin? DobermännIn oder gar Dobermänn*In. Diese Frage wird ganz sicher an irgendeiner deutschen Uni geklärt werden.

Das alles zieht immer weitere Kreise. So darf bei Google der Ausdruck „schwarze Liste“ nicht mehr benutzt werden. „Schwarze Liste“ heißt dort jetzt „Blockliste“.

Apropos Liste: Auch bei „Thai Chana“, dem „Sieg Thailands“ geht es um eine Liste, genauer gesagt um ein Rückverfolgungssystem, das im Falle einer Corona-Erkrankung greift. Alle Leute, die beispielsweise in einen Supermarkt gehen, registrieren sich am Eingang mit dem Thai-Chana-App. Erkrankt nun einer der Kunden an Covid-19 werden die übrigen Kunden informiert.

Sie gehen dann ins Krankenhaus und lassen sich auf Corona untersuchen. Das ist die harmlose Variante. Da das Innenministerium von den Telefongesellschaften Bewegungsprofile angefordert hat, könnte die weniger harmlose Variante sein, dass im Falle eines Corona-Ausbruchs plötzlich Leute in Schutzanzügen vor der Tür stehen, die einen mitnehmen. Wie auch immer, wer gibt schon gern seine persönlichen Daten an?

Da nicht alle ein Smartphone haben – oder die eleganteste Alternative wählen und das Handy einfach zu Hause lassen, wenn sie weggehen –, kann man sich auch händisch in Listen eintragen, die im Eingangsbereich von Supermärkten oder Einkaufszentren ausliegen. Da kann man schon schmunzeln. Erst einmal bekommt man einen Stift, den vor einem schon hundert Leute in der Hand gehabt haben. Und während man Namen und Telefonnummer notiert, lässt man seinen Blick über die Namen und Nummern über die Liste schweifen. Mickey Mouse war schon da, Caligula und sogar Jesus. Da stehen Telefonnummern wie 1235456.

Da Thailand Thailand ist, war dieser Thai-Chana-Spuk nach rund einer Woche so gut wie erledigt. Kaum einer fragt mehr, man muss nichts vorzeigen, nichts schreiben. Manchmal wird die Temperatur geprüft, manchmal steht ein Desinfektionsmittel bereit.

Seit Ende Mai hat es in Thailand keine Neuinfektionen mehr gegeben [Stand: Mitte Juni]. Daher ist Thailand genauso Corona-frei wie Neuseeland. Woher soll das Virus kommen, wenn die Inkubationszeit zwei Wochen beträgt? Was Covid-19 betrifft, sollte man sich keine allzu großen Sorgen mehr machen.

Vielmehr sind die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung von Corona ein Grund zur Sorge.

Corona hat aber auch durchaus interessante Nebenwirkungen. Ein Freund berichtete mir, er habe dank Corona einen neuen Fetisch entdeckt. Da die Bars immer noch geschlossen haben – er ist immer gern in Gogo-Bars gegangen und hat sich die Tänzerinnen angesehen – lädt er die Damen kurzerhand zu sich nach Hause ein. Er hat eine ganz gute Namensliste in seinem Handy eingespeichert. Die zurzeit arbeitslosen jungen Damen sind erfreut, wenn er sie anruft und zu sich nach Hause bestellt.

Dort legt er zu schummriger Beleuchtung Tanzmusik auf, und die Show kann beginnen. Und jetzt zu seinem neuen Fetisch: Er findet es absolut sexy, wenn die Tänzerinnen sich frei machen, aber einen Mund- und Nasenschutz und darüber noch einen Gesichtschutz tragen. Das findet mein Kumpel einfach unwiderstehlich.

Ohne Corona hätte er das nie herausgefunden, sagte er. Daraufhin meinte ich, er solle sich ernsthaft überlegen, ob er sich nicht eine feste Freundin suchen wolle, die in einem Biolabor arbeitet. Am besten in einem mit der höchsten Sicherheitsstufe: Biohazard Level 4. Zu Hause muss sie sich nicht umziehen.

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